Region: Augsburger Land

Vortrag über den Hospizdienst an der Mittelschule Meitingen

Mandy Regis-Lebender mit Schülern der 9. Klasse der Mittelschule Meitingen, die ihr Blumen und eine kleine Spende für die Meitinger Hospizarbeit überreichten.

Sich um die Bedürfnisse eines schwerstkranken Menschen kümmern: Das steht laut Mandy Regis-Lebender im Mittelpunkt der Hospizarbeit. Die Leiterin der Hospizgruppe in Meitingen hat den 9. Klassen der örtlichen Mittelschule in einem leidenschaftlichen Vortrag die Arbeit in der Palliativversorgung nähergebracht.

Die Religionslehrerinnen beider Konfessionen organisierten für die 9. Klasse der Meitinger Mittelschule einen Vortrag zum Thema Hospizbegleitung und Palliativangebote. Im Lehrplan der 9. Jahrgangsstufe sehen sie die Informationen als Alternative und Ergänzung zur Thematik Sterbehilfe.

Als Referentin kam Mandy Regis-Lebender, die Leiterin der Hospizgruppe in Meitingen. Corona-gemäß fand die Veranstaltung unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen im Bürgersaal der Marktgemeinde statt.

Mandy Regis-Lebender ist mit Leib und Seele in der Hospizarbeit tätig. Sie und ihr Team beraten Betroffene und Angehörige zur Palliativ- und Hospizversorgung und tragen den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit. Außerdem sind sie für die Belange der Hospizbegleiter da, organisieren Aus- und Fortbildungen und ermöglichen Supervision.

Die Referentin berichtete den Religionsgruppen der 9. Klassen leidenschaftlich von ihrer langjährigen Tätigkeit in der Hospizarbeit. Hierbei stehe der schwerstkranke und sterbende Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen sowie seine Angehörigen im Mittelpunkt. Sie berichtet, dass sich viele Betroffene wünschen, bis zum Lebensende in ihrem vertrauten Umfeld bleiben zu können.

Das Gefühl der Isolation mache vielen Menschen während der Corona-Pandemie zu schaffen. Doch oft werde vergessen, dass es Menschen gibt, die sich allein gelassen und einsam fühlen, weil sie schwer krank sind und im Sterben liegen. Auch die Angehörigen seien häufig überfordert und fühlen sich ebenfalls alleine.

Über dieses wichtige Thema, den Begriff „Palliative Care“ und den Hospizdienst Meitingen informierte Mandy Regis-Lebender die Schüler in ihrem Vortrag. Anschaulich führte die engagierte Referentin zunächst in die Geschichte der Hospizbewegung ein und stellte dann klar, dass die Lebensqualität eines Menschen mit einem Tisch vergleichbar wäre. Ein Tisch stehe nur gut und sicher, wenn seine vier Beine gleich lang sind. Für die Lebensqualität des Menschen sei es wichtig, dass auch dieser auf vier Beinen stehen kann. Diese „Beine“ seien die Familie, die Freunde, das Berufsleben und die persönliche Glaubenswelt.

„Gute Hospizbetreuung besteht darin, immer wieder zu versuchen, diese vier Tischbeine in einen Ausgleich zu bringen“. Mandy Regis-Lebender erläuterte auch die Bedeutung von „Palliative Care“ und stellte klar, dass Hospizarbeit manchmal einfach bedeute, still am Bett des Sterbenden zu sitzen und dessen Hand zu halten.

Begriffe wie Palliativmedizin, Palliativpflege oder Hospizbegleitung sind Teil der „Palliative Care“. Dazu gehören alle Maßnahmen, die die Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm so eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Tode gewährleisten. Auch die Bezugspersonen des Sterbenden sollen unterstützt werden.

Konrektor Andreas Tepper bedankte sich bei der Referentin für ihren engagierten Vortrag und bei den Religionslehrerinnen für die Organisation. Die Mittelschule Meitingen überraschte Mandy Regis-Lebender mit einer Spende für den Hospizdienst, mit einem Blumengruß und einem Gläschen Honig aus dem eigenen Schulgarten. (rogu)

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