Region: Augsburger Land

Dr. Mehring: „Leuchtturmprojekt von landesweiter Strahlkraft“

LeserReporter Team Fabi aus Meitingen

Freistaat Bayern fördert „Lernort jüdisches Leben“ in Buttenwiesen auf Initiative des Landtagsabgeordneten mit 100.000 Euro. Kultus-Staatssekretärin Anna Stolz folgt Mehrings Einladung ins Zusamtal.

Nachdem Anfang des Jahres bekannt wurde, dass das Buttenwiesener Projekt „Lernort jüdisches Leben“ auf Initiative von Dr. Fabian Mehring, Parlamentarischer Geschäftsführer der FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag, mit 100.000 Euro aus München unterstützt wird, folgte nun der offizielle Ortstermin. Dafür konnte Mehring die Staatssekretärin für Kultus und Unterricht, Anna Stolz, für einen Besuch im Zusamtal gewinnen, um dem Kabinettsmitglied gemeinsam mit Bürgermeister Hans Kaltner sowie Bernhard Hof, Beauftragter für jüdisches Erbe und Erinnerungskultur, das Projekt vorzustellen.

„Bayerns Erinnerungskultur muss sich für eine Zeit wappnen, in der keine Zeitzeugen mehr zur Verfügung stehen, um aus erster Hand über die Schrecken des Nationalsozialismus und die traditionsreichen Spuren des Judentums in unserer Heimat zu berichten“, erklärt Mehring den Hintergrund des Projekts. „Erinnerungsorte, an denen die Selbstverständlichkeit des jüdischen Lebens in Bayern unmittelbar erlebbar wird, sind deshalb ein unverzichtbarer Schatz, den es zu pflegen und auszubauen gilt. Das landesweit einzigartige Ensemble aus Mikwe, Synagoge und jüdischem Friedhof, ist ein Juwel von unschätzbarem Wert, das die Gemeinde Buttenwiesen hierfür prädestiniert. Die Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen eröffnet zudem die Gelegenheit, Lehrkräfte und Schüler aus ganz Bayern von diesem besonderen Mosaikstein der Erinnerungskultur profitieren zu lassen. So entsteht in unserer Heimat ein Leuchtturmprojekt von landesweiter Strahlkraft, das weit über die Region hinaus wirken wird“, so FW-Spitzenpolitiker Mehring in Buttenwiesen.

Bürgermeister Kaltner freut sich bereits auf Besuchergruppen aus Nah und Fern: „Die Basis für das Projekt bilden ein einmaliges jüdisches Ensemble und viele, auch versteckte Spuren des jüdischen Lebens, die sich in Buttenwiesen finden. Dem außerordentlichen Engagement unseres Gemeindearchivars Dr. Johannes Mordstein und des von uns bestellten Beauftragten Bernhard Hof verdankt es sich, dass dieses jüdische Erbe zur Grundlage eines Bildungsprojekts werden kann. Deren große Erfahrung und hervorragende fachliche, pädagogische und didaktisch-methodische Kompetenz ermöglicht, dass der „Lernort Buttenwiesen“ zu einem großartigen Erfolg werden wird.“ Laut Hof ermöglicht die Unterstützung des Freistaats den Start des Projekts und erläuterte die Grundzüge des Konzepts. „Das Bildungsangebot soll dabei für alle zugänglich sein: verschiedene Altersgruppen, Schularten, Bildungsschichten und Menschen mit unterschiedlichen Lernmotivationen. Das erfordert Barrierefreiheit der Angebote, Differenzierung nach Schularten und Jahrgangsstufen“, so Hof.

Nach der Vorstellung des Projekts und Grußworten des Initiators Mehring, des Heimatabgeordneten Johann Häusler und der Staatssekretärin aus dem Kultusministerium führte Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein durch den Informationsrundgang im jüdischen Ensemble. Stolz war dabei vom Engagement der Gemeinde sehr angetan und  unterstrich die Wichtigkeit des Projekts. „Jüdische Bürgerinnen und Bürger haben das Leben in Buttenwiesen seit dem 16. Jahrhundert entscheidend mitgeprägt und sind ein wichtiger Teil der Identität und der Geschichte der Gemeinde. Buttenwiesen steht dabei aber auch stellvertretend für viele Dörfer, Ortschaften und Städte in Bayern, vor allem in Schwaben und Franken, in denen sich Spuren des ländlichen jüdischen Lebens im Freistaat finden. Heute stehen uns die jüdischen Bauten, die die Menschen hier hinterlassen haben, als Mahnmale vor Augen. Denn die Gemeinden auf dem Land existieren heute zum Großteil nicht mehr. Die steinernen Zeugen helfen uns, die Erinnerung wach zu halten und als Gesellschaft gemeinsam dafür einzustehen, dass sich das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte nicht wiederholt. Lernorte wie Buttenwiesen leisten einen ganz wichtigen Beitrag zur Prävention gegen Antisemitismus, indem sie jüdisches Leben sicht- und erlebbar machen. Die Staatsregierung unterstützt die Einrichtung dieser weiteren Säule der lebendigen Erinnerungskultur deshalb mit einem Zuschuss über 100. 000 Euro.“

Mehring, der bereits zu Beginn des Projekts persönlich in Buttenwiesen war, zeigte sich erneut begeistert vom unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten und der zwischenzeitlichen Entwicklung vor Ort. „Ich bin Bürgermeister Kaltner, dem Beauftragten der Gemeinde für jüdisches Erbe und Erinnerungskultur Bernhard Hof und Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein für ihr großartiges Engagement zugunsten dieser Idee sehr dankbar und froh, hierfür erfolgreich den notwendigen Rückenwind aus München erzeugt zu haben. Nicht zuletzt der heutige Besuch von Kultusstaatsekretärin Anna Stolz zeigt eindrucksvoll, dass das vortreffliche Engagement in Buttenwiesen zurecht bayernweite Aufmerksamkeit genießt“, so Mehring abschließend.

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