Region: Oberbayern

Augsburger Uniklinik hilft im Kampf gegen Krebs: BORN-Projekt gestartet

Die Mitglieder der BZKF-BORN-Lenkungsgruppe, Direktoren der Radiologischen Kliniken des BZKF, feiern den Start des Projekts (von links): Professor Michael Uder, Professor Marcus Makowski, Professor Thorsten Bley, Professor Thomas Kröncke, Professor Christian Stroszczynski; nicht im Bild Professor Jens Ricke.

Wissenschaftsminister Markus Blume und Gesundheitsminister Klaus Holetschek verkünden den Start des neuen Programms am Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF). Die sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg arbeiten hierfür eng zusammen.

Das Bayernweite-Onkologische-Radiologie-Netzwerk – kurz ‚BORN‘ des BZKF nutzt die Chancen der Digitalisierung für die Versorgung von Krebspatienten. Ziel ist es, bei Tumorerkrankungen die bildgebende Untersuchung in ganz Bayern beginnend an den Universitätskliniken einheitlich durchzuführen, in strukturierter Weise auszuwerten und eine sichere IT-Struktur für die Datenerhebung und den Datenaustausch zu entwickeln. Nach der Erprobung an der Uniklinik Augsburg und an den fünf weiteren bayerischen Universitätskliniken kann die standardisierte Erfassung von Bildgebungsdaten künftig in andere Kliniken und Praxen übertragen werden, so dass Patienten in ganz Bayern profitieren.

„Als erstes Projekt dieser Größenordnung wird das BORN-Projekt eine weltweit einmalige Datengrundlage zur Entwicklung bild-basierter Biomarker und maschineller Lernverfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) schaffen", erklärt Professor Thomas Kröncke, einer der Sprecher des BZKF BORN-Projekts. Die Stärke des Projekts liege in der bayernweiten Einigung auf Standardisierung und Strukturierung von Bildgebungs-Daten. Diese stelle die Basis für wissenschaftliche Untersuchungen im BZKF Netzwerk aber auch für Kooperationen mit der Pharmazeutischen Industrie und Medizinprodukteherstellern dar. Bei BORN kooperieren die sechs bayerischen Universitätskliniken, die im Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) zusammengeschlossen sind, und die Brainlab AG mit deren Tochtergesellschaft Mint Medical GmbH.

Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „BORN schafft eine weltweit einmalige Datengrundlage für Diagnose, Behandlung und Therapie von Krebserkrankungen. Die Auswertung der Daten erfolgt KI-gestützt und extrem präzise." Blume glaubt, dass sich das BORN-Projekt wertvoll im Kampf gegen Krebs zeigen wird.

Prognose der WHO: Zahl der Krebsfälle könnte sich weltweit bis 2040 fast verdoppeln

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sieht im Kampf gegen Krebs eine der "größten gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit". Laut Prognose der Weltgesundheitsorganisation WHO könnte sich die Zahl der Krebsfälle weltweit bis 2040 fast verdoppeln. "Wir müssen den beängstigenden Trend umkehren und dafür auch die Chancen der Digitalisierung stärker nutzen", so Holetschek. BORN soll die Behandlung von Krebspatienten zunächst in den bayerischen Universitätskliniken erheblich verbessern. In einem weiteren Schritt könnten die Untersuchungsstrategien dann auf andere Krankenhäuser und Radiologische Praxen übertragen werden und Patienten in ganz Bayern davon profitieren.

Professor Andreas Mackensen, Direktor des BZKF, bekräftigte: „Das BZKF BORN-Projekt ergänzt das BZKF um eine vernetzende Komponente, welche die gemeinsame Standardisierung, Auswertung und Etablierung quantitativer, bildbasierter Biomarker unterstützt." Der Bildgebung komme bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Tumorerkrankungen eine Schlüsselrolle zu, so Meckensen. Eine Harmonisierung bei der Erfassung und Auswertung der Bildgebung soll zu einer einheitlichen Befunderhebung bei Tumorerkrankungen führen. Gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert das BZKF mit dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst das BORN-Projekt in der ersten Förderperiode insgesamt mit 855.000 Euro.

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Mit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das Ziel verfolgt, allen Menschen in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neusten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Wir möchten uns als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt“, so Professor Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. Neben der Entwicklung neuer Therapieverfahren gegen Krebs möchte das BZKF auch als Anlaufstelle für alle Menschen dienen. Das BürgerTelefonKrebs bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen. (pm)

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