Region: Augsburg Stadt

Corona-Veranstaltungsabsagen: Stac-Festival steht vor dem finanziellen Aus

Die Veranstalter und ehrenamtlichen Helfer des Stac-Festivals kämpfen um die Zukunft ihres Festivals und hoffen auf Unterstützung.

Abgesagte Veranstaltungen in Corona-Zeiten machen Kulturfestival zu schaffen.

Die ehrenamtlichen Veranstalter des Stac-Kulturfestivals, das seit 2013 zahlreichen darstellenden Künstlern aus der Region eine Plattform bietet, um sich Zuschauern zu präsentieren, informieren nun, dass die gemeinnützige Gesellschaft vor dem finanziellen Aus steht. Aufgrund der Vorsichtmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus müssen die beiden Stac-Festivals in Königsbrunn vom 20. bis 22. März und vom 15. bis 17. Mai abgesagt werden. Diese Ausfälle stellten eine "riesige finanzielle Last dar", heißt es von dem Unternehmen. Die Organisatoren hoffen, die Veranstaltungsreihe, die etwa Konzertabende oder Tanzwettbewerbe beinhaltet, durch die Crowdfunding-Aktion "Rettet das STAC Festival" für die Zukunft sichern zu können.

"Erneute Durststrecke" nicht mehr zu tragen

Den Veranstaltern sei klar, dass aktuell nicht nur das Kulturfestival, sondern auch viele andere Veranstalter und Organisationen unter fehlenden Einnahmen leiden. Doch beim Stac-Festival gebe es eine zusätzliche Vorgeschichte. Denn erst im vergangenen Jahr verloren die Organisatoren ihren langjährigen Veranstaltungsort durch die Schließung der Reese-Kasernengebäude. Ein dreiviertel Jahr lang gingen die Verantwortlichen auf die Suche nach neuen Standorten für ihre Veranstaltungen. Für den Neuanfang in anderen Veranstaltungsstätten habe man nun die gesamten Ersparnisse investiert und verfüge nicht mehr über die finanziellen Rücklagen, um einen unvorhergesehenen Ausfall, wie er durch das Coronavirus nötig wird, zu kompensieren.

"Eine erneute Durststrecke ohne Events bedingt durch die Corona-Ausfälle können die Veranstalter nun nicht mehr aus eigener Kraft tragen", heißt es in einer Pressemitteilung. Zwar habe man bereits Fördergelder vom Freistaat Bayern beantragt, doch sei skeptisch, "ob die sogenannten Soforthilfen auch bei den Kleinen ankommen".

Crowdfunding und Spendenkonto

Deswegen wendet sich Thomas Walk, Leiter des Stac-Festivals, nun direkt an Künstler und Besucher, aber auch an Unternehmen, Sponsoren und Privatpersonen, und bittet darum, "in dieser schwierigen Zeit die heimische Kultur nicht zu vergessen und mit einer Spende zu helfen". Mit vereinten Kräften könne das Stac-Festival wieder auf stabile Beine gestellt werden. Im Internet sammeln die Veranstalter nun Spenden, auch das allgemeine Spendenkonto des Unternehmens steht Unterstützern offen.

Entstanden aus einer freien Künstlergruppe junger Erwachsener, der „Street Academy“, entsprang 2013 die Idee zu einem Festival für darstellende Künstler. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Stac-Festival zu einer Plattform für Künstler aus dem süddeutschen Raum, vor allem aber aus Schwaben und dem Landkreis Augsburg. Auf der Stac-Bühne zeigen seither vor allem Hobby-Akteure, darunter Tänzer, Sänger und Akrobaten, ihr Können. Das Stac-Festival wird auf gemeinnütziger Basis als freies, nicht subventioniertes Kulturfestival organisiert. Die Planung übernehmen die Hauptangestellte Carina Löser-Bacanu sowie der ehrenamtliche Festivalleiter Thomas Walk. Den Ablauf der Veranstaltungen unterstützen ehrenamtliche Helfer.

„Der Auszug aus dem Reese Theater und das Corona-Virus haben uns nun an den Rand unserer Existenz gebracht", erklärt Walk. "Als Veranstalter haben wir die Pflicht, auch für die Gesundheit unserer Besucher, Künstler und Teammitglieder Sorge zu tragen, weshalb die Absage vieler unserer Events unabdingbar ist." Allerdings hofft der Festivalleiter: "Wenn wir jetzt alle zusammenhalten, können wir auch diese Krise überwinden und das Fortbestehen des Stac-Festivals sichern.“

Weitere Informationen zur finanziellen Unterstützung der Veranstalter finden sich unter stac-festival.de.

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