Region: Augsburger Land

SGL Carbon in Meitingen: Stolperschwelle für Zwangsarbeiter

Zur Erinnerung an Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg ist nun eine Stolperschwelle vor dem SGL-Werk in Meitingen verlegt worden.

Bei der ehemaligen Siemens-Plania, einem Vorgängerunternehmen von SGL Carbon in Meitingen, wurden im Zweiten Weltkrieg insgesamt über 200 ausländische Kriegsgefangene und zivile Arbeitskräfte zur Zwangsarbeit im Werk eingesetzt. In Gedenken an die Zwangsarbeit ist nun vor dem Gelände von SGL Carbon eine Stolperschwelle in den Boden eingelassen worden. Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Kunst-Denkmals Stolpersteine, hat die Schwelle gestaltet und verlegt. Mit in den Boden verlegten Gedenktafeln, den sogenannten Stolpersteinen, soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden. In ganz Europa wurden inzwischen zahlreiche Stolpersteine verlegt.

Bernhard Lehmann von der regionalen Arbeitsgruppe Augsburg-Schwaben des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie" hat die Historie der Zwangsarbeit in Meitingen und Umgebung aufgearbeitet. Die Einweihung der Stolperschwelle besuchten neben verschiedenen politischen Vertretern auch einige Angehörige der damaligen Zwangsarbeiter.

Die Stolperschwelle sei eine wichtige Erinnerung an die schrecklichen Geschehnisse, sagte Rüdiger Krieger, Standortleiter von SGL Carbon in Meitingen. "Sie verdeutlicht die Verpflichtung für uns alle, diese Erinnerung für immer wach zu halten und uns stets aktiv für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen.“

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