Region: Augsburger Land

Postkarten nach Tokio: Showa-Denko-Mitarbeiter kämpfen gegen Schließung

Das Unternehmen Showa Denko (SDK) plant, die Produktion von Graphitelektrodennippeln am Standort in Meitingen einzustellen (Symbolbild).

Showa-Denko-Mitarbeiter kämpfen gegen Schließung.

Das japanische Unternehmen Showa Denko (SDK) hat Anfang Februar bekannt gegeben, dass der Produktionsstandort in Meitingen komplett geschlossen werden soll. 140 Beschäftigte würden in diesem Fall ihre Arbeit verlieren, obwohl laut IG-Metall ein Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag den Fortbestand der Arbeitsplätze noch bis 2022 sichern sollte. Dieser sei 2018 geschlossen worden, nachdem das Unternehmen das Werk von SGL Carbon übernommen hatte.

Die Beschäftigten protestierten nach einem Aufruf der IG Metall bereits einen Tag nach der Bekanntgabe mit einer Kundgebung in Meitingen gegen die Schließungspläne. Unterstützt wurden sie dabei von ihren ehemaligen Kollegen von SGL Carbon, Brembo SGL und weiteren Betrieben.

Inzwischen fanden laut der IG Metall Augsburg auch erste Gespräche mit der Politik statt. Michael Leppek, erster Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg, freut sich über die ersten Reaktionen aus der Politik, betont aber: „Nun braucht es echte Unterstützung, um die Arbeitsplätze zu erhalten.“ Leppek fordert ernaut auch den Arbeitgeberverband vbm auf, den "angekündigten Vertragsbruch" von Seiten Showa Denkos zu stoppen. „Viele Mitglieder fragen uns, was Beschäftigungssicherungs-Tarifverträge noch wert sind", so Leppek. "Wenn der vbm nicht reagiert, wird dies Auswirkungen auf unsere Tarif- und Betriebspolitik in der Region haben."

Um das japanische Unternehmen zum Umdenken zu bewegen, ruft die IG Metall Augsburg die Beschäftigten und Unterstützer nun dazu auf, sich mit einer Postkartenaktion analog und digital an das Top-Management von Showa Denko in Tokio zu wenden. Das Schreiben auf der Postkarte fordert das Unternehmen auf, die Schließung des Standorts zu stoppen und den Vertrag mit der IG-Metall und den Beschäftigten zu erfüllen. Die Mitarbeiter hätten die Nachricht von der Schließung "mit Schrecken und Wut" aufgenommen. Bei der Bekanntgabe der Schließung habe Makoto Takeda, CEO der Carbon Division, den Mitarbeitern noch für ihre harte Arbeit gedankt und habe ihnen seinen Respekt ausgesprochen. "Wir finden jedoch: So erweist man den Mitarbeitern, die für das Unternehmen hart gearbeitet haben, keinen Respekt", heißt es im Schreiben an das Management. (pm)

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