Region: Augsburger Land

Holzskulpturen von Josef Lang: Freiluft-Ausstellung im Museum Oberschönenfeld

Der Bildhauer Josef Lang arbeitete in seinem Atelier in Denklingen an den großen Holzskulpturen.

Menschen und Menschlichkeit: Dieses Grundthema im Werk des bekannten Bildhauers Josef Lang spiegelt sich auch in seiner neusten Ausstellung wider. Besucher des Museums Oberschönenfeld können seine überlebensgroßen Holzskulpturen ab dem 21. März in einer Freiluftausstellung bewundern.

Ein Spaziergang auf dem Museumsgelände in Oberschönenfeld bietet ab Ende März faszinierende Blicke – zu sehen sind überlebensgroße, teils farbige Holzskulpturen des bekannten Bildhauers Josef Lang aus Denklingen. Die Figuren spiegeln das Lebensthema des Künstlers wider: den Menschen und die Menschlichkeit. Zugleich eröffnen sie mit ihrem Werkstoff das Jahresthema 2021: „Holz“, Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms des Bezirks Schwaben.

„Kulturelle Angebote wie dieses haben mir und sicher auch vielen anderen Menschen in Schwaben in den vergangenen Monaten besonders gefehlt. Daher begrüße ich es sehr, dass wir nun mit dieser ganz besonderen Freiluft-Ausstellung unser Jahresthema einläuten können“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer.

Josef Lang hat seine bis zu fünf Meter hohen Figuren aus jeweils einem Eichenholzstamm gearbeitet, ohne Stückelung, ausschließlich mit der Kettensäge. Die Sägespuren sollen darauf hinweisen, dass „ein Mensch mit einem Werkzeug den Baum bearbeitet hat“, so Lang. Gleichzeitig gehe es dem Bildhauer darum, auf die spezifische Beschaffenheit des Baumstamms zu reagieren: Auf Äste, Ausbeulungen Krümmungen und Risse. Häufig bleiben die Spuren der Baumstämme in Josef Langs Arbeiten sichtbar, denn er sehe sie als Lebenszeichen. Den Menschenbildern liegen keine Modelle zugrunde: Der Bildhauer arbeite vielmehr nach einem Bild, das in seiner Vorstellung existiert.

Fast immer könne man in den männlichen Figuren von Josef Lang auch ihn selbst entdecken. Zunächst einmal nehme er jedoch Eindrücke von außen auf, beobachte und lasse das Gesehene in seine Arbeit einfließen. Obwohl die Skulpturen des Bildhauers sehr kompakt sind, wirken sie nicht starr, sondern fangen unbewusst eingenommene Haltungen von Menschen ein. Es sind Momentaufnahmen, die sich in den aufwendig gearbeiteten Menschenbildern widerspiegeln.

Genau das macht Josef Langs figürliche Arbeiten in Verbindung mit dem Material Holz so lebendig. Schließlich wird dieser Eindruck gesteigert, da die Figuren nicht nur mit dem Betrachter, sondern auch miteinander zu kommunizieren scheinen – sogar auf größere Distanzen. Und somit wirke ihre Aufstellung in Oberschönenfeld besonders reizvoll.

Josef Lang, 1947 in Bad Tölz geboren, studierte nach einer Steinmetzlehre von 1979 bis 1986 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München; dort war er Meisterschüler von Professor Erich Koch. Er kann nicht nur auf zahlreiche Ausstellungen, sondern auch auf viele Stipendien und Preise zurückblicken. Zu nennen sind hier: 1985 Stipendium der Accademia di Belle Arti di Carrara, 1998 Kunstpreis der Sparkasse Nördlingen, 2007 Preis des Kunstvereins Bad Wörishofen, 2009 Hubert-von-Herkomer Kunst- und Kulturpreis der Stadt Landsberg am Lech, 2011 Kunstpreis der Stadt Bad Wörishofen, 2015 Ehrenpreis des Kunstvereins Bad Wörishofen, 2018 Anerkennung beim 1. Schweizer Skulpturenpreis der 7. Schweizerischen Triennale.

Seit 1986 lebt Josef Lang als freischaffender Bildhauer in München und Denklingen im Kreis Landsberg am Lech. Seine überlebensgroßen Holzskulpturen sind an vielen Orten präsent: in Schwaben beispielsweise in Burgau, Friedberg, Bad Wörishofen und Königsbrunn.

Das geplante Begleitprogramm umfasst auch gemeinsame Führungen für Blinde und Sehende, ein Künstlergespräch, eine Kunstbegegnung und einen Ateliertag des Künstlers in Oberschönenfeld, der dort an einer Skulptur arbeitet. Die Termine und die geltenden Hygienebedingungen sollen noch bekanntgegeben werden: Aktuelle Infos bietet die Homepage des Museums.

Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr, einschließlich Feiertagen. Nach Vereinbarung soll ein Besuch auch für Gruppen möglich sein. (pm)

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