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"Nicht irgendein Job, sondern Berufung"

Gemeinsam für den Natur-, Arten- und Klimaschutz (von links): Naturschutzreferentin Stefanie Batke, Landrat Thorsten Freudenberger, Fachbereichsleiter Michael Angerer und Biodiversitätsberater Jonas Benner.

Am Landratsamt Neu-Ulm wurden eine zusätzliche Naturschutzreferentin und ein Biodiversitätsberater eingestellt.

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt unter Michael Angerer wurde um zwei Mitarbeiter aufgestockt: die 30-jährigen Stefanie Batke und Jonas Benner. Angerer und seine 14 Mitarbeiter tun leidenschaftlich die scheinbar kleinen Dinge wie Bäume pflanzen, Blumenwiesen aussäen oder darüber informieren, wie wichtig Artenvielfalt ist - und wollen dadurch nach der Methode „Steter Tropfen höhlt den Stein“ zu etwas Großem beitragen. Für Angerer ist sein Beruf als Leiter des Fachbereichs „Naturschutz und Landschaftspflege“ am Landratsamt "nicht irgendein Job, sondern ein Stück weit Berufung“. Das trifft genauso auf Stefanie Batke und Jonas Benner zu.

Stefanie Batke, aufgewachsen in Elchingen und jetzt in Ulm wohnhaft, hat Biologie an der Universität Ulm studiert. Dort machte sie ihren Bachelor, um dann in Marburg einen Master-Abschluss in Naturschutz und Biodiversität zu absolvieren. Jetzt ist sie Naturschutzreferentin beim Landkreis Neu-Ulm. Sie initiiert und betreut Naturschutzprojekte. Außerdem ist sie – ihr zweiter Schwerpunkt – für Genehmigungsverfahren in Neu-Ulm und seinen Stadtteilen zuständig, die sich auf die Natur und die Landschaft auswirken.

Jonas Benner, der bereits seit vier Jahren im staatlichen Naturschutz tätig ist, ist jetzt einer von bislang 42 Biodiversitätsberatern, die sich an den unteren Naturschutzbehörden in den 71 bayerischen Landkreisen um die Artenvielfalt kümmern. Er stammt aus Reutlin-gen. In Tübingen (Bachelor) und Bayreuth (Master) hat er Geoökologie studiert. Seine Aufgaben: Optimierung des Biotopverbunds im Landkreis, Betreuung des Vertragsnaturschutzprogrammes mit Landwirten, die bereit sind, extensiv zu wirtschaften, sowie Beratung von Flächeneigentümern, Bewirtschaftern und Kommunen.

Das Arbeitsumfeld für die beiden Neulinge in und auch außerhalb des Fachbereichs ist günstig. „Das Bewusstsein für die global bedrohte Natur und Umwelt hat sich zum Positiven gewandelt“, sagt Michael Angerer. So seien zum Beispiel die Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden dem Naturschutz gegenüber sehr aufgeschlossen. Auch Bildungs- und Erziehungsprojekte, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, sind Angerer zufolge vielversprechend. „Man muss früh ansetzen, dann kann man gleich mehrere Generationen – auch die Eltern und Großeltern – erreichen“, so Angerer.

Ein solches Projekt ist „Was kreucht und fleucht an unserer Schule“. Dabei praktizieren Lehrkräfte mit ihren Schülern im Umfeld ihrer Schule Naturschutz und bekommen dabei Unterstützung vom Landratsamt.

Gerade gestartet wird ein „Citizen-Science-Projekt“, bei dem die Teilnehmer auf Entdeckungstour zu „unseren heimlichen tierischen Mitbewohnern“ gehen und über einen Meldebogen oder die App INaturalist ihre Beobachtungen zur Kreisbehörde schicken können.

Neu ist auch die Initiative zur natürlichen Aufwertung der Außenanlagen von Unternehmen im Landkreis. An einem Modellprojekt soll gezeigt werden, was machbar ist.

In diesen Tagen wird im Kreismustergarten bei Weißenhorn mit dem Bau des Umweltpavillons begonnen. Dieser soll ab dem Frühling für Schulungen der Gartenfachberater sowie Veranstaltungen von Vereinen sowie Schulen und Kitas zur Verfügung stehen.

Fortgesetzt, so kündigt Michael Angerer an, werden die bereits begonnenen Aktionen „Klimawälder“ und „Blühwiesen“ mit weiteren Pflanzungen und Aussaaten. (pm/red)

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