Region: Augsburger Land

Museum Oberschönenfeld eröffnet im Juni mit neuer Ausstellung

Spielwaren aus der Produktion der Firma Heinz aus den 1920er- und 1940er-Jahren.

Das Museum Oberschönenfeld öffnet am 13. Juni wieder seine Türen und präsentiert die kulturhistorische Ausstellung „Heinz hört auf. Von Drechslern, Schreinern und einem Neuanfang“. Die Ausstellung ist Teil des Jahresthemas Kultur 2021 des Bezirks Schwaben, das sich dem Rohstoff Holz widmet.

Die Ausstellung zeigt ein Handwerk zwischen Tradition und Innovation, eine enorme Produktpalette aus den vergangenen 100 Jahren und thematisiert die Herausforderungen, das eigene Familienerbe aufzulösen: Hildegard Heinz stellte 2016 den Betrieb ihrer Schreinerei in Waal im Allgäu ein. Dabei blickt das Familienunternehmen auf eine beeindruckende Geschichte zurück. 1778 mitten im Dorfzentrum als Drechslerei gegründet, blieb die Werkstatt über Generationen im Familienbesitz.

Aus der kleinen Drechslerwerkstatt von Gebhard Heinz entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts ein florierender Betrieb mit über 20 Mitarbeitern. In den 1950er-Jahren um eine Schreinerei erweitert, verlagerte sich der Schwerpunkt immer mehr zum Möbel- und Innenausbau. Durch frühzeitige Investition in Maschinen, die größere Aufträge ermöglichten, gelang die Entwicklung von einer traditionellen Drechslerei zu einem modernen Handwerksbetrieb.

Die Ausstellung zeigt die große Bandbreite der originalen Objekte – von Spielzeug über Wohnaccessoires bis zu zeittypischen Gebrauchsmöbeln. Eindrucksvolle Maschinen aus der Werkstatt sollen den Arbeitsalltag im Handwerksbetrieb lebendig werden lassen. Filme und Interviews dokumentieren die Situation der Auflösung. Darüber hinaus bereichern die Ausstellung Werkstücke von Studenten der Schulen für Holz und Gestaltung aus Garmisch-Par-tenkirchen.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Januar 2022 im Volkskundemuseum zu sehen. Geplant ist auch ein Begleitprogramm mit Führungen, Workshops und Ferienkursen. Die Termine und die geltenden Hygienebedingungen hierfür werden noch bekanntgegeben. Alle aktuellen Infos bietet das Museum online unter mos.bezirk-schwaben.de. (pm)

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