Region: Aichach|Friedberg

Bebauungsplan "Nördlich der Augsburger Straße" - Was sagen die Grünen dazu?

Profilbild von
StaZ-Reporter Wolfhard von Thienen aus Mering
Als StaZ-Reporter berichten Vereine, Organisationen und Privatpersonen. Jeder kann mitmachen.
Baugebiet Nördlich Augsburger Straße

Schon seit vielen Jahren wird über ein mögliches Baugebiet nördlich der Augsburger Straße gesprochen, insbesondere seitens der Meringer CSU. Kürzlich wurde ein Bebauungsplan im Marktgemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung zur Entscheidung gestellt. Insbesondere sollte, neben Wohnungen und Wohnhäusern, die Firma Edeka dort die Möglichkeit erhalten, einen größeren Supermarkt errichten zu können, da am bisherigen Standort keine Erweiterungsmöglichkeiten bestünden. Der Eigentümer stellte in Aussicht ganz aus Mering wegzugehen, wenn es keine Erweiterungsmöglichkeiten geben würde.

Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen und deren Fraktion im Marktgemeinderat lehnt den Bebauungsplan aus gewichtigen Gründen, zusammen mit anderen Parteien ab.

Auch ohne neues Wohngebiet werden in Mering viele Neubauwohnungen erschlossen und Mering wächst stetig durch Zuzügler aus dem Münchener Spreckgürtel an. Dies bringt die bestehende Infrastruktur schon lange an ihre Grenzen. So sind Augsburger und Kissinger Straße und deren Anlieger bereits jetzt schon hochgradig durch wachendes Verkehrsaufkommen und damit verbundenem Lärm und Abgase belastet. Auch gibt es nach wie vor keine Lösung für die schon seit jahrzehnten geforderte Verkehrsberuhigung im Innenort und Fahrradfahren ist in Mering lebensgefährlich. Kinderbetreuungseinrichtungen sind nicht ausreichend vorhanden und das Rathaus ist eine Zumutung für die dort Arbeitenden. Dies sind alles sehr große und wichtige Herausforderungen und man fragt sich, wie die mit einem neuen Baugebiet anfallenden Aufgaben durch eine Verwaltung bewältigt werden soll, die bereits jetzt schon unter großen Personalengpässen zu leiden hat.

Diese Probleme würden sich durch ein weiteres Neubaugebiet und damit verbundenem Zuzug nur verstärken. Einheimische junge Familien würden sich ohnehin kaum Wohnraum dort leisten können. Profitieren würden einzig Neuzuzügler aus München sowie Grundstückseigentümer. Die Grünen sind der Meinung, dass die Marktgemeinde vordringlich ihre bestehenden Infrastrukturprobleme lösen muss, statt neue Baugebiete auszuweisen.

Darüber hinaus beanstanden die Grünen, dass für das geplante Gebiet kein städtebauliches Konzept zugrunde liegt. So sind gemeinwohlorientierte Konzepte wie sozialer Wohnungsbau oder Mehrgenerationseinrichtungen nicht vorgesehen.  Die vorgesehenen Flächen liegen in einem ökologisch bedeutsamen und für den Hochwasserschutz wichtigen Vorranggebiet (siehe Abbildung). Im Haushaltsplan sind bisher keinerlei Mittel oder Schätzungen für die Folgekosten vorgesehen. Auch bemängel die Grünen mangelnde Transparenz und kritisieren, dass der Bebauungsplan in nichtöffentlicher Sitzung an der Bevölkerung vorbei diskutiert wurde. 

Die Grünen sind dafür, dass Edeka für die Nahversorgung erhalten bleibt und plädiert dafür, dass eine Lösung am bestehenden Standort gesucht wird. Auch sind die Grünen für die Schaffung neuen Wohnraumes. Dies muss aber überwiegend durch Nachverdichtung und im  Einklang mit den im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) geschehen, welches verbindlich vom Marktgemeinderat verabschiedet wurde und ausdrücklich folgendes Ziel formuliert: "Wachstum mit Augenmaß gestalten - Mering deckt seinen zukünftigen Flächenbedarf vorrangig durch die Nutzung vorhandener innerörtlichen Flächen und gewährleistet ein kontinuierliches, verträgliches Wachstum mit vielfältigen Wohnformen".

Der Autor ist Sprecher des Ortsverbandes Mering von Bündnis 90/Die Grünen.

 

 

Weitere Bilder

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X