Region: Illertissen|Babenhausen

Landratsamt Neu-Ulm warnt Hobby-Gärtner: Grundwasser im Unteren Illertal ist immer noch belastet

Hobby-Gärtner aus den betroffenen Gebieten sollten kein Grund- oder Brunnenwasser zum Gießen von Obst, Gemüse oder Salat verwenden.

Gartenbesitzer sollen Obst und Gemüse während der Erntezeit nicht mit Brunnenwasser gießen oder abwaschen.

Das Grundwasser aus Gartenbrunnen im Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann nach wie vor mit Lösungsmitteln belastet sein. Darauf weist das Landratsamt in einer Pressemitteilung zu seiner Lagebeurteilung hin, die es seit langem einmal im Jahr abgibt.

Die Gehalte in Bellenberg, Vöhringen, Gerlenhofen und Ludwigsfeld liegen laut Landratsamt inzwischen auf niedrigem Niveau. Lediglich im Stadtgebiet von Senden seien noch höhere Konzentrationen vorhanden. Deshalb sollten in den betroffenen Gebieten Gemüse- und Obstpflanzen während der Erntezeit nicht mit Brunnenwasser gegossen oder gewaschen werden.

Das Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist dagegen nicht verunreinigt und kann ohne Einschränkungen genutzt werden. Auch das Wasser der Badeseen ist nicht belastet. Darauf weist das Landratsamt Neu-Ulm hin.

Die Grundwasserverunreinigungen durch sogenannte Halogen-Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorethen (PER) und Trichlorethen (TRI) gehen nach wie vor von den Firmengrundstücken einer ehemaligen Großreinigung in Bellenberg und der Uhrenfabrik Senden aus.

Bei seiner Lagebeurteilung orientiert sich der zuständige Fachbereich „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt am strengen Grenzwert für Trinkwasser, „weil es für das Gießen oder Abwaschen mit Brunnenwasser keinen eigenen Grenzwert gibt“, erläutert Fachbereichsleiter Gerhard Wieser.

In folgenden Gebieten des Landkreises ist der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung für Halogen-Kohlenwasserstoffe von zehn Mikrogramm je Liter Wasser noch überschritten.

Bellenberg:

Im Gebiet westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs liegen die Werte zwischen 85 und 13 Mikrogramm je Liter Wasser.

Vöhringen:

Im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie Ulm - Kempten bis zu 14 Mikrogramm je Liter Wasser.

Senden:

Im Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm–Kempten (Werte zwischen 27 Mikrogramm und maximal 206 Mikrogramm je Liter Wasser).

Neu-Ulm, Stadtteil Gerlenhofen:

Entlang der Bahnlinie Ulm - Kempten und westlich davon bis zu 26 Mikrogramm je Liter Wasser.

Neu-Ulm, Stadtteil Ludwigsfeld:

Östlich der Memminger Straße liegen die gemessenen Werte bei 16 Mikrogramm je Liter Wasser.

Das Grundwasser in den restlichen Neu-Ulmer Stadtteilen und in der Innenstadt ist nicht belastet.

Das Landratsamt Neu-Ulm rät Gartenbesitzern aus den betroffenen Gebieten zu Vorsichtsmaßnahmen. So sollte das Grundwasser aus Haus- oder Gartenbrunnen nicht als Trinkwasser verwendet werden. Obwohl Halogen-Kohlenwasserstoffe an der Luft rasch verdunsten, empfiehlt die Behörde, vorsorglich während der Erntezeit Gemüse- oder Obstpflanzen nicht mit dem belasteten Brunnenwasser zu gießen. Gemüse, Obst oder Salat sollten auch nicht mit Brunnenwasser, sondern nur mit dem Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung gesäubert werden. Weiter rät das Landratsamt, belastetes Grundwasser aus dem Brunnen nicht zum Baden, Duschen oder Tränken von Nutztieren zu verwenden.

Die Lagepläne mit den Messergebnissen können im Internet unter der Adresse www.lra.neu-ulm.de (Rubrikenpfad: Umwelt; Wasserrecht und Bodenschutz; Grundwasser Unteres Illertal) eingesehen werden. Telefonische Auskünfte werden unter Telefon 0731/7040-4200 erteilt. (pm)

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