Region: Augsburg Stadt

Coronavirus ist im Landkreis Augsburg angekommen

Zu den ersten Corona-Fälle im Landkreis Augsburg äußerten sich am Mittwoch (von links) Dr. Claudia Moerner, Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin, Landrat Martin Sailer und Marc Schlachter, Hygienekontrolleur im Augsburger Gesundheitsamt.

Ein Mann aus Kutzenhausen und eine Frau aus Bonstetten haben sich mit Corona angesteckt. 

Das Coronavirus ist nun auch in der Region angekommen. Zwei Personen mittleren Alters aus dem Landkreis Augsburg haben sich mit der Infektionskrankheit angesteckt. Auf einer Pressekonferenz am Mittwochmittag erklärten die Behörden, dass es sich um einen Mann und eine Frau aus dem westlichen Landkreis handeln soll. Später konkretisierte das Landratsamt in einer Pressemitteilung, dass die Patienten aus Kutzenhausen und Bonstetten stammen.

Landrat Sailer kritisiert Robert-Koch-Institut

Wo sich die Frau angesteckt hat, sei noch unklar, der Mann habe sich im Familienurlaub in Südtirol in Norditalien infiziert. Diese Region war laut Robert-Koch-Institut keine Risikoregion. Das kritisierte Sailer scharf, warnte aber davor, nun in Panik zu verfallen.

Die beiden Fälle sind Marc Schlachter vom Augsburger Gesundheitsamt zufolge seit Dienstagabend beziehungsweise Mittwochmorgen bekannt. Zwischen den Infizierten bestehe keinerlei Verbindungen. In ihren Familien, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, gibt es keine Kindergartenkinder, jedoch aber Kinder im schulpflichtigen Alter. Angaben zu Alter oder Beruf vermieden die Behörden am Mittwoch zum Schutz der Familien und um eine Panik zu vermeiden.

"Wir können Schulen nicht auf Verdacht schließen"

Sobald die Laborergebnisse der Angehörigen feststehen, werde das Gesundheitsamt laut Schlachter das weitere Vorgehen diskutieren. "Wir können Schulen nicht auf Verdacht schließen", erklärte Sailer. Solch eine vorschnelle Maßnahme wäre unverhältnismäßig. Dies wäre nur der Fall, wenn die Testergebnisse der Kinder positiv ausfielen. "Man muss davon ausgehen, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet", erklärte der Landrat und versicherte: "wir sind gewappnet."

Derzeit arbeitet das Landratsamt daran, mobile Einheiten auszustatten, um künftig mögliche Corona-Erkrankungen vor Ort testen zu können. Über aktuelle Entwicklungen informiert das Landratsamt auch auf seiner Homepage landkreis-augsburg.de. Alle Personen, die aus einer ausgewiesenen Risiko-Region zurückkehren und die für das Coronavirus typischen Grippesymptome aufweisen, mit einem bestätigten Krankheitsfall in Kontakt waren oder anderweitig Grund zur Annahme haben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, sollen sich unter der Telefonnummer 0821/3102-3999 an das Gesundheitsamt wenden. Diese Hotline ist zwischen 8 und 20 Uhr erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten stehen außerdem der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 und die Hotline Coronavirus Bayern unter 09131/ 6808-5101 zur Verfügung. Von unangemeldeten Besuchen in Arztpraxen, Kliniken oder im Gesundheitsamt sei unbedingt abzusehen. "Der erste Schritt soll der Blick auf die Homepage sein", sagte Schlachter. Denn in vielen Fällen stellte sich in den vergangenen Tagen heraus, dass sich die Fragen der Bürger durch Informationen auf der Internetseite des Landratsamtes bereits im Vorfeld hätten klären lassen können. "So werden Kapazitäten verschwendet", merkte Schlachter an.

"Wir lernen jeden Tag etwas neues über den Erreger"

Landrat Sailer kritisierte das Robert-Koch-Institut für die mangelnde Ausweisung der Risikogebiete. "Ich halte es für geradezu fahrlässig, zu sagen, dass Südtirol noch kein Risikogebiet ist", sagte Sailer mit Blick auf den im Landkreis infizierten Mann, der sich dort im Familienurlaub aufhielt.

In den kommenden Tagen müssten laut Schlachter sämtliche Personen ausfindig gemacht werden, die mit den beiden Infizierten unlängst in Kontakt standen. Im Falle des Kutzenhauseners soll es sich um jemanden handeln, der eng ins gemeinschaftliche Leben eingebunden war, also aktiv in Vereinen unterwegs war.

"Derzeit gibt es noch keinen Impfstoff", erklärte der Hygienekontrolleur und führte weiter aus: "Wir lernen jeden Tag etwas neues über den Erreger." Eine Infektion könne laut Schlachter einfach vermieden werden. Er rät den Bürgern: "Waschen sie sich regelmäßig die Hände." Zudem sollten beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase gehalten und sich ebenfalls dabei von anderen Personen abgewandt werden, wenn kein Taschentuch griffbereit ist.

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