Region: Augsburger Land

Fünf Stunden Kampfkunst im Online-Seminar mit Meitinger Bushido Kai

Ein Einblick in das fünfstündige Kampfkunst-Seminar: 70 Teilnehmer fanden sich zur virtuellen Lehrveranstaltung ein.

Der diesjährige Bundeslehrgang des Verband asiatischer Kampfkünste wurde via Videokonferenz abgehalten.

Seit Anfang des Jahres 2020 beherrscht die Welt das Thema "Corona". Viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sind seither von den Einschränkungen betroffen. Insbesondere die Vereinskultur, deren Basis der gesellschaftliche Austausch und gemeinsame Aktionen sind, ist nahezu zum Erliegen gekommen. Im vergangenen Jahr folgte ab dem 1. November bis zum heutigen Tage ein gänzliches Verbot des Vereinslebens – und im Fall der Budokünste ein Aussetzen des täglichen Trainings in der Gemeinschaft.

So wurde Mitte 2020 die Planung vorangetrieben in der Ballspielhalle der Gemeinde Meitingen den Bundeslehrgang des Verband asiatischer Kampfkünste (VAK) zu veranstalten – zur Feier des 25-jährigen Bestehens der in der Marktgemeinde Meitingen ansässigen Gruppe des Bushido Kai, gegründet und geleitet von Wolfgang Wimmer. Mit tatkräftiger Unterstützung seitens der Gemeinde Meitingen wurden, den jeweils ändernden gesetzlichen Vorgaben entsprechend, Hygienekonzepte erarbeitet. Letztendlich traf Wolfgang Wimmer Mitte Oktober die Entscheidung, dieses Event abzusagen.

Eine spontane Idee des Zweiten Vorsitzenden des Verbands asiatischer Kampfkünste, Thomas Moser, reifte in der Weihnachtszeit und, zum Jahreswechsel 2020/2021, tauschten sich beide Verbandsvorsitzende aus, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Nachdem ein grobes Konzept erarbeitet worden war, besprach sich die Vorstandschaft in Videokonferenzen und erarbeitete die Details. Nun wurde dem Tag des Seminares entgegen gefiebert. Um es in den Worten eines langjährigen Budoka auszudrücken: "Ich habe schon einige unserer VAK Seminare, auch Bundeslehrgänge, organisiert, aber so aufgeregt und nervös wie jetzt, war ich noch nicht".

Die Verantwortlichen hatten keine Ahnung, ob sie damit das Interesse der Mitglieder in diesen Zeiten wecken. Seit Anfang vergangenen Jahres beschäftigt uns hier in Deutschland das Thema Corona und ebenso lange haben die Dojo/Dojang auch mit den Einschränkungen, die damit einhergehen, zu tun. Insoweit wussten die Verantwortlichen nicht, ob und in welcher Weise sie damit ihre Mitglieder erreichen. Umso mehr waren sie von dem Interesse überrascht, fanden sich "in der virtuellen Welt" doch knapp 70 Teilnehmer aus Belgien, Frankreich, Schweiz, Deutschland und Italien ein.

Die beiden Verbandsvorsitzenden begrüßten zur ersten Einheit mit Tasshi Beate Brauer. Danach folgten weitere Einheiten mit Kyoshi Thomas Moser mit Karate-Do, Kyoshi Michael Brauer mit Hanbojitsu und Sensei Hugo Hein mit Qi Gong. Auch auf dem Programm standen Kyoshi Wolfgang Wimmer mit Iaido und Hanshi Rudolf Gabert ebenfalls mit Karate-Do.

Jeder der Referenten hatte sich etwas überlegt, um hier online den Teilnehmern ein Programm zu liefern, welches auch virtuell übermittelt werden kann. "Wann ist das nächste", "wird das wiederholt", "gut gemacht" und "weiter so, war super" waren einige der Rückmeldungen am Ende des fünfstündigen Seminars.

Es kann derzeit nicht abgeschätzt werden, ob, wann und wie es mit den jeweiligen Budokünsten in Coronazeiten weitergeht, deshalb haben sich die Verbandsverantwortlichen zusammen mit den VAK Kodansha überlegt, regelmäßige Online-Trainings durchzuführen, ebenso wie die nun anstehende Mitgliederversammlung und das Menkyo-Seminar.

Mit der Unterstützung seitens der Vorstandschaft, der Kodansha und den VAK Mitglieder, wird der Verband Wege finden, auch in Zukunft die Budokunst weiter betreiben zu können. Wobei der Zeitpunkt erhofft wird, an dem man – wie früher – gemeinsam in der Halle oder dem Dojo steht und sich im Austausch dem Studium der Budokünste widmet. (oh)

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