Region: Dillingen|Wertingen

Ein Beruf, bei dem sie einen Beitrag für die Gesellschaft leisten

LeserReporter Brigitte Bunk aus Wertingen
Obermeister Alexander Gumpp (Dritter von links), Kreishandwerksmeister Werner Luther (Zweiter von rechts), Christoph Schweyer (links, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft) und die Ehrengäste freuen sich mit den jungen Zimmerern und der Zimmerin, dass sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.
Acht Berufsanfänger standen bei der Freisprechungsfeier der Zimmerer im Landkreis Dillingen im Mittelpunkt

Lutzingen Zimmerer arbeiten mit Holz, dem schönsten Rohstoff, den man sich vorstellen könne. Davon zeigte sich Alexander Gumpp überzeugt. Ein Rohstoff, von dem mehr nachwachse als verbraucht werde. Der Kohlenstoff speichert. Das sei notwendig, um aktiven Klimaschutz zu erreichen. „Bauen ist nicht nur Broterwerb, sondern ein Beitrag für die Gesellschaft, den wir verantwortlich mit allen anderen am Bau Beteiligten zukunftsorientiert zu erfüllen haben.“ Damit gratulierte der Obermeister der Zimmererinnung ebenso wie sein Stellvertreter Christian Graf bei der Freisprechungsfeier im IBL in Lutzingen sieben Junggesellen und einer Junggesellin zu ihrer Berufswahl.

Stellvertretender Landrat Erhard Friegel freute sich, dass die Innung die Freisprechungsfeier in diesem würdigen Rahmen abhalte. Außerdem dankte er den Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und Familien, welche die jungen Leute unterstützt haben, damit diese nun wie bei einer Bergwanderung den Blick nach vorne und zurück genießen können.

Über die begonnene Tradition, die Freisprechungsfeier im IBL in Lutzingen abzuhalten, freute sich Bürgermeister Christian Weber. „Regionalität braucht Zusammenhalt“, appellierte er an die jungen Leute, ihre eigenen Kompetenzen einzubringen, um gemeinsam etwas zu bewegen, was wiederum zu Zufriedenheit führe. Wie Landtagsabgeordneter Georg Winter verwies er darauf, dass die Welt Deutschland um die duale Ausbildung und die Handwerksbetriebe beneide. Winter ergänzte: „Der Gesellenbrief steht für ‚Made in Germany‘, für Ausbildungsqualität, technisches Know-how und Praxiserfahrung.“ Das sei umso wichtiger, weil die Begeisterung praktisch weitergegeben werden müsse. Nicht alles stehe in Büchern. Alexander Gumpp betonte: „Wir bilden so viele Lehrlinge aus, wie wir bekommen können. Heutzutage liegt es nicht mehr an der Bereitschaft der Betriebe.“

Es sei eine große Verantwortung, wenn man sieht, was aus dem lebenden Rohstoff Holz entstehen könne, meinte Landtagsabgeordneter Johann Häusler. Er wies darauf hin, dass, wer sich zum Meister weiterbilde, gleichgestellt sei mit einem Bachelor, allerdings stärker nachgefragt.

Die Freisprechung selbst übernahm Kreishandwerksmeister Werner Luther. „Sie haben alles richtig gemacht, einen vielseitigen Beruf erlernt, der Ihnen alle Chancen für die Zukunft eröffnet“, betonte der Nördlinger und führte aus: „Schulische Bildung allein bringt uns nicht weiter. Es gibt viele Menschen, die durch die berufliche Bildung oft mehr Möglichkeiten auf ein zufriedenes Leben haben.“

Hubert Ehnle aus Eppisburg erhält den Goldenen Meisterbrief

Eine ihrer Möglichkeiten sahen die acht jungen Zimmerleute bei der Ehrung von Hubert Ehnle. Der 60-Jährige aus Eppisburg erhielt als Anerkennung für seine Lebensleistung von Kreishandwerksmeister Luther und Obermeister Gumpp den Goldenen Meisterbrief. Nicht nur, dass Ehnle nach seiner Ausbildung im elterlichen Betrieb das Unternehmen übernommen und kontinuierlich weiterentwickelt hat. Der Obermeister stellte heraus: „Er hat es geschafft, die Begeisterung für das Zimmererhandwerk weiterzugeben.“ An viele Auszubildende und an seinen Sohn, der auch das Ehrenamt im Vorstand der Innung weiterführt. Hubert Ehnle übte es von 1996 bis 2016 aus. Seit 2002 ist er außerdem Mitglied im Meisterprüfungsausschuss der Zimmerer, hat sich im Gemeinderat engagiert und unterstützt die örtlichen Vereine. Wobei ihm stets seine Frau Antonie den Rücken stärkte, wie Obermeister Gumpp wichtig war zu betonen. (pm)

 

Die Junggesellen und Junggesellin und ihre Ausbildungsbetriebe:

Jonas Braunecker (Holzbau Vinzenz Hafner, Syrgenstein); Max Gebauer, Andreas Müller (Gumpp und Maier, Binswangen); Christoph Gromer (Glaß Holzbau, Buttenwiesen); Alexander Saur, Laura Schwertberger, Dominik Wagner (Schwertberger Holzbau, Dillingen); Kai Günter Streifeneder (Holzbau Graf, Steinheim).

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