Region: Augsburg Stadt

Kommunalwahl: Weber gegen Wurm in der Stichwahl

Treffen sich in der Stichwahl wieder: Eva Weber (CSU) und Dirk Wurm (SPD).

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Kandidaten von SPD und Grünen um den zweiten Platz

Die Augsburger müssen erneut wählen: Wie von vielen erwartet, entscheidet sich die Augsburger OB-Frage erst in der Stichwahl. Zwar liegt Eva Weber (CSU) deutlich vorn, für einen Durchmarsch im ersten Anlauf hat es aber bei einer Wahlbeteiligung von 45,3 Prozent nicht gereicht.

Und so war am Wahlabend die eigentlich spannende Frage: Gegen wen muss Weber in zwei Wochen antreten? Denkbar knapp setzte sich Dirk Wurm (SPD) gegen die OB-Kandidatin der Grünen Martina Wild durch. Doch obwohl sie die Stichwahl knapp verpasste, hat auch ihre Partei Grund zur Freude.

Claudia Roth: "Das ist historisch"

Im Vergleich zur Wahl 2014 hat sie mit 18,5* Prozent der Stimmen das Ergebnis, das damals Reiner Erben erbrachte, verdreifacht. "Das ist historisch", jubilierte daher auch die Bundestag-Vizepräsidentin Claudia Roth über das Abschneiden von Martina Wild und der Grünen. Diese sind nach den Ergebnissen der Trendwahl mit 23 Prozent zweitstärkste Kraft im Stadtrat hinter der CSU.

Auch Martina Wild freute sich und ist mit dem Ergebnis zufrieden, obwohl es am Ende nicht ganz für die Stichwahl gereicht hat - 0,3 Prozentpunkte trennten sie vom Ergebnis des direkten Konkurrenten Dirk Wurm, der mit 18,8 Prozent ins Stechen gegen Weber darf.

Bahnt sich bereits eine Koalition an?

Deren Ergebnis fiel mit 43,1 Prozent überraschend deutlich aus. So klar habe es auch sie selbst nicht erwartet, gab Weber zu. "Aber ich freue mich über den deutlichen Vorsprung!" Vor allem aber bedankte sich Weber bei ihren Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf, wobei sie Martina Wild namentlich heraushob - bahnt sich da schon eine Kooperation im Stadtrat an?

Nach der Trendwahl würde Schwarz-Grün im Augsburger Rathaus funktionieren. Die CSU hätte nach aktuellem Stand mit 36,1 Prozent der Stimmen 22 der insgesamt 60 Sitze, die Grünen 14.

Dirk Wurm: "Wir werden sehen, wie es in Runde 2 wird"

Doch sowohl Wild als auch Weber wollten hier nicht konkreter werden. Das werden die Gespräche in den kommenden Wochen zeigen, vertrösteten sie die Journalisten. Und Weber muss erst noch die Stichwahl gewinnen. "Gratulation an Frau Weber für ihr gutes Abschneiden. Aber wir werden sehen, wie es in Runde 2 wird", stimmte Dirk Wurm schon auf die Stichwahl ein.

Viel Zeit für Wahlkampf würden aber weder Weber noch Wurm in den beiden kommenden Wochen haben, prognostizierte Noch-OB Kurt Gribl. Beide seien in der aktuellen Krise als Referenten gefordert.

Von Markus Höck und Laura Türk

*Alle Angaben sind nur vorläufige Ergebnisse. Für die Stadtratslisten lagen bis gestern lediglich die Ergebnisse der Trendwahl vor, das heißt nur unveränderte und innerhalb eines Wahlvorschlag veränderte Stimmzettel wurden berücksichtigt.

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