Region: Aichach|Friedberg

Kinder, Eltern und Anwohner demonstrieren für den Erhalt des Spielplatzes Luitpoldhöhstraße

Freier Mitarbeiter Heike Scherer aus Mering
Franziska Mayer aus Merching kommt mit ihren drei Söhnen regelmäßig zum Spielplatz an der Luitpoldhöhstraße, der gute Möglichkeiten zum Klettern und Picknick bietet.

Etwa 200 Personen wollen ihren Lieblingsort für die Freizeitgestaltung nicht verlieren. 20 Alternativen sind eingebracht und werden derzeit geprüft.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns den Spielplatz klaut!“, riefen die Teilnehmer der einstündigen Demonstration auf dem Spielplatz an der Luitpoldhöhstraße. Sie trommelten, pfiffen und sangen ein Lied, um ihr Anliegen deutlich zu machen. Monika Osburg und Bettina Metz hatten die Veranstaltung organisiert und freuten sich über die rege Unterstützung durch die Bevölkerung. Merings Erster Bürgermeister Florian Mayer versprach, die vorgelegten Alternativen zu prüfen und eine erneute Abstimmung im Marktgemeinderat zu veranlassen. Viele Mitglieder des Gremiums waren anwesend, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

Auf den Plakaten forderten Kinder und Eltern ein Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe. Sie baten den Bürgermeister, das Geld an anderer Stelle zu sparen und nicht diesen wundervollen Ort für die ganze Familie zu zerstören. „Wir wollen hier spielen, toben und lachen“, sangen sie mehrmals hintereinander. Auch wenn für viele Kinder ein Kindergartenplatz fehle, forderte Bettina Metz, einen anderen Platz für die dringend nötige Interimslösung zu suchen. Sie selbst verbringe mit ihren Kindern viel Zeit auf der „Lui“. „Wer rodelt hier im Winter, wer baut hier Burgen oder spielt im Sand, wer rutscht und klettert hier gerne, macht Picknick, spielt Fußball oder lässt im Herbst seinen Drachen steigen?“, fragte sie neugierig in die Runde. Kinder hätten hier ihre Geheimwege, Lieblingsbäume, könnten auf den Wegen das Fahrradfahren oder Inlinern lernen, Tiere beobachten und ihre Freunde treffen, fügte sie hinzu.

Christin Reinhard war mit ihren zwei Töchtern gekommen. Seit sechs Jahren wohnt sie schon in Mering und es ist zum Hauptspielplatz geworden. Auch Franziska Mayer aus Merching kommt mit ihren drei Söhnen im Alter von sieben, vier und zwei Jahren regelmäßig hierher. „Wir machen Picknick und meine Jungs klettern hier so gerne“, verriet sie. In Merching gebe es keinen annähernd so schönen Spielplatz.

Nach einer halben Stunde traf Erster Bürgermeister Florian Mayer ein. Es fehlten 140 Kinderbetreuungsplätze in Mering und täglich meldeten sich bei ihm oder dem Landratsamt Eltern, die ihr Recht auf einen Betreuungsplatz geltend machen. Im Gewerbepark sei vor seinem Amtsantritt extra ein Grundstück für eine neue Betreuungseinrichtung reserviert worden, aber der Marktgemeinderat hätte sich nun mehrheitlich für den Spielplatz Luitpoldhöhstraße entschieden. Inzwischen seien bei ihm 20 Alternativvorschläge eingebracht worden, die alle auch im Hinblick auf die Erschließungskosten geprüft werden. „Der Spielplatz soll auf jeden Fall erhalten werden. Bis ein dauerhafter Neubau genehmigt und fertiggestellt ist, wird es etwa drei Jahre dauern“, machte er deutlich.

Die Schülerin Imam hielt eine Rede und ein Jugendlicher verdeutlichte, warum es für ihn so ein wichtiger Platz in Mering ist. „Kinder brauchen gerade in den Zeiten des Homeschoolings viel Bewegung und Platz für Kreativität. Es ist ja bereits der Spielplatz an der Hermann-Löns-Straße verschwunden und hier ist einfach der beste Spielplatz in ganz Mering“, rief er unter viel Applaus.

Nach der erneuten Beratung in der Fraktionssprecher-Runde teilte Erster Bürgermeister Florian Mayer mit, dass es gute Gründe gegen die Interimslösung auf dem Spielplatz gebe. Die Erschließungskosten würden höher ausfallen als im Gewerbepark. Außerdem war der Wunsch des Gremiums, den Spielplatz zu erhalten, was vermutlich nur teilweise oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich sein wird. Die erneute Vorlage wird vermutlich noch vor der Sommerpause im gesamten Gremium stattfinden.

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