Region: Günzburg|Krumbach

Solateur ESS Kempfle mit Rekordjahr

StaZ-Reporter Michael Sudahl aus Leipheim
Als StaZ-Reporter berichten Vereine, Organisationen und Privatpersonen. Jeder kann mitmachen.
ESS Kempfle hat auch Ladestationen für E-Autos im Angebot.
Solateur gründet Akademie, um Fachkräfte anzulocken und weiter zu wachsen.

Der schwäbische Solateur beendet das Jahr 2022 mit einem Rekordumsatz von 30 Mio. Euro. Für das kommende Geschäftsjahr stehen zudem Aufträge von rund zehn Mio. Euro in den Büchern. Gleichzeitig beschäftigt das Leipheimer (an der Donau) Familienunternehmen 60 Menschen mehr als im Vorjahr. Da lag der Umsatz bei 19,5 Mio. Euro und 120 Mitarbeitende wurden beschäftigt (heute 180).

Neuer Bereich: Haustechnik

In Waren ausgedrückt hat Kempfle im zurückliegenden Jahr 1150 Photovoltaikanlagen montiert (Vorjahr 800). Zum Kerngeschäft des Solateurs hinzu kommt der Bereich Haustechnik. Zwölf Neubauten hat das Unternehmen im Jahr 2022 in diesem Segment realisiert. Kempfle erzielt seinen Umsatz zu 90 Prozent mit Privatkunden. Gleichwohl weitet das Unternehmen sein Geschäft auf Gewerbe und kommunale Käufer aus. Mit einem Umfang von einer Million Euro erzielte Kempfle 2022 den größten Auftrag der Firmengeschichte mit einem Immobilienbesitzer, der sechs Gewerbehallen mit PV-Anlagen ausstattete.

Aktiv ist ESS Kempfle im Radius von 50 Kilometer rund um Leipheim und Augsburg. Das soll sich 2023 ändern, denn mit dem Zukauf der Elektrosparte eines Unternehmens aus Giengen an der Brenz (Landkreis Heidenheim) und der Eröffnung eines weiteren Standorts im baden-württembergischen Zell unter Aichelberg (Landkreis Göppingen), strebt Kempfle weiteres Wachstum entlang der Autobahn A8 an. So sieht der Plan vor, bis Ende 2023 rund 45 Mio. Euro Jahresumsatz zu erwirtschaften, 50 weitere Menschen einzustellen und etwa 1800 PV-Anlagen zu installieren. Bei der Haustechnik sollen bis zu 20 Gebäude ausgestattet werden. Hier kommen neben PV-Anlagen, Speicherlösungen und Ladestationen für E-Autos, Sanitär- und Elektro-Installationen sowie Infrarotheizung im Neubau hinzu.

Wachstumsziel: 600 PV-Alagen pro Jahr

Künftig will der Solateur jährlich um 600 PV-Anlagen wachsen, was in etwa 15 Mio. Euro Umsatz entspricht. Das dafür nötige Wachstumskapital von rund vier Mio. Euro wird zum Teil noch fremdfinanziert. Daher schmilzt die Eigenkapitalquote der Firmengruppe bis 2025 von aktuell 40 auf dann 25 Prozent. „In drei Jahren wachsen wir aus eigener Kraft“, prognostiziert Wolfgang Kempfle, der die aktuellen Marktchancen der Energiewende nutzen will. Diese bieten sich öfters und häufiger auch im kommunalen Feld.

Dort vermietet Energie Service Schwaben (ESS) Kempfle PV-Anlagen. So wie etwa in Thannhausen (Bayern), wo aktuell acht Mehrfamilienhäuser der städtischen Wohnbaugesellschaft mit Sonnenkraftwerken ausgestattet werden. Über diese Mietmodelle bleibt Kempfle Eigentümer der PV-Anlagen und verkauft den erzeugten Strom zu Preisen von unter 30 Cent / kWh) – also zehn Cent günstiger als die staatlich avisierte Strompreisbremse – an Mieter. Über weitere Strandorte dieser Art schraubt Kempfle bis in fünf Jahren ein virtuelles fünf Gigawatt Kraftwerkt zusammen, das sich über ganz Süddeutschland erstreckt. Die Gesamtinvestition dafür liegt bei 50 Mio. Euro. In dieses Modell können sich zudem private Investoren einkaufen – ab 1000 Euro Anlagekapital.

Zertifizierte Dachmonteure

Um dieses Wachstum zu stemmen, braucht es Fachkräfte. Doch die sind rar. Deshalb eröffnet Kempfle 2023 eine Akademie, die zertifizierte Dachmonteure ausbildet. Diese können sich mit der Qualifizierung selbständig machen und als Dienstleister für Kempfle arbeiten. Hintergrund: Viele Monteure gewinnt das Unternehmen derzeit in Balkanstaaten. Doch fehle den künftigen Mitarbeitern bzw. Subunternehmern das solarspezifische Know-how. Dieses vermittelt Kempfle in einer achtwöchigen Fortbildung, die auch für Dritte offen sein soll. www.ess-kempfle.de

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