Region: Augsburger Land

Freiwillige Feuerwehr Langenreichen: Die staubigen Zeiten sind vorbei

LeserReporter Steffi Brand aus Meitingen

Kaspar Dirr (Zweiter von rechts) erhielt bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Langenreichen Präsente, Auszeichnungen und reichlich Lob von Vorstand Michael Egger (Zweiter von links), Kommandant Matthias Fay (rechts) und Meitingens Bürgermeister Michael Higl (links). Seit dem 1. Oktober 1980 ist Dirr aktiver Feuerwehrmann. Für Meitingens Bürgermeister Michael Higl war diese Ehrung auch die Möglichkeit zu betonen, dass es vor allem um die Menschen geht, die sich engagieren. „Autos können beschafft werden“, erklärte Meitingens Bürgermeister und verwies auch auf den Feuerwehrbedarfsplan, der zeigte, dass es im Ort zwar einige Feuerwehrfahrzeuge gibt, es aber vor allem an Manpower bedarf, um diese dann auch zum Einsatz zu bewegen. Kaspar Dirr agiert seit 40 Jahren als aktiver Feuerwehrmann und geht damit auch als gutes Beispiel für aktives Engagement voran.

Vorstand Michael Egger blickt bei der Jahreshauptversammlung auf den Umbau und zahlreiche Vereinsaktivtäten zurück. Kommandant Matthias Fay passt den Übungsplan auf das neue Alarmierungskonzept an.

Die Jahreshauptversammlung (JHV) der Freiwilligen Feuerwehr Langenreichen fand erstmals im Dachgeschoss des „neuen“ Feuerwehrhauses statt. Der Umbau war auch Thema im Rückblick des ersten Vorstandes, Michael Egger. 16 Monate Bauzeit und 1850 geleistete Arbeitsstunden wurden dokumentiert. Die Abrissarbeiten legten zunächst weite Teile des Feuerwehrhauses in Schutt und seien eine „wüste Sache“ gewesen, so Egger. Das war zum Start der Baumaßnahme im Juni 2018. Im Oktober sei der neue Dachstuhl aufgebaut worden, anschließend sei es in allen Gewerken „rundgegangen“, berichtet der Vorstand. Ab 2019 schien Licht am Bau-Horizont sichtbar zu werden: Der Dreck war raus, Malerarbeiten begannen, die Räumlichkeiten erhielten ihr neues Mobiliar.

„Wir haben viel Geld in die Hand genommen und etwas geschaffen, worauf wir stolz sein können“, fasste der Vorstand zusammen und bedankte sich bei den Organisatoren und der Gemeinde Meitingen, die durch Bürgermeister Michael Higl vertreten war, ebenso wie bei den aktiven und passiven Mitgliedern und allen, die tatkräftig mitgearbeitet haben.

Trotz der vielen Stunden, die die Langenreichener Floriansjünger in den Umbau investiert haben, litten ihre Vereinsaktivitäten nicht darunter: Neben zahlreichen Geburtstagsbesuchen nahmen sie am Feuerwehrpokalschießen teil und waren unter anderem zu Fronleichnam, der 140-Jahr-Feier in Ostendorf, der 145-Jahr-Feier in Thierhaupten, bei der Ulrichswallfahrt, beim FCL-Elfmeterturnier und beim Volkstrauertag aktiv. Etabliertes, wie etwa die Karibikbar beim Schloßstraßenfest in Meitingen oder die Teilnahme beim Weihnachtsmarkt in Meitingen, wurden fortgeführt. Mit dem Adventsglühen, dem Weihnachtsmarkt, der auf Initiative des Vereins für Gartenbau und Landschaftspflege auf dem neuen Dorfplatz durchgeführt wurde, wurde vermutlich eine neue Tradition begründet.

Über die Aktionen der aktiven Wehr berichtete Matthias Fay als Erster Kommandant. Die aktive Mannschaft besteht aktuell aus 19 Atemschutzgeräteträgern, zehn Gruppenführern, zehn Maschinisten und sechs Leitern einer Wehr. Aktive Damen in der Wehr gibt es aktuell nicht, was sich künftig ändern soll. Die Feuerwehrjugend, in der es drei aktive Frauen gibt, soll den Anfang machen. Darüber hinaus sollen wieder verstärkt Mitglieder akquiriert werden – für die aktive Wehr und für die neue Jugendgruppe, die laut Jugendwart Thomas Kraus dann starten soll, wenn die aktuelle Jugendgruppe in die aktive Mannschaft wechselt.

Ausgerückt ist die Langenreichener Wehr zu neun angeordneten Einsätzen und zu weiteren neun Einsätzen, die teilweise bereits im Zuge des Pilotprojekts der Ausrückegemeinschaft angefallen sind. Wie berichtet bedeutet dies für die aktive Wehr in Langenreichen, dass sie tagsüber immer dann alarmiert wird, wenn in Meitingen, Erlingen und Herbertshofen ein Alarm aufläuft. Diese gemeinschaftliche Alarmierung soll dazu dienen, die benötigte Mannstärke tagsüber in der Marktgemeinde zu gewährleisten. Meitingens Bürgermeister Higl erklärte: „Wenn wir nicht zusammenarbeiten, können es die Ortschaften nicht leisten.“

Auf eben diese Tatsache wird auch künftig das Übungsprogramm der Langenreichener Wehr stärker abzielen, so Fay: „Die Übungen sollen angepasst werden, da tagsüber kein Gruppenführer der Langenreichener Wehr im Ort ist.“ Mithilfe eines Einsatzablaufplanes möchte Fay seine aktive Mannschaft künftig dafür rüsten, selbstständig zu einem Einsatzort ausrücken zu können, um sich dann vor Ort einem Gruppenführer einer anderen Ortsteilwehr anzuschließen. Darüber hinaus zeigt der Übungsplan der Wehr Frühdefi- und Erste-Hilfe-Kurse, die nicht ausschließlich für die aktiven Floriansjünger angeboten werden, sondern auch für alle Interessierten. Auch platzierte Fay einen Appell an die Vereinsvorstände, die ebenfalls zur JHV gekommen waren: Ihm schwebt eine gemeinsame Jugendarbeit im Ort vor. Bei einem Treffen der Ortsvereine könnten ein gemeinsames Konzept und ein gemeinsamer Flyer entstehen, so Fay. Seine Intention fasst er so zusammen: „Nur durch gemeinsame Arbeiten können kleinere Vereine in den Ortsteilen zukünftig bestehen.“

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