Region: Aichach|Friedberg

Das Ergebnis des DNA-Tests ist da: Ein Wolf hat die sieben Schafe bei Igenhausen gerissen

Sieben Schafe hat ein Wolf bei Igenhausen gerissen. Wie der DNA-Test nun ergab, handelte es sich um ein männliches Tier. (Symbolbild)

Ein Rüde riss die sieben Schafe bei Igenhausen im Landkreis Aichach-Friedberg.

Drei Wochen hat es gedauert, nun liegt das Ergebnis des DNA-Tests vor und beweist abschließend das, was für Experten schon kurz nach der tödlichen Attacke außer Frage stand: Es war ein Wolf, der in der Nacht zum 25. Juli zwischen Igenhausen und Schönbach sieben Schafe gerissen hat. Genauer gesagt handelt es sich um einen Rüden, also einen männlichen Wolf, wie eine Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Umwelt am Montagnachmittag ausführte.

Auskünfte über die mögliche Herkunft des Tieres konnte sie nicht machen. Dies sei anhand der vorliegenden Proben nicht möglich gewesen, hieß es auf Nachfrage. Gefunden worden war unter anderem Losung des Wolfes. Nicht beantwortet werden kann darüber hinaus die Frage, ob möglicherweise ein direkter Zusammenhang besteht zu mehreren Schafen, die am 3. August im Landkreis Ostallgäu gefunden wurden und ebenfalls nachweislich von einem Wolf getötet worden waren. Die Untersuchungen zu Herkunft und zur Individualisierung des Tieres im Ostallgäu seien noch nicht komplett abgeschlossen, so das Landesamt für Umwelt. In beiden Fällen werden die Wölfe nun im Monitoring des „Bayerischen Wildtiermanagements große Beutegreifer“ ganz allgemein der „zentraleuropäischen Population“ zugerechnet.

Für Rupert Reitberger war der DNA-Test lediglich noch Formsache. Die Erkenntnisse, die man auf seiner Weide zwischen Igenhausen und Schönbach gewonnen hat, seien zu eindeutig gewesen. In einem regelrechten Blutrausch waren den Schafen Teile aus ihrem Körper gerissen worden. Mal ganz abgesehen davon, dass der Wolf eine Nacht später zurückkam und von einer Wildkamera abgelichtet werden konnte.

Sieben Schafe von Rupert Reitberger und seinem Sohn Stefan hatte er zuvor gerissen. Sechs Tiere lagen übel zugerichtet bereits tot auf der Weide, ein weiteres musste von seinem Leiden erlöst werden. Noch ein weiteres der von der kleinen Herde übrig geblieben fünf Schwarzkopfschafe überlebte schwerverletzt und hat sich inzwischen schon wieder ganz gut erholt. Zunächst blieben allesamt im Stall, mittlerweile dürfen sie wieder raus. Allerdings nur auf die Streuobstwiese direkt hinter dem Reitberger-Hof. „Sie haben sich verändert, sind viel scheuer geworden“, berichtet Rupert Reitberger, der viel Zuspruch bekam nach seinem Appell, Wölfe nicht mehr in dicht besiedelten Regionen zuzulassen. Den Entschädigungsantrag haben die Reitbergers gestellt, ob sie ihre Herde langsam wieder vergrößern, sei noch offen. „Irgendwie hat man Bammel“, betont Rupert Reitberger. (roe)

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