Region: Aichach|Friedberg

Trauzimmer, Museum, Weinstube: Altes Kloster in Mering soll weiter genutzt werden

Freie Mitarbeiterin Heike Scherer aus Mering
Merings Erster Bürgermeister Florian Mayer (links) und Marktgemeinderat Tobias Listl freuen sich, dass das Alte Kloster bald saniert und für die Öffentlichkeit erhalten werden kann.

Bereits im April stand das Alte Kloster auf der Tagesordnung der öffentlichen Marktgemeinderatssitzung in Mering. Der Marktgemeinderat Tobias Listl von Bündnis 90/Die Grünen hatte im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes der Hochschule München mit einem Team aus sieben Ländern das Alte Kloster untersucht. Gemeinsam mit dem Dozenten der Fakultät für Architektur Ahmed Khoja berichtete er über den Zustand des historisch wertvollen Gebäudes und empfahl die Erhaltung.

Untersucht wurden Innenraum- und Außenklima, Lufttemperatur, Feuchtigkeit, Oberflächentemperatur der Wand, Belichtung und die Auswirkungen von Präsenz. Das Ziel dieser Forschungsgruppe war es, Reparaturmaßnahmen vorzuschlagen, um Schäden an Personen und am Gebäude zu vermeiden beziehungsweise zu beheben und ein nachhaltiges Nutzungskonzept anzustoßen. Vor allem am Dach und am Putz, an den Fenstern und im Keller wurden Schäden festgestellt.

Die Beurteilung der Immobilie führte zum Vorschlag, das Gebäude für Mering aus den folgenden Gründen zu erhalten: es ist ein ehemaliges Schulkloster und ein herrschaftliches Gebäude mit einem großen Portal, Marienstatuen sowie einem Treppenhaus mit Terrazzo. Marktbaumeister Armin Lichtenstern sagte, dass für die fachgerechte Sanierung an Gebäude und Dach die Nutzung feststehen müsse. Die Verwaltung müsse die notwendigen Reparaturen und Sicherungsmaßnahmen in die Wege leiten. Bis 30. Mai waren die vier Fraktionen aufgefordert, Vorschläge für eine Nutzung zu machen. Für eine notwendige Dachsanierung seien laut Verwaltung 200 000 Euro nötig, im Haushaltsplanentwurf wurden 220 000 Euro eingestellt. Im Juli fand dann die Sondersitzung für die künftige Nutzung des Alten Klosters statt. Im nichtöffentlichen Teil wurde laut Bürgermeister Florian Mayer die Machbarkeitsstudie für eine generelle Nutzung des Alten Klosters und einen Rathausanbaus Richtung Marktplatz beschlossen.

Bei einer öffentlichen Nutzung sind zwar Zuschüsse möglich, aber es ist eine komplette Sanierung erforderlich. Die Vorschläge der Fraktionen für die Nutzung des Alten Klosters waren folgende: Auslagerung von Teilen der Verwaltung wie Standesamt und Trauzimmer, Fraktions- und Besprechungsräume, Museum, Café, Weinstube, Räume für Ausstellungen/Lesungen, Musikschule, Räume für Vereine, Coworking-Spaces.

Das Büro Dragomir mit Sigrid Hacker ist für die Durchführung der Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung für diese vier Nutzungsmöglichkeiten zuständig: Räume für Verwaltung, Besprechungszimmer, Vermietung, Café/Museum/kulturelle Nutzung. Die Bürger Merings dürfen sich also darauf freuen, dass das historisch wertvolle Gebäude im Ortszentrum erhalten bleibt und nach der Renovierung wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird.

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