Region: Aichach|Friedberg

Seit acht Jahren zeigt Künstlerin Christa Mayr ihre Ausstellung „Zeichen der Erinnerung“

Freie Mitarbeiterin Heike Scherer aus Mering
Schon im Alter von 16 Jahren malte die Meringer Künstlerin Christa Mayr das Bild "Mond" als Auftrag für den damaligen Gründer der Firma Ludwig Leuchten Alfred Ludwig, der sich tanzende Zwerge im Mondschein gewünscht hatte.

Acrylarbeiten, Aquarelle, Plastiken, Gobelins, aber auch ein Text auf einer echten Kuhhaut, all das ist in den hellen, lichtdurchfluteten Räumen der Firma Ludwig Leuchten in der Frühlingsstraße 15 zu sehen. Bereits im Jahr 2013 eröffnete die 77-jährige Meringer Künstlerin und Inhaberin einer Malschule die Ausstellung mit dem Titel „Zeichen der Erinnerung“. Das Angebot erhielt sie, nachdem Kinder der Familie Ludwig einen Malkurs bei ihr absolviert hatten. Viele Gruppen nutzten bereits die Möglichkeit zu einem Besuch. Jetzt organisierte Beatrice Lidl von der Stadl-Uni Unterbergen wegen ihrer großen Begeisterung nach einer Privatführung für ihre Familie zwei Führungen für die Mitglieder und Interessierte aus Mering und Umgebung.

Christa Mayr wurde 1943 in Ichenhausen bei Günzburg geboren und wuchs in Mering auf. Schon als Kind wollte sie Künstlerin werden und begann eine Lehre zur Musterzeichnerin bei der Textilfirma Thorey. Sie malte und zeichnete nebenher, denn für ihre Bewerbung musste sie eine Mappe mit Werken vorlegen. Noch bevor sie 1961 in München an der Akademie der Bildenden Künste zu studieren begann, erhielt sie von Alfred Ludwig, einem Freund ihres Vaters, den Auftrag, ein Bild zu malen. Das Thema lautete: "Tanzende Zwerge im Mondenschein". Im Alter von erst 16 Jahren machte sich Mayr ans Werk, und das fertige Bild beeindruckte den Auftraggeber leider nicht. Die Zwerge seien nicht genau zu erkennen, reklamierte er. Aber man könne deren Mützen vermuten, antwortete ihm die Künstlerin. Das Bild, mit Acryl auf eine Spanplatte gemalt, hat jetzt den Titel „Mond“ und ist in den Räumen von Ludwig Leuchten ausgestellt. Aus heutiger Sicht kann es durchaus als wegweisend betrachtet werden und gefiel den Besuchern am Samstagvormittag aufgrund seiner zarten Farben außerordentlich gut.

Christa Mayr wurde Meisterschülerin bei dem Architekten und Gestalter Paolo Nestler und bei Paula Preisinger lernte sie die Gobelinweberei. Sie lebt und arbeitet nach Abschluss des Studiums im Jahr 1968 in Mering als freischaffende Künstlerin und gibt ihr Können und Wissen in der von ihr im Jahr 1993 gegründeten Malschule an Kinder und Erwachsene weiter. Die Gemälde, Grafiken, Webereien und durchaus überraschende Objekte haben vielfach einen Bezug zum Lebenslauf der Künstlerin, aber auch zum Leben an sich. Vor allem der Verlauf des Lebens vom Werden bis zum Verblassen und alle damit verbundenen Veränderungen sind Thema zahlreicher Werke. Ausgestellt sind sowohl Auftragsarbeiten von Kirchen, zarte Aquarelle, großformatige Bildnisse und Textiles als auch farblich beeindruckende Acrylmalereien.

Ehemann Werner Tröster erklärte die einzelnen Bilder und oft auch deren Entstehung. „Ende der Kindheit“ sei entstanden, als die Tochter nach der Grundschule ein Heft ins Feuer geworfen und Christa Mayr die leicht angebrannten Seiten schnell wieder herausgefischt und auf ein großformatiges Bild mit mehreren Mädchenfiguren gesetzt hatte. Die meisten Bilder sind großformatig und bestehen aus drei oder noch mehreren Teilen wie zum Beispiel Oktober, Ruhe, Lichtblick, Spuren oder Element Wasser. In Gelb- und Orangetönen mit roten Farbstrichen ist das Bild „In der Sonne liegen und sonst nichts“ gehalten. Genau so sei es, wenn man die Augen schließe und in die Sonne blicke, fanden die Besucher. Ein großes Werk ist „Das Leichte und das Schwere“, bei dem die Künstlerin Papierabformungen von 30 alten Werkzeugen gemacht hat, die auf einer großen Platte liegen. Aus Hans Pleils Kindheitserinnerungen „Mei Haut“ schrieb Christa Mayr einen Text im Allgäuer Dialekt auf eine Kuhhaut. Viele Monate investierte sie in ihre textilen Werke.

Interessierte können sich unter Telefon 08233/96 77 für eine Führung mit Werner Tröster melden.

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