Region: Aichach|Friedberg

Gewerbepark West in Mering: Gemeinderat diskutiert über Erweiterung

Noch hat die Gemeinde nicht alle Grundstücke am Gewerbepark West verkauft. Die CSU-Fraktion stellte nun mit Blick auf dringende Gewerbesteuereinnahmen einen Antrag auf Erweiterung der Flächen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte die CSU-Fraktion einen Antrag für eine Voruntersuchung zur Erweiterung des Gewerbeparks West am Bahnhof St. Afra. Denn nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden Georg Resch führt kein Weg daran vorbei, wenn die Marktgemeinde langfristig finanziell auf die Beine kommen will. Bei den zurückliegenden Haushaltsberatungen sei immer wieder festgestellt worden, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer zu gering seien. Nur mit einer höheren Gewerbesteuer könne kurzfristig wieder eine positive Zuführung zum Vermögenshaushalt und mittelfristig eine Entschuldung erreicht werden.

Mit einer Differenz von sechs bis sieben Millionen Euro zwischen der Gewerbesteuer und der Einkommenssteuer liege Mering in der Tat weit unter dem Durchschnitt, führte Bürgermeister Florian Mayer vor Augen. Die jährlichen Gewerbesteuereinnahmen der Marktgemeinde liegen derzeit jährlich bei etwa 3,3 Millionen Euro. Derzeit laufe noch die Vermarktung der restlichen Bauparzellen im schon bestehenden Gewerbepark. Kritisch äußerte sich Grünen-Fraktionssprecherin Petra von Thienen zum Antrag der CSU. „Es hilft uns nicht weiter, Gewerbe auf die grüne Wiese, zumal im hochsensiblen Lechfeld auszuweiten, solange wir nicht einmal ein Gesamtkonzept zur Gewerbeentwicklung haben“, sagte sie.

Zustimmung für Georg Reschs Antrag gab es von Andreas Widmann im Namen der SPD-Fraktion. Er plädierte dafür, eine Voruntersuchung zu starten, aber je nach Bestandsaufnahme die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets gegebenenfalls auch abzulehnen. Es sei allen bewusst, dass auch im Ort noch Flächen zur Verfügung stünden. Auch Thomas Schiele (UWG) sprach sich für eine Voruntersuchung aus und schlug vor, parallel dazu ein Konzept zu entwickeln. Stefan Hummel (SPD) stimmte zu, den Antrag ergebnisoffen zu formulieren.

„Es geht mir auch um die Kosten, die durch die Erschließung eines möglichen neuen Gewerbegebiets auf die Kommune zukommen“, betonte Merings zweiter Bürgermeister. Es müsse genau geprüft werden, ob die aktuelle Finanzsituation ein Gewerbegebiet 2 in St. Afra verkrafte. „Ich bin noch nicht lange in Mering, aber höre nur immer, dass wir kein Geld haben und da spekulieren wir auf riesige Grundstücksflächen, die uns gar nicht gehören“, so zeigte Tobias Listl von den Grünen seine Verwunderung. „Es geht ja zunächst nur um eine Zulassung des Antrags zur Voruntersuchung“, erklärte Bürgermeister Florian Mayer. Er bat zudem darum, der Verwaltung die entsprechende Zeit zu geben, denn im Moment sei diese ziemlich überlastet.

„Es ist unstrittig, dass so ein Konzept sich auch rechnen muss“, fasste UWG-Vorsitzender Mathias Stößlein noch einmal zusammen. Gleichzeitig sei es aber eine wichtige Investition in Merings Zukunft. Mit den Gegenstimmen der Grünen wurde dem Antrag der CSU schließlich stattgegeben. Somit wird die Verwaltung beauftragt, eine Vorprüfung für die Erweiterung des Gewerbeparks Mering West vorzunehmen, um festzustellen, ob das Vorhaben mittelfristig realisierbar ist. (ike)

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