Region: Günzburg|Krumbach

Kunstprojekt gegen die gesellschaftliche Spaltung: Streetart in ehemaliger Metzgerei in Krumbach

Mit Hilfe von Schablonen auf die Wände der ehemaligen Metzgerei Rendle aufgetragen: Streetart als Diskussionsimpuls.

Wie ein Kollektiv aus Streetart-Künstlern die Räume der ehemaligen Metzgerei Rendle nutzt.

"Ich glaube, das ist zur Zeit eine wichtige Aufgabe der Kunst“, erklärt Andreas Birkner. „Eine Grundlage für Diskussionen zu schaffen und der gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken.“ Der Krumbacher Künstler – auch unter dem Pseudonym Wabato Movement bekannt – sieht im Austausch über Kunstwerke eine Möglichkeit, in eine konstruktive Debatte zu kommen. Dies ermögliche, auch bei konträren Ansichten respektvoll auseinanderzugehen.

Ein Ort für einen solchen Austausch hätte die ehemalige Metzgerei Rendle in der Mindelheimer Straße in Krumbach sein können. Vor dem für den im April/Mai vorgesehenen Abriss des Gebäudes wollte der Besitzer der Immobilie, Georg Purger, die Räume für soziale und künstlerische Zwecke öffnen.

Seit November 2020 gestalten neben Andreas Birkner die Künstler Dominik Widmann, Sam, Nasty Uno, Wedo C6 und Jerome Rodney die Wände der leerstehenden Räume. Auch das Augsburger Streetart-Kollektiv „Die Bunten“ war schon zu Gast.

„Spätestens seit den Erfolgen des britischen Künstlers Banksy hat Streetart einen großen Einfluss auf Popkultur und Werbung“, stellt Wabato fest. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur Vandalen sind“, fügt er grinsend hinzu, räumt jedoch ein: „Jemand, der nie draußen und nur legal gesprüht hat, wird in der Szene nie Anerkennung finden.“

Während sich ein Raum anhand der abstrakten Motive an den Wänden sofort als Dominik-Widmann-Werk erkennen lässt, zeigen weitere Räume mit Schablonen gefertigte Street-Art-Bilder, die häufig politische Fragestellungen aufgreifen, sowie typische Grafitti-Elemente einbinden.

Die Pandemie verhindert gegenwärtig die Öffnung für Publikumsverkehr. Auch der Abriss könnte sich aus dem selben Grund verzögern. Vielleicht ergibt sich also im Zuge von Lockdown-Lockerungen noch eine Möglichkeit, die konstruktive Debatte anhand der Streetart-Kunst im ehemaligen Rendle-Haus zu suchen. ( von Marc Hettich)

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