Region: Günzburg|Krumbach

Diskussionsrunde zur Wahl in Krumbach: „Demokratie lebt von der Debatte“

Auch Kandidaten kleinerer Parteien konnten sich beim Bundestagsslam des Lokal-Forum e.V. vorstellen (von links): Daniel Mayer (Freie Wähler), Philipp Meier (Piratenpartei), Bastian Röhm (Tierschutzpartei) und Moderator Marc Hettich.

Zwölf Kandidaten zur Bundestagswahl sprachen an der Krumbacher FOS miteinander – und mit dem Publikum.

„Zum Glück ist die Veranstaltung nicht aus dem Ruder gelaufen“, zeigt sich Marc Hettich erleichtert. Der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Lokal-Forum moderierte eine von seinem Verein organisierte Podiumsdebatte zur Bundestagswahl in Krumbach. Zur Eröffnung der Veranstaltung schilderte der 43-Jährige, dass eine Frage intern heftig diskutiert wurde: Welche Kandidaten laden wir ein? Welche nicht?

Von den dreizehn Kandidaten wurden letztlich alle eingeladen. Zwölf davon saßen vor etwa 60 Besuchern auf dem Podium in der Aula der FOS BOS Krumbach – natürlich unter Einhaltung der 3G-Regeln und mit entsprechendem Abstand.

Bedenken hatte der Verein, da bei aller Offenheit bestimmte Thesen und Aussagen mit den eigenen Werten und der Satzung nicht vereinbar seien. „Etwa die Behauptung, der Staat würde KZs für Ungeimpfte errichten“, nennt der Vorstand als konkretes Beispiel. Letztlich folgte man aber dem Vereinsmotto: Wir müssen reden. „Auch wenns weh tut“, ergänzt der Vorsitzende.

Neben den einschlägig bekannten Kandidaten der großen Parteien – Alexander Engelhard (CSU), Karl-Heinz Brunner (SPD), Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen), Anke Hillmann-Richter (FDP), Xaver Merk (Die Linke) und Gerd Mannes (AfD) – saßen auch die Kandidaten kleinerer Parteien aus dem Wahlkreis Neu-Ulm auf dem Podium: Daniel Mayer (Freie Wähler), Krimhilde Dornach (ÖDP), Florian Lipp (Volt), Bastian Röhm (Tierschutzpartei), Philipp Meier (Piratenpartei) und Roman Albrecht (Die Basis). Aufgrund der Kurzfristigkeit nicht dabei sein konnte Daniel Langhans (parteilos). „Uns war wichtig, auch kleineren Parteien eine Plattform zu bieten“, betont Hettich. Darüber freute sich auch CSU-Kandidat Engelhard: „Es war schön, den anderen Kandidaten zu begegnen. Ich kannte noch gar nicht alle persönlich.“

Das große Teilnehmerfeld stellte für den Verein auch eine praktische Hürde dar: „Es war gar nicht so einfach, ein geeignetes Format zu finden“, erläutert Hettich. Die Veranstaltung gliederte sich in zwei Hälften. Vor der Pause holte der Moderator je drei Kandidaten auf die Bühne, die sich kurz vorstellen und jeweils einem der Mitkandidaten eine Frage stellen durften. Während das in der ersten Gruppe mit Daniel Mayer, Bastian Böhm und Philipp Meier sehr sachlich, ja nahezu harmonisch, ablief, kam es in den folgenden Runden zu kontroverseren Debatten – etwa zwischen der grünen Kandidatin Ekin Deligöz und AfD-Kandidat Gerd Mannes.

In der Pause konnten das Publikum auf einem Zettel eine Frage an einen Kandidaten in die zugehörige Box werfen. In der zweiten Veranstaltungshälfte zog jeder Kandidat einen dieser Zettel aus seiner Box. Der Fragesteller kam auf die Bühne und konnte seine Frage direkt stellen – vereinzelt auch mit Nachfragen. So wurde Alexander Engelhard etwa gefragt, ob er sich für ein Lobbyregister einsetzen würde, während Ekin Deligöz sich einer Frage zu Spendenannahmen ihrer Partei stellen musste. „Demokratie lebt von der Debatte“, kommentiert die grüne Kandidatin. „Auch wenn´s manchmal anstrengend ist, ist es richtig und wichtig.“

Abschließend stellte Hettich fest, dass sich alle Anwesenden zumindest in einem Punkt einig seien: „Geht wählen!“ (hem)

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