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Norddeutscher "Youtube"-Star im vollen Edmund Scharff-Haus: Gute Laune wie auf Rezept

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StaZ-Reporter Dr. Daniela Egert aus Gersthofen
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Den Leuchtturm brachte der Comedian, zumindest als Projektion, gleich mit.

Wer glaubt, dass nur die Teenager-Generation zum Auftritt des 34-jährigen Youtubers Torge Oelrich alias „Freshtorge“  erscheint, irrt ganz gewaltig. In das bestens gefüllte Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm ist an diesem Abend zwar eine Schaar Minderjähriger eingezogen. Man hat aber fast den Eindruck, dass die (längst) Erwachsenen in deutlicher Überzahl anwesend sind. Wohl nicht nur, weil die ihre Kids anschließend wieder per Familienauto nach Hause fahren müssen.

 

Eins steht fest: Torge-Fans in allen Lebensaltern lieben dessen frech-witzigen Videoclips, in denen er meist in mehrere Rollen gleichzeitig schlüpft: In die der oft sturzbesoffenen Sandra, des Handwerkers Pöppelmann mit zweifelhaften Fähigkeiten, in die Rolle des versnobbt-verzweifelten Ehepaars Schnösel oder die der schwer erziehbaren Gören Lexa oder Trisha. Seit 2006 betreibt der Mann aus Wesselburen (Niedersachsen) seinen knallbunten Account, und weil er sich dabei in immer neue Typen denkt, folgt Torge ein stets wachsendes Publikum. Aktuell sind es rund 3,66 Millionen – eine Karriere, wie sie vor dem Boom des Internets so niemals denkbar gewesen wäre.

Torge ist Klick-Milliardär und im echten Leben vermutlich ziemlich reich, wenn man allein schon an die enormen monatlichen Werbetantiemen aus dem Netz denkt. Hinzu kommen Einnahmen aus seinem geschickt betriebenen Merchandising-Shop, für das er auch während der Pause in Neu-Ulm wirbt. Und wer weiß, was sonst noch alles.. Die Namen seiner beiden kleinen Kinder behält der Mann mit dem Küsten-Bezug lieber für sich. Angesichts seiner norddeutschen Herkunft denkt die nicht mehr ganz so jugendliche Generation spontan an „Otto“, mit dem er übrigens auch schon gedreht hat: Heraus kam dabei sein erster Film „Kartoffelsalat – nicht fragen!“, in dem schon 2015 eine erstaunliche Anzahl Mit-Youtuber sowie arrivierter Schauspieler aufeinandertrafen.

Torge ist inzwischen auf vielen Kanälen unterwegs, bezieht in seiner Live-Show, mit der er mutig durch die Lande tourt, das Publikum mit ein. Die Zuschauer haben dermaßen viel Spaß, dass nach kurzer Zeit die Stimmung kocht. Besonders gut kommen etwa „Helga und Marianne“ an, die beiden Nachbarinnen aus Schleswig-Holstein, die überm improvisierten Gartenzaun hinweg kein Thema auslassen. Freshtorge schnappt sich dafür kurzerhand eine Dame aus dem Publikum und nimmt diese als „Marianne“-Ersatz. Perücke auf, kurz wird sie von Oelrich selbst mit Lippenstift geschminkt, und ab geht es auf die Bühne. Dazu gibt es martialisch-laute Musik, die einen komischen Kontrast bildet zum Auftritt der beiden betagten Ratschkatteln.

Zwischendurch legt Torge einen Stepptanz hin, der sich gewaschen hat, im Dialog mit dem Publikum zeigt er sich unerwartet spontan und schlagfertig. Das Edmund-Scharff-Haus ist an diesem Abend ein Zentrum der guten Laune, und der Mittdreißiger gönnt sich zum Abschluss einen kleinen, forschen Marsch durch seine Anhängerschaft. Die gehen in Bestlaune wieder nach Hause – vermutlich, um sich auf dem heimischen PC noch ein paar Freshtorge-Videos anzugucken.

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