Neues Basketballfeld in Mering: Warum schon öfter die Polizei anrücken musste

Freie Mitarbeiterin Heike Scherer aus Mering
Georg, Lukasz, Karim, Arda und Gabriel (von links nach rechts) verbringen derzeit jede freie Minute am neu gebauten Basketballfeld am Schulgelände. Basketball spielen ist zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden.

Mit dem Bau der Eduard-Ettensberger-Halle verschwand das Basketballfeld in Mering. Seit Herbst 2020 gibt es ein neues Streetballfeld zwischen dem Gymnasium und der Realschule. Allerdings führt die Lage immer wieder zu Konflikten. Der Schulbetrieb dauert bis 16.15 beziehungsweise 17 Uhr. Ab 16 Uhr ist der Basketballplatz für die Öffentlichkeit freigegeben. Sogar die Polizei war schon vor Ort und vertrieb die Jugendlichen von dem Platz.

Gabriel, Arda, Karim, Lukasz und Georg sind Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren. Sie treffen sich zurzeit täglich, so lange wie möglich, am neuen Basketballfeld. Sie würden gerne im Verein Basketball spielen, wenn es in Mering einen gäbe. Aber das Angebot besteht nach ihrer Aussage nur in Kissing und Friedberg. Deshalb sind einige von ihnen momentan im Fußballverein aktiv dabei. Basketball trainieren sie gemeinsam und lieben das Geräusch, wenn der Ball durch das Netz fällt. „Wir spielen täglich hier Basketball, in den Ferien waren wir oft schon am Vormittag da“, verrät Karim, der in Aichach zur Schule geht. Seine Freunde besuchen verschiedene Schulen in Kissing, Mering oder Friedberg. „Ich liebe Basketball, es ist ein wichtiger Teil meines Lebens“, sagt Karim und lässt den Ball auf seinem Finger drehen.

Er war mit seinen vier Freunden mit dabei, als es beim Gespräch mit dem Bürgermeister um den neuen Standort für Basketball ging. Vor einer Entscheidung befragte Florian Mayer interessierte Jugendliche. „Ich wollte einen Platz für die Öffentlichkeit und dachte erst an den Skaterplatz“, erklärt er. Aber er erfuhr, dass dann die Benutzung der Skateranlage stark eingeschränkt sei und deswegen äußerte Marktgemeinderat Georg Resch die Idee, den freien Platz zwischen den Schulen in Erwägung zu ziehen. Dort wurde dann auch 2020 das neue Basketballfeld errichtet, wofür die Gemeinde Mering 30.000 Euro investierte.

Der Schulleiter Dr. Josef Maisch sagt, dass der Platz nicht so ideal sei, weil im gebundenen Ganztag circa 120 Schüler bis 16.15 Uhr Unterricht hätten, Klassen in der Kollegstufe sogar bis 17 Uhr. Bevor das Schild über die Öffnungszeiten stand, spielten schon die ersten Spieler kurz nach dem Mittagessen, was zu Störungen des Schulbetriebes geführt habe. Solange der Unterricht stattfinde, zähle der Platz aus Sicherheitsgründen als Schulgelände und es dürften sich dort keine fremden Personen aufhalten. Anfangs hätten Jugendliche, die darauf hingewiesen wurden, nicht sehr freundlich reagiert.

Bereits im Herbst war die Anlage fertig geworden, aber coronabedingt konnte sie erst im Mai 2021 freigegeben werden. „Es sollte dadurch ein neuer Treffpunkt für die Jugend geschaffen werden. Ansonsten gibt es nur noch die Bolzplätze hinter dem Trachtenheim, in St. Afra und bei St. Margarita“, berichtet der Bürgermeister. Mit dem Bau des neuen Hortes und der Erweiterung der Tagesstätte St. Margarita entfällt eine der Treffmöglichkeiten. Um Vandalismus zu vermeiden, wird das neue Basketballfeld an die Videoüberwachung der Schulen angeschlossen. Für die Benutzung gibt es mehrere Regelungen, die auf einem grünen Hinweisschild nachzulesen sind.

Das neue Basketballfeld ist montags bis donnerstags von 16 bis 20 Uhr, am Freitag von 14 bis 20 Uhr, samstags, sonntags, an Feiertagen und in den Ferien von 8 bis 20 Uhr oder bis Einbruch der Dunkelheit für die Öffentlichkeit zugänglich. Verboten sind dort die Mitnahme von Hunden, laute Musik, Fahrradfahren, Alkohol, rauchen und Drogen. Abfälle sind in die angebrachten Körbe zu entsorgen. Bis 16 Uhr ist das Feld den Schulen vorbehalten und der Unterrichtsbetrieb darf auf keinen Fall gestört werden.

Bereits dreimal gab es Probleme, als die fünf Jugendlichen dort spielten. Derzeit genießen sie fast jede freie Minute für Basketball. Sie würden sich freuen, wenn andere interessierte Jugendliche dazukämen und mit ihnen gemeinsam spielen, sagen sie. Gerne würden sie ein bisschen Musik beim Spielen anstellen, aber sie lassen es lieber bleiben. Schließlich wollen sie ihren neuen Platz weiterhin benutzen und nicht noch einmal Konflikte bekommen.

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