Region: Aichach|Friedberg

Meringer Fasching 2022 abgesagt

Zwei Jahre trainierten die Meringer Gardemädels bereits ohne Auftritte, auch der kommende Fasching fällt aus und das Narrenschiff von Lach Moro bleibt im Schuppen.

Seit Frühjahr proben die Tänzerinnen der Meringer Garde ihre Choreographien für die neue Session. Doch zu einem Auftritt im Fasching 2022 wird es voraussichtlich nicht kommen. Denn der Elferrat des Faschingskomitees Lach Moro fasste den schweren Entschluss, alle Aktivitäten für die Session 2022 abzusagen.

Die Entscheidung sei dem Präsidium des Elferrats, dem auch Vize-Präsident Johannes Gottwald und Protokollchef Lars Hohlbein angehören, wahrlich nicht leichtgefallen, erklärte der FKM-Vorsitzende Benjamin Gottwald. „Wir hatten im vergangenen Jahr schon keinen Fasching und jetzt wird es wieder nichts mit unseren Showauftritten“, bedauert der Präsident. Aber man habe schließlich Verantwortung für seine Leute und natürlich auch für die Gäste. „Die Gesundheit geht vor und wir müssen einfach aufpassen, dass kein Hotspot entsteht. Auch für die 16-köpfige Jugendgarde mit Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren ist erst einmal Schluss mir Training. „Alle haben so viel Energie und Übungsfleiß in ihre neuen Shows gesteckt und darum ist die Enttäuschung über unseren Entschluss natürlich groß“, ist sich Benjamin Gottwald bewusst. „Wir haben bis zuletzt gewartet und waren voller Hoffnung, aber die Infektionszahlen sagen das Gegenteil“.

Auch in diesem Jahr war wieder eine komplett neue Show einstudiert worden, obwohl die letztjährige gar nie zur Aufführung kam, berichtet der Elferrat. Der Ehrgeiz und der Spaß an Choreographien sei einfach so groß, dass die Gardedamen immer wieder neue Herausforderungen suchen. Die vielfältigen Kostüme für das neue Programm wurden bereits ausgesucht, nun wäre es an die verbindliche Bestellung gegangen und die FKM-Schneiderinnen hätten sich ans Werk gemacht. „Unser Markenzeichen ist eine Show mit vielen schnellen Kostümwechseln und das kostet eine ordentliche Stange Geld. Wir sprechen da von 10 000 bis 12 000 Euro“, erklärt Gottwald. „Aber die dafür ausgegebene Summe muss natürlich auch wieder reinkommen“. Ein enormer Kostenpunkt im vergangenen Jahr, in dem leider ebenfalls keine Shows stattfinden konnten, war die Anschaffung von einigen neuen Gardeuniformen. „Die alten waren nach 27 Jahren nun doch teilweise sehr zerschlissen.“ Wenn man bedenkt, dass die Anfertigung einer einzigen Uniform 900 Euro kostet, kann man sich ausrechnen, wie viel Geld das FKM vorstreckte in der Hoffnung, es mit den beliebten Shows wieder einzuspielen. Da bedeuteten die Einnahmen aus dem sechsmaligen Steckerlfisch-Verkauf im Biergarten am Badanger zwar eine willkommene Finanzspritze, aber letztendlich nur einen Tropfen auf den heißen Stein.

Abgesagt sind nicht nur die Gardeauftritte, sondern auch der Faschingsumzug, der turnusmäßig für 2022 wieder als Gaudiwurm durch Mering gezogen wäre. Während die Faschingsgesellschaften in manchen Städten noch vorsichtige Planungen haben, war den Meringern als Veranstalter des größten Faschingsumzugs im südlichen Landkreis eine frühzeitige Entscheidung wichtig. „Wir wollen vermeiden, dass Teilnehmer jetzt bereits Unsummen an Geld und Zeit in fantasievolle Faschings- und Mottowägen investieren und dann findet nichts statt“, erklärt der FKM-Präsident. Aber wie heißt es so schön „The show must go on“, es muss weitergehen. Und egal ob der Fasching 2022 nun stattfindet oder eben nicht, wird die Garde bereits im März nächsten Jahres wieder mit dem Training für eine neue Show fürs darauffolgende Jahr beginnen und sucht wieder engagierte Tänzerinnen.

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