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Wenn Konflikte eskalieren: Mediatorin aus Mering vermittelt bei Streitigkeiten

Freie Mitarbeiterin Heike Scherer aus Mering
Die Meringerin Martina Drexler hat eine einjährige Ausbildung zur Mediatorin beendet und kann bei Konflikten wertvolle Hilfe leisten.

Martina Drexler aus Mering hat eine Ausbildung zur Mediatorin absolviert. In drei Fällen konnte sie bereits erfolgreich vermitteln. So etwa im Fall zweier Mitarbeiter einer Firma, die nicht mehr miteinander zurecht kamen. Der eine nahm dem anderen immer mehr Aufgaben weg. Dieser wiederum hatte Angst, seine Tätigkeit irgendwann ganz zu verlieren. Sie wandten sich an Martina Drexler, um sich konstruktive Hilfe zu holen. Bei den Gesprächen kam heraus, dass der eine Mitarbeiter sich im Beruf weiterentwickeln wollte und deshalb die Aufgaben des anderen übernahm. Im Rahmen der Mediation erarbeiteten sie eine Lösung.

Im September 2020 begann Martina Drexler in München die einjährige Ausbildung zur Mediatorin. Durch ihre Tätigkeit in einem Beratungs- und Digitalisierungsunternehmen kommt sie oft mit Konflikten in Berührung und wollte sich das Wissen zulegen, wie in diesen Fällen geholfen werden kann. „Konflikte sind wichtig, um sich weiterzuentwickeln, aber man muss sie klären. Sonst machen sie unfrei oder sogar krank“, sagt Drexler. Über ihre Internetseite www.frei-sprung.de hilft sie Betroffenen weiter. Der Name „Frei-Sprung“ soll aussagen, dass der Wille da sein muss, sich von Konflikten zu befreien, um in ein besseres Leben zu starten. Konflikte, die am Arbeitsplatz entstehen und nicht gelöst werden, könnten sogar eskalieren, erklärt Drexler. „Wenn die Klärung nicht durch einen Mediator begleitet wird, kommt es zu schlimmen Folgen wie Aggression, innerer Kündigung, körperlichen Symptomen oder sogar der Kündigung der Arbeitsstelle“, so die Mediatorin. 80 Prozent der Konflikte entstünden durch Missverständnisse, weiß sie.

Mithilfe der Mediation – der Begriff bedeutet „in der Mitte sein, vermitteln“ – könnten Konflikte oft nach nur wenigen Sitzungen erfolgreich gelöst werden. Zuerst werde der Konflikt eröffnet. Jeder schildert freiwillig und vertraulich die Sachlage und ist bereit, mitzuarbeiten und das Problem zukunftsorientiert zu lösen. Der Mediator ist nicht nur neutral, sondern jedem der betroffenen Parteien gleichermaßen zugewandt. Bei der Bestandsaufnahme werden die Themen herausgearbeitet: oft ist es nicht allein ein sachliches Problem, sondern auch Umgang und Kommunikation stimmen nicht. Die Interessen und Bedürfnisse werden herausgearbeitet und gemeinsam und kreativ wird eine Lösung erarbeitet. Im letzten Schritt wird überprüft, ob es gelungen ist, die Bedürfnisse und Interessen auch zu erfüllen. Auf Wunsch kann nach einer längeren Zeit ein erneutes Treffen stattfinden. „Während ein Richter alleine nach Recht und Gesetz entscheidet, ein Schlichter teilt, arbeitet ein Mediator anders und kann verhindern, dass eine Streitigkeit beim Gericht landet", sagt Drexler.

Bereits drei Fälle konnte Martina Drexler zu einem erfolgreichen Ende bringen. Ihr erster Fall bestand zwischen drei Vorständen, mit denen sie die Zusammenarbeit und die Aufgaben neu festlegte. Ein weiterer bestand darin, dass sich jemand von einer Firma ein Marketingkonzept erstellen ließ und sich dann weigerte, dafür zu bezahlen. Die Mediation ergab, dass die wesentlichen Definitionen und Inhalte des Auftrages nicht besprochen wurden. Die Kosten werden üblicherweise zwischen den beiden Parteien aufgeteilt und hängen von der Zahl der Sitzungen und den Umständen des Falles ab.

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