Region: Dillingen|Wertingen

Beeindruckender Baum: Lauinger Sandeleiche ist fast 400 Jahre alt

Die Lauinger Sandeleiche ist fast 400 Jahre alt.

Der Biotopbaum soll offizielles Naturdenkmal werden.

Allein die Zahlen der alten Stieleiche im Lauinger Spitalwald beeindrucken: Gepflanzt zirka um das Jahr 1625, berechnetes Alter 396 Jahre, Stammdurchmesser 1,60 Meter, Stammumfang fünf Meter, Baumhöhe zirka 29 Meter, Kronendurchmesser rund 22 Meter. Diese Stieleiche, lateinisch Quercus robur, ist ausgewachsen, jährlich kommen nur noch bis zu 3,5 Zentimeter an Höhenwachstum dazu, wie die Stadt Lauingen in einer Pressemitteilung informiert. Ronald Lutz, zertifizierter European Tree Worker und Mitarbeiter des Lauinger Bauhofes, hat die Eiche fachmännisch begutachtet, katalogisiert und das exakte Alter ermittelt. „Das ist einer der ältesten Bäume in den Kommunalwäldern Lauingens.“

Nachhaltiges Wachstum

Der Standort der Stieleiche ist an der südlichen Grenze der Lauinger Flur in Richtung Gundremmingen. Sandelgries lautet der Name des Waldstücks, darum heißt der Baum im Volksmund Sandeleiche. Heinrich Müller, Obmann der Lauinger Feldgeschworenen, kennt die lange Historie des Baums. Sein Vorgänger als Obmann, Joseph Schmid, ist noch selbst ins Holz gegangen, und er war Holzwart. Die Stieleiche haben er und seine Kollegen nie umgemacht, genauso wenig wie frühere Generationen an Waldarbeitern. „Per Hand und weitgehend ohne technische Hilfsmittel war das noch bis vor wenigen Jahrzehnten richtig harte Arbeit“, erinnert sich Obmann Müller. Das gab der Stieleiche über Jahrhunderte hinweg Zeit zu wachsen. „Ein Glücksfall, heute ist der Baum für den Spitalwald ein Naturdenkmal“, so Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller. Das soll nun auch amtlich werden, die Eintragung als ein unter Naturschutz stehendes Landschaftselement hat die Stadt Lauingen beim Landratsamt eingereicht.

Ökologischer Habitatsbaum

Ronald Lutz bestätigt der Sandeleiche eine gute Vitalität. Schön gewachsen ist der Baum auch, das Verhältnis von Baumhöhe zu Stamm- und Kronendurchmesser sei ziemlich perfekt. Eine tragende Rolle spiele die alte Stieleiche als Habitatsbaum mit überlebenswichtigen Nischen für seltene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. So schütze die Stieleiche, sie könne Totholz besonders gut halten, die Vielfalt und den Erhalt der Arten im Spitalwald. „Ein richtiger Biotopbaum“, bestätigt der Lauinger Baumpfleger. (pm/red)

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