Region: Augsburger Land

Besondere Auszeichnung für Meitinger Budolehrer

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Der 2. Vorsitzende des Verbandes, Thomas Moser (links) überreicht die Verleihung an Wolfgang Wimmer (rechts)

Am vergangenen Wochenende traf sich die Vorstandschaft des Verband asiatischer Kampfkünste e.V. zu einer internen Besprechung – Quo Vadis – genannt. Im Rahmen dieser überreichten der Vizepräsident des Verbandes, Alexander Neidhart (Zürich/Schweiz) und der 2. Vorsitzende, Thomas Moser (Saal a.d.D.) an Wolfgang Wimmer dessen Ehrung zum Hanshi Jiujitsu und Hachi-(8.)DAN im Iaido. Der Titel des Hanshi ist der höchste Ehrentitel, der in japanischen Budokünsten verliehen werden kann.

 

Der 55jährige Wolfgang Wimmer betreibt seit 38 Jahren japanische Budokünste, vor 26 Jahren gründete er eine Budoschule, den Bushidokai, in der Marktgemeinde Meitingen und unterrichtet hier Kinder, Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen Budokünsten, hauptsächlich Jiujitsu, Aikijitsu und Iaido. Anlass für sein Interesse an den Kampfkünsten, so Wimmer, waren in der Kindheit Fernsehserien wie „die Rebellen vom Liang Shang Po“ und „Kung Fu“, letztendlich den Schritt in die Welt der Kampfkünste machte Wimmer im Rahmen seiner Ausbildung bei der Bayerischen Polizei, wo er noch heute tätig ist.

 

1997 gründete er den Verband asiatischer Kampfkünste e.V., dem er bis heute vorsteht. 2000 wurde er, als erster Deutscher, in die traditionsreiche Vereinigung „Dai Nippon Butoku Kai“ in Kyoto/Japan aufgenommen, einer Vereinigung, die unter der Schirmherrschaft des japanischen Kaiserhauses 1895 gegründet wurde und die in Japan selbst als DIE Institution in Sachen Budo gilt. Seit dieser Zeit ist er der deutsche Repräsentant dieser Vereinigung und für Mitgliedschaften verantwortlich. 2003 wurde ihm der Ehrentitel des „Kyoshi“ verliehen, welcher 2012 vom Dai Nippon Butoku Kai (DNBK) nach Prüfung anerkannt wurde  hier erfolgte ebenfalls vom DNBK die Prüfung zum 7. DAN (Schwarzgurt.

 

2008, 2012 und zuletzt 2016 führte ihn sein Weg nach Japan, wo er bei den jeweiligen Weltveranstaltungen die Nation „Deutschland“ mit Vorführungen, aber auch bei Meetings im Beisein Ihrer Königlichen Hoheit, Prinzessin Akiko von Mikasa, teilnahm. Von dieser erhielt er 2016 den „Outstanding Award“, sowie eine Auszeichnung für den 2. Platz im weltweiten Vergleich in der Gruppe „6. bis 8. DAN“ im Bereich Iaido.

 

2012 wurde ihm die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, seit 2008 wurde er mehrfach mit der goldenen Ehrennadel der Marktgemeinde Meitingen ausgezeichnet.

 

2017 wurde ihm der 8. DAN im Jiujitsu, Aikijitsu und Aikido verliehen. Nach dem Tod seines Meister, Hanshi Allan Tattersall (England) ist er Stiloberster des von diesem repräsentierten Myo Shin Ryu, ebenfalls nach dem Tod seines langjährigen Freundes, Hanshi Dimayuga (Frankreich) oberster des Shingitai Ryu und zugleich Leiter des Dojo seines verstorbenen Freundes in Frankreich.

 

Wimmer initiierte eine Menkyo-Ausbildung im Verband – eine Traineraus- und –fortbildung, die neben dem technischen Wissen der Kampfkünste auch Kenntnisse im Bereich Recht, Geschichte und Medizin beinhaltet. Daneben war er Motor der seit 2012 jährlich einmal stattfindenden „Von Mensch zu Mensch - Kampfkünstler helfen“ Seminare des Verbandes, deren Erlös seit damals der Deutschen Krebshilfe e.V., KinderKrebshilfe, zufließt.

 

2018 musste sich Wimmer einer schweren und nachhaltigen Operation unterziehen, deren Folge Bewegungseinschränkungen waren. Durch die Rituale und Bewegungen des Budo erreichte er eine deutliche Verbesserung und Mobilität und steht frischgestärkt wieder dem Training, sowie als Referent bei Seminaren in Deutschland, aber auch Frankreich, Schweiz, Österreich, Australien, England und Spanien vor.

 

2020 stiftete der dem Verband den „Yuri-no-Hana-Hatamoto-Orden“ (Lilienblumenritter), eine elitäre Gemeinschaft innerhalb des Verbandes, die auf 20 lebende Personen begrenzt ist, der aber bislang nur 10 Personen aus Europa angehören.

 

 

Erläuterung:

 

In den Budokünsten gibt es, neben dem bekannten Gürtelgradsystem (Kyu Grade, sowie DAN Grade von 1 bis 10, wobei 10 der höchste zu erreichende Grad ist), ein eigenständiges Lehrer- und Ehrentitelsystem.

 

Nicht jeder erreichte DAN(Schwarzgurt)-Grad bedeutet automatisch einen dieser Ehrentitel.

 

RENSHI sind solche, die sich selbst diszipliniert haben und hoch qualifizierte Lehrer sind. Renshi bedeutet übersetzt "glänzende Lehrer" KYOSHI wird oftmals mit "senior instructor" oder "Hauptinstruktor" übersetzt, bedeutet aber wirklich "treuer Lehrer". Jemand, dem der Titel KYOSHI verliehen wird, soll sich als überzeugter Verfechter des Stils, dem er angehört, auszeichnen. HANSHI ist der höchste Titel in japanischen Kampfkünsten. HANSHI wurde oftmals mit "Großmeister" übersetzt, wird aber heute mehr mit Senior-Meister übersetzt. Die wörtliche Übersetzung bedeutet beispielhafter Lehrer.

 

Quelle: Dai Nippon Butoku Kai (Kyoto/Japan)

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