Region: Augsburger Land

Fachstelle für ambulante Wohnungshilfe der Städte Neusäß und Gersthofen wieder besetzt

Freie Mitarbeiterin Jutta Kaiser aus Neusäß
Seit Anfang September ist die Fachstelle für ambulante Wohnunglosenhilfe in Neusäß im Alten Rathaus wieder besetzt. Kathrin Prennschütz steht mit Rat und Tat zur Verfügung.

Im Jahr 2018 schufen die Städte Neusäß und Gersthofen eine Anlaufstelle für wohnungssuchende Bürger.

Seit Anfang des Jahres 2020 war die Fachstelle für alle ratsuchenden Bürger in Neusäß und Gersthofen nicht mehr besetzt. „Die Kollegin, die diese Stelle besetzt hatte, hatte intern gewechselt und durch Corona war schwer neues Personal zu finden“, erklärt dazu Kathrin Prennschütz, die diese Aufgabe nun seit dem 1. September übernommen hat.

2018 hatten die Städte Neusäß und Gersthofen die Anlaufstelle für wohnungssuchende Bürger, angeboten vom Diakonischen Werk Augsburg, eingerichtet.

„Unser Ziel ist es, den Bürgern durch Vernetzung und Vermittlung ein niederschwelliges, individuelles und bedarfsgerechtes Angebot im Bereich der Wohnungslosenhilfe zu bieten“, sagt die Sachbearbeiterin. Wie sie erklärt, versteht die Fachstelle unter Wohnungslosigkeit nicht nur Obdachlosigkeit, sondern alle Lebensformen, bei denen den Bürgern kein mietvertraglich abgesicherter Wohnraum zur Verfügung steht. „Das kann sich darin äußern, dass diese Personen bei Familie, Freunden, Bekannten oder in Pensionen untergekommen sind“, erklärt Prennschütz. Zusätzlich spricht die Fachstelle auch diejenigen an, die von Wohnungslosigkeit, beispielsweise durch eine Kündigung, bedroht sind, an.

Betreuung erfährt auch die Gruppe der Menschen, die auf Dauer unter unzumutbaren Bedingungen leben. Darunter "fällt zum Beispiel Schimmelbefall der Wohnung, gravierende Mängel wie offene Leitungen, sehr beengte Verhältnisse wie etwa fünf Personen in einer Wohnung mit zwei Zimmern, Küche und Bad oder Senioren im dritten Stock ohne Aufzug“, so Prennschütz.

Von Januar bis Dezember 2019 wurden in Neusäß 40 Fälle betreut. In 15 Fällen war eine intensivere Betreuung und in 13 Fällen eine mehrmalige Kontaktaufnahme durch die Fachstelle nötig, um auch andere Problemlagen, die mit der Wohnungslosigkeit in Verbindung standen, zu bearbeiten. „Solche Problemlagen werden oft erst nach längeren Gesprächen in der Beratung sichtbar“, sagt Prennschütz. Von sechs Personen beziehungsweise Haushalten ist bekannt, dass sie mittlerweile in einem mietvertraglich abgesicherten Wohnraum leben. Drei der Haushalte haben eine Lösung für ihre Problemlage gefunden.

Allerdings betont Prennschütz, dass sie selbst keinen Wohnraum zur Verfügung stelle. Sie könne nur mit Informationen weiterhelfen und Ratschläge geben, etwa wie man sich auf eine neue Wohnung am besten bewirbt. Gerne versucht sie auch zwischen Mietern und Vermietern zu vermitteln, so dass eine Kündigung letztlich nicht eintritt. Treten zusätzliche Probleme wie Schulden oder das Beantragen sozialer Leistungen auf, verweist sie die Ratsuchenden an die zuständigen Stellen.

Prennschütz verhehlt nicht die derzeit schlechte Wohnungslage. Das Angebot geeigneter Wohnungen sei zurzeit so niedrig, dass die Vermieter regelrecht überrannt würden und sich dementsprechend die Mieter frei auswählen könnten. Personen mit Schulden, auch wenn es sich nicht um Mietschulden handelt, mit Haustieren, im Leistungsbezug oder größere Familien hätten oft Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden. „Es darf nicht vergessen werden, dass Haushalte, die im Leistungsbezug stehen mit einkommensschwachen Haushalten um günstigen Wohnraum konkurrieren. Von Sozialwohnungen profitieren letztlich nicht nur Personen, die Grundsicherungsleistungen beziehen, sondern auch Menschen mit geringem Einkommen“, macht Prennschütz aufmerksam.

Für hilfesuchende Menschen ist sie in Neusäß jeden Mittwoch zwischen neun und elf Uhr im Alten Rathaus in einer offenen Sprechstunde zu erreichen, zu der jeder zur Beratung kommen kann, in Gersthofen ist sie, dienstags zwischen neun und elf Uhr im Büro in der Johannesstraße zu sprechen. Zusätzlich zu diesen Zeiten können individuelle Termine vereinbart werden. Aktuell allerdings ist dies nur mit telefonischer Voranmeldung möglich.

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