Region: Augsburger Land

Ein Jubiläum in besonderer Zeit

Freier Mitarbeiter Jutta Kaiser aus Neusäß

Wie so vielen in den vergangenen Monaten machte Corona auch Ursula Kuchenbaur einen Strich durch die geplante Geburtstagsfeier anlässlich ihres 80. Geburtstags.

Alt-Stadträtin der Stadt Neusäß Ursula Kuchenbaur feierte ihren 80. Geburtstag. Für die aktuelle Legislaturperiode trat sie nicht mehr an.

Corona hat auch der ehemaligen CSU-Stadträtin Ursula Kuchenbaur bei der Planung ihres runden Geburtstags einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstatt in großer Runde feierte sie gemeinsam mit ihrem Mann und ging essen. Mit der Familie traf man sich nur im kleinen Kreis zum Feiern. Sobald sich die Lage bessert, wird natürlich mit allen Freunden und Bekannten nachgefeiert.

„Der Sommer ist noch lange“, zeigt sich die Jubilarin optimistisch. Den Ausfall ihrer Feier nimmt sie gelassen hin und findet es viel schlimmer, dass so manch junge Paare in diesem Jahr auf ihre Hochzeitsfeier verzichten mussten. Aber eines ärgert sie: Bisher habe sie mit ihrem Alter keinerlei Probleme gehabt, dass nun aber die Acht in ihrer Alterszahl vorn steht, gefalle ihr nicht, gesteht sie. Aber sofort lacht sie wieder und erklärt, dass sie sich nun eben ab und zu ein wenig jünger machen werde. Über verschiedene Krankheiten wie Rheuma und den Nachwirkungen einer Rücken-OP im vergangenen Jahr will sie nicht groß reden. Letzteres will sie im Spätherbst in einer Reha völlig auskurieren.

Die Mutter einer Tochter und eines Sohnes wurde in Singen am Hohentwiel am Bodensee geboren. Besuchte später dort eine Hauswirtschaftsschule und lernte Einzelhandelskauffrau in einem kleinen Einrichtungsgeschäft. Letzteres sollte ihr bei der Existenzgründung mit einer Sofort-Reinigung mit ihrem Mann in Neusäß zugute kommen.

Der in Neusäß geborene Josef Kuchenbaur war damals auf der Walz in Fingen, die Gelegenheit für das Paar, sich beim Skifahren kennen zu lernen. Das Erbe eines Hauses führte das Paar, das inzwischen zwei Kinder hatte, zurück nach Neusäß, wo es im damaligen Supermarkt "Zielkauf" die Reinigung übernahm, die sich seit 2013 gegenüber des heutigen Einkaufszentrums Kaufland befindet und von der Tochter geleitet wird. Sohn Martin hat sich mit einer Reinigung in Stadtbergen selbständig gemacht. Doch Familie und Geschäft füllten die rührige Ursula Kuchenbaur noch lange nicht aus.

„Ich war immer schon interessiert an Politik und hatte auch meine eigene Meinung. „Meckere nicht immer, sondern mache es selbst besser“, war sie damals aufgefordert worden, erinnert sie sich. Durch Spannungen im damaligen CSU-Stadtrat wurde ein neuer Ortsverband Hainhofen-Schlipsheim 1989 gegründet, zu dessen Vorsitzender sie auf Vorschlag von Adolf Glogger gewählt wurde. Nach ihrer Wahl ist sie in die CSU eingetreten und war bis 2007 Ortsvorsitzende. Durch Erika Böhler kam sie zur Frauen Union, wo sie sich stets mit verschiedenen Aktivitäten, unter anderem Muttertagskonzerte im Notburgaheim und die jährliche Nikolausfeier am Brunnen in Hainhofen engagiert einbrachte.

Höhepunkt ihrer politischen Karriere war ihre Wahl in den Stadtrat Neusäß, dem sie 18 Jahre angehörte und im Planungs-, Kulturausschuss und Rechnungsprüfungsausschuss tätig war. In besonderer Weise hatte sie sich für den Bau der Entlastungsstraße sowie den Hochwasserschutz eingesetzt. Zur letzten Wahl trat sie nicht mehr an. „Man muss auch wissen, wann man Schluss machen muss“ und wollte nicht mit 80 noch im Stadtrat sitzen, aber als gewähltes Mitglied der Musikschule Neusäß ist sie immer noch mit Freuden tätig, wenngleich Corona auch hier für Stillstand sorgt.

Nach wie vor übernimmt sie Büroarbeiten im Geschäft und die Pflege ihres großen Gartens nimmt sie in Anspruch. Immer wieder stehen auch Auf- und Ausräumarbeiten an. „Ich bin eine, die gerne hortet“, gibt sie zu.

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