Region: Aichach|Friedberg

Meringer Waldkindergarten startet

Freier Mitarbeiter Heike Scherer aus Mering
Merings Bürgermeister Florian Mayer unterschrieb am 3. November im Rathaus die Trägervereinbarungen für den Waldkindergarten mit Pfarrerin Carola Wagner.

In Kissing nahm der Waldkindergarten den Betrieb im Oktober auf. In Mering eröffnet die Interimslösung am Sommerkeller noch im November.

Kissings Bürgermeister Reinhard Gürtner freut sich, dass der neue Waldkindergarten der Johanniter Unfallhilfe in der Nähe des Seewieshofs am 1. Oktober mit fünf Kindern starten konnte. „Sukzessive wird die Zahl der Kinder erhöht, bis es 20 sind“, verrät er. Schon im April 2019 war der Beschluss gefallen, einen Waldkindergarten in Kissing einzurichten. Er machte sich auf die Suche nach einem Standort, nach einem Träger und überlegte, welche Genehmigungen und Ausstattungen erforderlich wären. „Wir besichtigten bestehende Waldkindergärten, erstellten ein Konzept und führten Gespräche mit dem Revierförster und den Anliegern, erklärt er. Die Grundstückssuche gestaltete sich schwierig. Heilachwald und Weitmannsee wären aus mehreren Gründen nicht möglich gewesen. Am 20. Dezember folgte der Bauantrag, die Baugenehmigung lag Ende April vor. „Die Gemeinde beschaffte einen Container zur Aufbewahrung von Utensilien, Mobiliar, eine Kompost-Toilette und ein Zelt“, verrät Gürtner. 30.000 Euro waren für die Ausstattung erforderlich. Den Kissinger Pfadfindern dankt er besonders, dass sie sich um den Aufbau des Zeltes kümmerten und künftig die Wartung übernehmen. Auch die Fraktion der Grünen lobt der Bürgermeister, die in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde zwei seltene Baumarten pflanzten. Eine sei der „Hügelsharter Apfel“ gewesen. Er selbst werde in Absprache mit Experten noch weitere Bäume pflanzen. Eine Esskastanie könne er sich sehr gut vorstellen.

In Mering unterzeichnete Bürgermeister Florian Mayer mit Pfarrerin Carola Wagner am 3. November den Vertrag. Die evangelische Kirche ist Träger des neuen Waldkindergartens, der als Interimslösung am Montag, 16. November, vor dem alten Trachtenheim am Sommerkeller startet. Eine langfristige Einrichtung ist in Baierberg vorgesehen.

Anfangs war der Waldkindergarten eigentlich im Hartwald bei Reifersbrunn geplant. Dieses Vorhaben zwischen der evangelischen Pfarrgemeinde und der Marktgemeinde scheiterte an den fehlenden Zufahrtswegen. Nachdem der Marktgemeinderat Ende Oktober für den neuen Waldkindergarten in Baierberg und für eine Interimslösung am Sommerkeller grünes Licht gegeben hatte, unterzeichnete Merings Bürgermeister Florian Mayer mit der evangelischen Kirche im Rathaus die Trägervereinbarungen. Ab 16. November wird die erste Gruppe mit 18 Kindern starten. „Damit die Eingewöhnung gut klappt, werden nicht alle Kinder sofort beginnen. Es sollen nach und nach neue hinzukommen. Ab sofort ist die Anmeldung über das Portal Little Bird möglich“, freut sich Mayer. Bei schlechtem Wetter wird der Jugendraum im evangelischen Gemeindehaus als Notunterkunft genutzt, verrät er. In Baierberg wird die Gemeinde zwei Jurten für zwei Gruppen mit je 18 Kindern und Toiletten errichten. „Spätestens im September 2021 soll der Betrieb dort beginnen. Es sind Fundamente und somit eine Baugenehmigung erforderlich“, informiert er. Der Jugendraum der evangelischen Kirche ist weiterhin als Notunterkunft vorgesehen. Mit Bollerwagen werden die Kinder und ihre Betreuer Ausflüge im Wald unternehmen.

Zum 1. September 2020 fehlten der Gemeinde Mering 204 Betreuungsplätze. Am 1. Dezember eröffnet im Erweiterungsbau am Kapellenberg eine erste Gruppe mit 25 Kindern. Sobald das Personal dazu gefunden ist, wird eine zweite mit wiederum 25 Kindern folgen, ebenso eine Krippengruppe mit 15 Kindern. Im Waldkindergarten ist auch eine zweite Gruppe mit 18 Kindern vorgesehen. „Zum 1. September 2022 soll ein neuer Kindergarten am Mühlanger 140 Plätze schaffen, das sind vier Krippengruppen und drei Kindergartengruppen.“ Wenn alle Einrichtungen ihren Betrieb aufgenommen haben, liege die Betreuungsquote für Kindergärten in Mering bei 100 Prozent und könne nur durch Geburten und Zuzug noch wachsen, erklärt Florian Mayer. Bei den Krippen betrage die Betreuungsquote derzeit 70 Prozent. Allerdings könne sich hier schnell unerwarteter Bedarf auftun, wenn Eltern vorzeitig wieder arbeiten wollen und einen Platz benötigen, weiß er.

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