Region: Augsburger Land

Weil der Rettungswagen oft verspätet kommt: Feuerwehrleute aus Nordendorf und Ehingen gründen Erste-Hilfe-Einheit

Die Bürgermeister aus Nordendorf, Tobias Kunz (links), und Ehingen, Franz Schlögel (rechts), mit den Initiatoren Sascha Sonner (Bildmitte links) und David Hill (Bildmitte rechts) mit Feuerwehrkameraden aus Nordendorf und Ehingen.

Durch die Lage der Gemeinden Nordendorf und Ehingen und das seit Jahren steigende Einsatzaufkommen des Rettungsdienstes komme es immer häufiger vor, dass der Rettungswagen länger brauche, um in die beiden Gemeinden zu gelangen, teilt die Gemeinde Nordendorf nun mit. "Dabei können entscheidende Minuten vergehen, in denen Hilfe fehlt." Diesem Problem haben sich zwei Feuerwehrkameraden aus Nordendorf und Ehingen angenommen und ein Konzept entwickelt, das die Aufgaben der Feuerwehr um einen wichtigen Punkt erweitert: organisierte Erste Hilfe oder, wie der Fachbegriff heißt, „First Responder“.

Neben den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr, die bei Bränden oder Unfällen ausrücken, entsteht nun ein zusätzliches Team, das bei gesundheitlichen Notfällen Erste Hilfe leisten soll, beim Herzinfarkt ebenso wie bei Atemnot oder einer schweren Verletzung. Ab Frühjahr 2022 möchte die Ersthelfer-Gruppe starten. Ab dann fahren sie zu lebensbedrohlichen Notfällen, sollte der nächstgelegene Rettungswagen nicht unmittelbar verfügbar sein. „Das Team wird im Notfall direkt von der Integrierten Leitstelle alarmiert – das ist einmalig bei den Feuerwehren im Landkreis“, so Ehingens Bürgermeister Franz Schlögel.

Nordendorfs Bürgermeister Tobias Kunz lobt die Eigeninitiative und das Engagement: „Die Ersthelfer sind freiwillige Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Ehingen und Nordendorf, die eine medizinische Vorbildung haben oder intern vom eigenen Ausbildungsteam geschult werden.“ Derzeit bestehe die Gruppe schon aus etwa 20 Freiwilligen.

Da die First-Responder-Einheit nicht zu den Pflichten einer Freiwilligen Feuerwehr gehört, muss sie komplett aus Spenden finanziert werden: aus der Bevölkerung und lokalen Unternehmen. Denn um im Einsatzfall ausrücken zu können, benötigt das Team ein geeignetes Fahrzeug und eine professionelle Erste-Hilfe-Ausrüstung. Nur so können die Einsatzkräfte in der Not helfen und lebensrettende Minuten überbrücken.

Die Feuerwehr Nordendorf hat dazu ein Spendenkonto eröffnet. Alle Spenden fließen direkt in den Erwerb der Rettungsausrüstung, versichern die Bürgermeister.

Wer die Ersthelfer unterstützen möchte, kann spenden an: Freiwillige Feuerwehr Nordendorf e.V., Kreissparkasse Augsburg, IBAN: DE03 7205 0101 0031 0624 41, BIC: BYLADEM1AUG, Verwendungszweck: Spende Ersthelfer Nordendorf Ehingen. (pm)

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