Region: Augsburger Land

Museum Oberschönenfeld startet neue Ausstellung

LeserReporter Bezirk Schwaben

Josef Schöffel, Drechsler bei der Firma Heinz, an der Drehbank, um 1970.
Foto: Alfred Schöffel, Privatbesitz

 

Tradition trifft Innovation: Von einer kleinen Drechslerwerkstatt zu einem modernen Handwerksbetrieb – ein Familienbetrieb im Wandel.

Am 13. Juni öffnet das Bezirksmuseum Oberschönenfeld seine Türen und präsentiert die kulturhistorische Ausstellung „Heinz hört auf. Von Drechslern, Schreinern und einem Neuanfang“. Die Ausstellung ist Teil des Jahresthemas Kultur 2021 des Bezirks Schwaben: „Unsere Bezirksmuseen widmen sich heuer dem nachwachsenden Rohstoff Holz in all seinen Facetten“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. „Wir freuen uns, nach monatelangem Warten mit interessanten Ausstellungen wie dieser endlich in das Kulturjahr 2021 zu starten und wieder Gäste bei uns begrüßen zu können.“

Die Ausstellung zeigt ein Handwerk zwischen Tradition und Innovation, eine enorme Produktpalette aus den vergangenen 100 Jahren und thematisiert die Herausforderungen, das eigene Familienerbe aufzulösen: Hildegard Heinz stellte 2016 den Betrieb ihrer Schreinerei in Waal im Allgäu ein. Dabei blickt das Familienunternehmen auf eine beeindruckende Geschichte zurück. 1778 mitten im Dorfzentrum als Drechslerei gegründet, blieb die Werkstatt über Generationen im Familienbesitz.

Aus der kleinen Drechslerwerkstatt von Gebhard Heinz entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts ein florierender Betrieb mit über 20 Mitarbeitenden. In den 1950er-Jahren um eine Schreinerei erweitert, verlagerte sich der Schwerpunkt immer mehr zum Möbel- und Innenausbau. Durch frühzeitige Investition in Maschinen, die größere Aufträge ermöglichten, gelang die Entwicklung von einer traditionellen Drechslerei zu einem modernen Handwerksbetrieb.

Die Ausstellung zeigt die faszinierende Bandbreite der originalen Objekte – von Spielzeug über Wohnaccessoires bis zu zeittypischen Gebrauchsmöbeln. Eindrucksvolle Maschinen aus der Werkstatt lassen den Arbeitsalltag im Handwerksbetrieb lebendig werden. Filme und Interviews dokumentieren die Situation der Auflösung. Darüber hinaus bereichern die Ausstellung Werkstücke von Studierenden der Schulen für Holz und Gestaltung aus Garmisch-Partenkirchen. Sie schufen mit Furnierholz aus den Lagerbeständen der Firma modern designte Gebrauchsgegenstände wie Tourenskier, Zeichnungsköcher und Sitzhocker.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Januar 2022 im Volkskundemuseum zu sehen und wird um ein umfangreiches Begleitprogramm bereichert: Geplant sind Führungen, Workshops und Ferienkurse. Die Termine und die geltenden Hygienebedingungen werden noch bekanntgegeben. Aktuelle Infos bietet die Homepage des Museums: mos.bezirk-schwaben.de. 

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