Region: Augsburger Land

Wichtige Zwischenetappe: Richtfest in Langweid für künftige Zug-Werkstatt

TMH Germany hat in Langweid Richtfest gefeiert. Klaus Hock, Geschäftsführer TMH Germany, und Otto Christ, Geschäftsführer von EignerFertigbau bei der Urkundenübergabe.

TMH Germany baut eine neue Betriebswerkstätte für die Instandhaltung der Go-Ahead-Züge in Bayern.

45 Millionen Euro investiert das Unternehmen TMH Germany in den Bau eines Betriebswerks bei Langweid, in dem künftig die Züge seines Partners Go-Ahead gewartet werden sollen. Nun feierten die Beteiligten Richtfest und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Fertigstellung. Schon im Dezember 2021 soll der Bau abgeschlossen sein und der Betrieb starten.

TMH Germany will an diesem Standort die kommenden zwölf Jahre die Flotte von 78 elektrischen Zügen für den Vertragspartner Go-Ahead Bayern warten. Für Klaus Hock, Geschäftsführer TMH Germany, sei das Richtfest "ein besonderer Tag in der jungen Firmengeschichte von TMH Germany". Ende vergangenen Jahres habe das Unternehmen das Vertrauen von Go-Ahead Bayern gewonnen, "als herstellerunabhängiger Instandhaltungsdienstleister und Partner die regelmäßige Instandhaltung der Flotte zu übernehmen". Er sei stolz, dass "wir eines der modernsten Instandhaltungswerke Europas bauen und dafür sorgen werden, dass die Züge unseres Vertragspartners Go-Ahead die Passagiere in der Region Augsburg sicher und pünktlich transportieren werden“.

Froh ist nach eigenen Worten Bastian Goßner von Go-Ahead Bayern und Standortleiter in Augsburg, für die Wartung der Fahrzeugflotte "mit TMH Germany einen kompetenten und sehr engagierten Partner" gefunden zu haben. Er sei beeindruckt von der entstehenden Werkstatt und auch von der Leistung in der Interimswerkstatt in Augsburg. "Ich erlebe vor Ort ein sehr tolles Team von TMH", so Goßner.

Ein positiver Impuls für die regionale Wirtschaft

Als lokaler Investor will TMH Germany zum wirtschaftlichen Wachstum der Region Augsburg beitragen, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt. So sei auch der Bau des Instandhaltungswerks mit lokalen Bauunternehmen realisiert worden und sichere damit indirekt weitere Arbeitsplätze. Zusätzlich zu der Anfangsinvestition von mehr als 45 Millionen Euro für das neue Werk, schaffe das Unternehmen "hochqualifizierte und stabile Arbeitsplätze". TMH Germany beschäftigt aktuell 26 Mitarbeiter und schreibt weitere 20 neue Stellen aus. Bei voller Auslastung der Wartungskapazität soll TMH Germany in der neuen Instandhaltungswerkstätte in Langweid etwa 70 Fachkräfte und Servicetechniker beschäftigen. Über den Wartungsauftrag für Go-Ahead Bayern hinaus verfügt das Betriebswerk Langweid über weitere freie Wartungskapazitäten für alle Arten von Schienenfahrzeugen – unabhängig vom Hersteller.

Jürgen Gilg, Langweids Erster Bürgermeister, freut sich freilich über den Zuwachs im Gewerbepark Foret: „Wir freuen uns, dass sich ein Unternehmen, mit einer langfristigen und positiven Perspektive hier ansiedelt.“

Neues Instandhaltungswerk wird eines der modernsten Europas

Das neue Depot bündele die Erfahrung von mehr als 100 weltweit betriebenen Instandhaltungswerken der TMH Gruppe, wie das Unternehmen informiert. Dem Prinzip der so genannten dynamischen Wartung folgend, soll das neue Betriebswerk "neuste Technik mit integrierten, smarten Prozessen" vereinen. Für jedes gewartete Fahrzeug werde ein digitaler Zwilling erstellt, der helfen soll, den Zustand sämtlicher Fahrzeugkomponenten zu analysieren – und zwar bevor es überhaupt im Betriebswerk eingetroffen ist. "Dieses Vorgehen hilft, mögliche Defekte und Fehlerquellen frühzeitig zu entdecken und die Ausfallquote von Zügen so auf ein Minimum zu reduzieren", so die Erklärung. Zudem sollen auf diese Weise sämtliche Logistikprozesse rund um die Instandhaltung des Fahrzeugs, eine effiziente Materialbevorratung sowie eine bedarfsgerechte Personal- und Kapazitätsplanung im Depot gesteuert werden.

Das neue Instandhaltungswerk in Langweid wird zusätzlich mit einer Messstrecke zur Radsatzmessung ausgestattet sein. Mithilfe der Instandhaltungssoftware BOOM wollen die Experten von TMH Germany künftig den Verschleiß der Radsätze durch eine sensorgesteuerte Messung innerhalb von Sekunden erfassen können und auf dieser Grundlage alle weiteren Wartungsschritte im Betriebswerk planen. "Dank einer innovativen Hegenscheidt-Anlage werden sich bei einem Schienenfahrzeug zudem gleich zwei Radsätze gleichzeitig in vier Stunden demontieren beziehungsweise bearbeiten lassen, anstatt an einem Arbeitstag, wodurch sich die Fahrzeugverfügbarkeit deutlich erhöht", versichert TMH Germany.

Auch die Mitarbeiter sollen von der modernen Betriebsanlage profitieren. "Ihre Arbeitsbedingungen werden die aktuellen EHS-Arbeitsstandards erfüllen, dank ergonomischer Arbeitsplätze, einer Vielzahl von Hubtischen, Hebebühnen, Kränen und Liften, einer optimierten Bevorratung von Werkzeugen, passend zu den Einsatzorten sowie einer smarten Beleuchtung", so das Versprechen des Unternehmens. (pm)

Weitere Bilder

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X