Region: Augsburger Land

Fragenkatalog erarbeitet Bahnausbau Ulm-Augsburg: Neusäß will "Belastungen, wie sie derzeit drohen" nicht akzeptieren

Freie Mitarbeiterin Jutta Kaiser aus Neusäß
Dicht an dicht drängen sich Einfamilienhäuser im Stadtteil Westheim entlang der Bahnlinie Augsburg – Ulm.

Die Planungsvorschläge der Bahn gehen mit "erschreckenden Folgen für die Stadt Neusäß und die weiteren anliegenden Kommunen" einher. Belastungen für Anlieger, wie sie derzeit drohen, können keinesfalls akzeptiert werden, sagt der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner. Dies veranlasste Greiner, einen Fragenkatalog zu erarbeiten, um diesen mit der Planungsgruppe der Bahn, Landrat Martin Sailer und den betroffenen Kommunen aus dem Landkreis zu diskutieren.

Für die Stadt Neusäß, die von zwei Trassen betroffen sein könnte, gibt es eine ganze Reihe von Punkten zu klären. So soll die angedachte Trasse Türkis/Orange in einem Tunnel bei Täfertingen die Autobahn A 8 unterqueren. Gemäß der Variante Türkis endet der geplante Tunnel vor dem bestehenden Kreisverkehr an der Nord-Süd-Spange, während dieser laut Variante Orange weiter östlich hinter dem Kreisverkehr endet. Welche Gründe sprechen dagegen, bei beiden Varianten den Tunnel bis hinter den Kreisverkehr zu führen? Der Tunnel führt durch ein Kiesabbaugebiet. Kann der Kiesabbau während des Tunnelbaus und nach dessen Fertigstellung fortgesetzt werden und inwieweit ist die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Täfertingen Nord weiterhin möglich?

Weitaus mehr Fragen wirft die Bestandsstrecke, die Trasse Violett, auf. Hier ist im Bereich Alt-Neusäß und Westheim zu erkennen, dass der Gleiskörper nicht optimal genutzt werden soll, insbesondere die Fläche des stillgelegten Weldenbahn-Gleises soll nicht einbezogen werden. Damit aber stünden üppig Bahnflächen zur Optimierung bereit und massive Eingriffe in privates und öffentliches Eigentum wären nicht nötig. Weiter wünscht die Stadt Systemschnitte des geplanten Gleiskörpers, die den Aufbau des Gleiskörpers mit den Schallschutzmaßnahmen aufzeigen. Weiter fragt die Stadt nach einer systematischen Auflistung aller von der Trassenplanung betroffenen privaten und öffentlichen Grundstücke hinsichtlich der tatsächlichen Intensität des Eingriffs. Durch die Trassenplanung sollen zudem Straßen, Fuß- und Radwege sowie Brücken verändert werden. In Alt-Neusäß und Westheim würden wichtige Verkehrsverbindungen gekappt werden. Wurden die Auswirkungen geprüft und gibt es Vorstellungen, wie diese kompensiert werden sollen? Weiter wird die zusätzliche Einrichtung eines Wartegleises für Güterzüge im Bereich von Westheim angesprochen, das mitten in einem Wohnbereich geplant wird. Und könnte durch Anpassung der Bahnhaltepunkte eine Trassenführung erreicht werden, die deutlich weniger oder sogar gar nicht in Grundstücke Dritter eingreift?

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