Region: Illertissen|Senden

Verdacht auf Kinderpornos: Polizei Neu-Ulm durchsucht zwölf Anwesen

Zwölf Durchsuchungen hat die Polizei Neu-Ulm am Mittwochmorgen durchgeführt. Hintergrund war der Verdacht auf den Besitz und die Verbreitung von Kinderpornos.

Insgesamt zwölf Durchsuchungsbeschlüsse hat die Kriminalpolizei Neu-Ulm am Mittwoch wegen des Verdachts auf den Besitz und die Verbreitung von Kinderpornos vollzogen. Dabei stellten die Beamten zahlreiche Mobiltelefone, Laptops und Datenträger sicher.

Die Durchsuchungen fanden in den frühen Morgenstunden unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Memmingen durch Einsatzkräfte der Kriminalpolizei Neu-Ulm mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Königsbrunn in Neu-Ulm, Illertissen, Günzburg, Burgau und Senden statt. Wie die Polizei vermeldet, waren den Durchsuchungen entsprechende Ermittlungen der Kriminalpolizei Neu-Ulm wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinder- oder Jugendpornografie vorausgegangen. "Beschuldigt werden dabei mehrere Männer im Alter von 16 bis 50 Jahren sowie drei Frauen im Alter von 24, 44 und 70 Jahren. Im Rahmen der Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte insgesamt 14 Mobiltelefone, drei Laptops, einen Computer, zwei anderweitige Datenträger und einen Taser sicher", schreibt die Polizei. Die Computer und Datenträger sollen nun von der Kriminalpolizei Neu-Ulm ausgewertet werden.

Zudem fanden die Beamten bei einem 19-jährigen Beschuldigten Rauschgiftutensilien. Sie zogen einen Diensthund für Betäubungsmittel hinzu, der eine Dose mit einer bislang unbekannten pulverartigen Substanz aufspürte. Die Polizisten fanden zusätzlich drei Schreckschuss-Waffen. Die Beamten stellten die Gegenstände sicher. Den Mann erwartet nun zusätzlich ein Strafverfahren wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln.

"Wie bereits bei verschiedenen Durchsuchungen der Kriminalpolizei Neu-Ulm in der Vergangenheit waren abermals zum Teil inkriminierte Dateien aus verschiedenen sozialen Netzwerken Anlass für die Ermittlungen", erläutert die Polizei. Dabei könne bereits der bloße Empfang entsprechender Daten einen Straftatbestand erfüllen. Auch in Zukunft will daher die Kriminalpolizei Neu-Ulm weitere Aufklärungsarbeit an Schulen leisten, um Kinder und Jugendliche aufzuklären, nicht Mitglied eines Gruppen-Chats zu werden, dessen Beteiligte sie nicht in Gänze kennen. Auch Eltern sollen durch verschiedene Öffentlichkeitsarbeiten sensibilisiert werden, die internetfähigen Endgeräte ihrer Kinder regelmäßig zu überprüfen, um entsprechende Kontakte und Berührungspunkte mit strafrechtlich relevanten Inhalten zu verhindern. Denn auch das automatisierte Herunterladen von derartigen Bild- oder Videodateien auf Endgeräte könne bereits den Straftatbestand des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie erfüllen und von den Ermittlungsbehörden nachvollzogen werden. (pm)

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