Region: Aichach|Friedberg

Mädchen auf Stelzen: Matthias Rodach gewinnt "Kunstpreis 1000 Jahre Mering"

Freie Mitarbeiterin Heike Scherer aus Mering
Der in Dießen am Ammersee lebende Künstler Matthias Rodach (links) freute sich, als ihm Erster Bürgermeister Florian Mayer (rechts) zum Gewinn des Kunstpreises "1000 Jahre Mering" mit seiner Figur auf Stelzen gratulierte.

Wer sich in den Räumen der Raiffeisenbank Kissing-Mering die Ausstellung zum „Kunstpreis 1000 Jahre Mering“ ansieht, kann sich schon jetzt einen guten Eindruck davon machen, wie der große Hügel am Badanger ab 13. November aussehen wird. Dort, wo die Rutsche ihren Platz hat und die Kinder im Winter mit den Schlitten hinunterfahren, soll künftig ein großes Mädchen auf Stelzen stehen. Noch ist das Kunstwerk nur ein Modell aus Gips, nach dem dann der Bronzeguss erfolgen soll. Die Stelzen wurden auf Wunsch der Jury von Künstler Matthias Rodach sogar aus echten Gleisen angefertigt.

"Hoch hinaus", schreibt der 48-jährige Rodach aus Dießen, der nach seiner Ausbildung zum Steinbildhauer das Studium der Bildhauerei in Nürnberg anschloss und 2004 sogar zum Meisterschüler ernannt wurde, in den Erläuterungen zu seinem Werk. Die Gleise sind für ihn ein Symbol des Marktes Mering. Auch wenn sie den Ort zerschneiden, bilden sie seine Lebensadern und die Verbindung zur Welt und in die Zukunft. Auf den Stelzen aus Schienen steht die Jugend in Form des Mädchens auf dem Hügel des Badangers, der mit seinem Treiben im Park einen Teil des Gemeindelebens darstellt. Die 1,50 Meter große Figur aus Bronze steht sicher auf ihren hohen Stelzen und strahlt Frohsinn und Zuversicht aus, dass sie die kommenden Aufgaben gut meistern wird.

„Bei meinem Entwurf habe ich gehofft, dass ich die Gemeinde überzeugen kann und den Preis gewinne“, sagt Rodach. „Die Jugend muss den steilen Hang überwinden, sie darf nicht ängstlich sein, aber man sieht die Anspannung, die beim Laufen auf zwei Stelzen da ist“, erklärt der Künstler bei seiner Ansprache. In seinem Heimatort Dießen steht von ihm bereits „Der Diez mit dem goldenen Fisch“. Dass in Mering bereits sehr viel Kunst stehe wie das große Ei im Badanger oder das Buch vor der Bücherei, hatte er bei seinem Rundgang durch die Marktgemeinde gesehen. Er freue sich, dass schon in einem Monat seine Bronzestatue im Badanger einen Platz bekommt. Vom Preisgeld über 25 000 Euro müsse er circa die Hälfte investieren, um das Werk herstellen zu können, sagt er.

Erster Bürgermeister Florian Mayer erläuterte, dass sich die Jury beim Sieger einig war. Die Jury bildeten der Bürgermeister, Anton Weber von der Raiffeisenbank Kissing-Mering sowie die drei Künstler Birgit Höppl, Nina Zeilhofer und Josef Zankl. Der Wunsch der Gemeinde sei es, damit die Herzen der Menschen zu berühren. Außer dem Siegerwerk sind zunächst in den Räumen der Raiffeisenbank, später dann in der Stadtsparkasse, auch noch die Plätze 2 bis 5 zu sehen. Den zweiten Platz gewann das Werk „Apple Tree Submarine“, den dritten Preis ein „Chronoskop und Zeitzeiger“. Weitere Werke sind ein „Raumbild“ mit einer menschlichen Figur aus farbigem Plexiglas und die Skulptur aus rotem Aluminium „Flash# 18“, die wie ein Feuerwerk wirkt. Etwa ein Viertel des Preises wurde durch Sponsoren finanziert.

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