Region: Augsburger Land

BUND Neusäß - Nikolaus Wanderung um den Thalersee

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StaZ-Reporter Hannes Grönninger aus Neusäß
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Aufwärmen am Feuer mit warmen Getränken und ... wer bekommt die Rute?

Die BUND Naturschutz Ortsgruppe Neusäß hat am 6.12. im Rahmen einer Nikolaus Wanderung sich Vor-Ort die Grünflächen um den Thaler See angeschaut, die für eine Erweiterung des Gewerbegebietes und Recyclinganlagen verschwinden sollen. Herr Dr. Dietmar Kuhlmann, der Initiator der Online Petition zum Schutz der Grün- und Freiflächen, hat der Gruppe dabei die soweit bekannten einzelnen Vorhaben erläutert. 

Alle betroffen Flächen stehen im Verbund mit dem als Biotop geschützten Thaler See und bilden ein zusammenhängendes Gebiet für die Natur und für Erholungssuchende aus den angrenzenden Stadtteilen Alt-Neusäß und Täfertingen. Auf einer betroffenen Fläche nördlich des Gewerbegebietes, das vor mehr als 15 Jahren als schützenswerte Ausgleichsfläche für den Kiesabbau ausgewiesen wurde, ist mittlerweile ein Pionierwald entstanden. An der östlich angrenzenden Wiese wurde im Bebauungsplan von 2008 eine Photovoltaikanlage vorgesehen, die bis heute nicht gebaut wurde. Ein Teilnehmer führte aus, dass es bei der Stadt Überlegungen gibt, hier einen zentralen Recyclinghof für Neusäß einzurichten. Die Teilnehmer zeigten sich betroffen, weil nicht nur wertvolle Freiflächen versiegelt würden, sondern Bewohner aus entfernten Stadtteilen nur schwerlich bzw. nur mit dem Auto dann den Recyclinghof erreichen könnten.

Der Weg führte auch durch das bestehende Gewerbegebiet, das 2011 ausgewiesen wurde. Dort wurde den Teilnehmern anschaulich gezeigt, dass ein Großteil der Grundstücke nach über 10 Jahren nach wie vor unbebaut ist. Hier wurde die Frage diskutiert, ob die Stadt hier alle gesetzgeberischen Maßnahmen ausgeschöpft hat, bevor weitere neue Flächen versiegelt werden. Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer unzufrieden mit der öffentlichen Beteiligung bei solchen Vorhaben.

Herr Kuhlmann führte aus, dass der Planungsentwurf zur aktuell laufenden Änderung des Flächennutzungsplan keine detaillierten Begründungen für die weitreichenden Eingriffe in die Natur und in die bereits bestehenden Ausgleichsflächen enthält. Gleichzeitig wird auf  Planungen im geänderten Bebauungsplan für das Thaler Gelände verwiesen, dessen beabsichtigte Änderung noch gar nicht öffentlich bekannt gemacht worden ist. Es werden auch keine Planungsalternativen zu den jetzt vorgesehenen massiven Eingriffen in das Erholungs- und Naturschutzgebiet rund um den Thalersee aufgezeigt. Bis zum 14.12.2022 können Bürger noch schriftliche Einwände zu den Änderungen des Flächennutzungsplans bei der Stadt einreichen, die im weiteren Verfahren zu berücksichtigen sind. Auch die Ortsgruppe des BUND wird sich hieran beteiligen.

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