Region: Augsburger Land

Neuer Wohnraum in alter Brauerei: Pläne für den Neusässer Stadtteil Hainhofen

Freie Mitarbeiterin Jutta Kaiser aus Neusäß
Aus dem ehemaligen Brauereigasthof Mayr in Hainhofen soll nach den Vorhaben eines Investors ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohnungen entstehen.

Entwicklung

Investoren haben vor zwei Jahren das Grundstück westlich des Brauereigasthofs Mayr in Hainhofen erworben. Jetzt möchten sie das baufällig gewordene Gebäude der ehemaligen Gasthausbrauerei, ein zweigeschossiger Satteldachbau aus dem 17. Jahrhundert, sanieren und ihm mit elf Wohnungen neues Leben einhauchen. Der Stadel soll zu Duplex-Garagen und Lagerräumen umgebaut werden.

Das Gebäude ist innen und außen denkmalgeschützt, von Seiten des Denkmalschutzes bestehen aber gegen das Vorhaben offenbar keine Bedenken. Der Oberkonservator des Bayerischen Landes für Denkmalpflege ist der Meinung, dass nach dem vorliegenden Plan vor allem Eingriffe in den Bestand aus der Zeit um 1590 vermieden werden. Die alte Gaststättenbrauerei steht bereits seit geraumer Zeit leer, worunter die Substanz massiv gelitten hat, gleichzeitig ist der derzeitige Anblick nicht förderlich für das Bild der Dorfstraße, die in den 1990er Jahren neugestaltet wurde. Auch rechtlich steht einem modernen Wohnungsbau nichts entgegen. Und dennoch wird das Thema im Bauausschuss schwierig gesehen.

Der Ausschuss begrüßt freilich, dass das Gebäude wieder einer guten Nutzung zugeführt werden soll und dringend nötiger Wohnraum entstehen könnte. Mit einigen Punkte im Antrag haben die Stadträte aber Schwierigkeiten. Probleme sehen sie in der Fassade und der Gestaltung, auch die vorgestellten Balkone und die zweireihigen Dachgauben auf dem denkmalgeschützten Dachstuhl missfallen dem Gremium. Die Parksituation für die elf Wohnungen ist ein weiterer Kritikpunkt. Die Stellplätze werden mit sogenannten Duplex-Garagen dargestellt, was die Ausschuss-Mitglieder in dem ländlich geprägten Umfeld als nicht passend ansehen.

Bei den jetzt begonnenen planerischen Tätigkeiten der Stadt für den rückwärtigen Raum, parallel zum Antrag für das Brauereigebäude, bei dem es ja um ein Mehrparteienhaus geht, denkt die Stadt hier eher an eine kleinteilige Bebauung. Damit soll für Hainhofen eine weitere positive Entwicklung gewährleistet werden.

Somit soll nun die Bauleitplanung für den Bebauungsplan vorangetrieben werden. Dies wird allerdings noch Zeit brauchen, weil es gilt über die Art, Machbarkeit und Nutzungsvorstellungen des Stadtrats der möglichen Bebauung am Rande des Bereichs Richtung Schmutter zu befinden und auch die Wechselwirkung zur Schmutter zu beachten. Die Zielvorstellung des Stadtrats konkurriert somit zeitlich mit dem schnellen Realisierungswunsch des Bauwerbers. „Es muss möglich sein, beide Zielsetzungen miteinander zu verfolgen“, so Bürgermeister Richard Greiner. Auch wenn der Stadtrat eine Veränderungssperre für das Gebiet beschlossen hat, ist Greiner guter Dinge, dass bei Verhandlungen mit dem Bauwerber, der Planungswunsch des Stadtrats gesichert und gleichzeitig eine Lösung gefunden werden kann, sodass dem Investor signalisiert werden kann, dass er während dieses Planungsprozesses sein Vorhaben dennoch realisieren kann, ohne so lange warten zu müssen, bis der Bebauungsplan rechtskräftig ist.

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