Region: Augsburger Land

Neue Brücke über den Lech? Meitinger Marktgemeinderat will Machbarkeit für "Erlebnissteg" prüfen

Profilbild vonFreier Mitarbeiter Peter Heider aus Meitingen
Ein Erlebnissteg über den Lech zwischen Langweid und Meitingen soll die Übergangsmöglichkeiten über den Fluss bereichern.

Etwas mehr als acht Kilometer trennen die beiden einzigen Brücken über den Lech zwischen der Kommune Langweid und der Marktgemeinde Meitingen im nördlichen Landkreis Augsburg. Im Marktgemeinderat Meitingen laufen derzeit Überlegungen, ob sich diese Situation künftig ändern könnte, wenn man zwischen dem südlichen Meitinger Ortsteil Herbertshofen und dem Todtenweiser Ortsteil Sand einen sogenannten Erlebnissteg für Radler und Fußgänger errichten würde, der mit einem angegliederten Aussichtsturm ausgestattet werden könnte.

Aber was würde das ganze Vorhaben kosten, ist es überhaupt bezahlbar? Dies soll durch eine Machbarkeitsstudie, die vom Marktgemeinderat beschlossen wurde, geklärt werden. Die Kosten für die Machbarkeitsstudie werden mit etwa 60 000 Euro beziffert. Der Marktgemeinderat zeigt weiter großes Interesse an dem Projekt, ist sich aber auch einig, dass die Eigenleistungen der Kommune nicht mehr als 800 000 Euro für den Erlebnissteg betragen sollte. Derzeit geht man von circa 1,6 Millionen Euro Kosten für die Realisierung des Bauvorhabens aus, wobei jedoch die Hälfte durch Fördergelder finanziert werden könnte. Der Erlebnissteg könnte ein Teil des Kooperationsvertrages „Flusslandschaften in Schwaben erleben 2.0“ sein, der unter Federführung der LEW Wasserkraft bis 2023 Umgestaltungen und Aufwertungen von Flussabschnitten von Lech, Iller, Donau, Günz und Wertach finanziell durch das Leader- Programm der Europäischen Union (EU) unterstützt.

Laut Meitingens Bürgermeister Michael Higl sprechen viele Argumente für die Errichtung eines Lechstegs im Raum Herbertshofen. So verlaufen beiderseits des Lechs bereits gut ausgebaute Rad- und Wanderwege, die von der Bevölkerung sehr gerne zur Erholung in der Natur genutzt werden. Mit dem Bau einer weiteren Verbindung zwischen den beiden bereits bestehenden Brücken über den Lech bei Meitingen und Langweid könnten auch die Naturräume mehr belebt und neue Rundwege geschaffen werden und bisherige auf den Lechkiesbänken erholungssuchende Badegäste an die Sandner Seen ausweichen. Die Sandner Seen sind stille Gewässer, die unter der Obhut der Wasserwacht mehr Sicherheit bieten als der strömungsreiche Lech. Außerdem brüten auf den Lech-Kiesbänken die geschützten Flussregenpfeifer, denen der Besuch von Badegästen im Sommer überhaupt nicht gefällt.

Meitingens dritter Bürgermeister Rudolf Helfert plädierte für die „Erlebnisstegidee“, die er bereits schon zweimal im Marktgemeinderat angesprochen hatte. Der UWG-Marktrat hat auch schon die Gelegenheit wahrgenommen, einen Erlebnissteg der über die Iller führt, zu überqueren. „Ein solcher Steg über den Lech wäre eine Bereicherung für unsere ganze Region“, meinte der stellvertretende Meitinger Bürgermeister.

Einige Einwände gegen das Vorhaben gab es im Gemeinderat trotzdem. So stellte etwa der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Robert Hecht in Frage, inwieweit man in Meitingen für dieses überregionale Projekt überhaupt zuständig sei. (hdr)

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