Region: Augsburger Land

Fuggerstraße in Schwabmünchen: "Die Bürger sollen sich wohlfühlen"

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Freie Mitarbeiterin Nicole Fischer
Bürgermeister Lorenz Müller mit Bauteam informierte über die Zukunft des neuen Stadtraums.

Die Fuggerstraße in Schwabmünchen soll attraktiver werden, mehr Aufenthaltsqualität bieten. Die Stadt lud zu einem Informationsabend ein.

„An diesem Abend sind nicht ganz so viele Interessenten da, wie beim letzten Informationsabend, bei dem die Wünsche der Anlieger und Geschäftsleute vorgetragen werden konnten“, so Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller zur Eröffnung. Trotzdem kamen rund 50 Bürger, die sich über die Neugestaltung der Fuggerstraße informieren wollten und Fragen stellten, die Bürgermeister Müller beantworten konnte.

Am Montag, 2. März, geht es los. Die verschiedenen Bauabschnitte (BA) werden sich vermutlich bis Dezember hinziehen und sind in sechs Abschnitte unterteilt. Mit Rücksicht auf die jährlichen Märkte und Veranstaltungen beginnen die Bauarbeiten im Südabschnitt (Schöffel-Gebäude). „Wenn man das gesamte Gebiet auf einem Mal abgesperrt hätte, wären wir zwar schneller fertig, aber das können wir den Geschäftsleuten und Anwohnern beziehungsweise Bürgern nicht zumuten“, so Müller. Je nach Witterung wird ein Abschnitt rund zwei Monate in Anspruch nehmen. Parkmöglichkeiten während der Bauphase bestehen am Parkplatz 1 am Festplatz und am Parkplatz 2 in der Jahnstraße. Hier werden sogar noch zusätzliche Parkplätze geschaffen. Vertraglich festgesetzt ist die Fertigstellung der Fuggerstraße im Jahr 2020. Die gesamte Bauzeit soll am 2. Mai 2021 zu Ende sein.Es werden in allen Bauabschnitten die gleichen Bauschritte vollzogen. Bei den Arbeiten im Gehwegbereich wird dieser permanent provisorisch mit einem Vlies versehen, so dass dieser begehbar ist. Die Fahrbahnbreite wird etwas verringert, die Bordsteine werden niedriger, fast flach gestaltet. Besonders Rollstuhlfahrer dürften nun besser über die Straße kommen. Parkbuchten sind beidseitig vorgesehen. Für die Pflasterung wird wieder der portugiesische Granit in hellgrau-gelbem Farbton verwendet, wie bereits in der Luitpoldstraße. Durch die breiteren und flacheren Fußgängerwege wird der Straßenraum in der Fuggerstraße insgesamt weitläufiger und großzügiger sein.

Bürgermeister Lorenz Müller schwärmte von schönen Sitzgelegenheiten. „In einer älter werdenden Gesellschaft, und es ist schön, sagen zu können, dass wir heute alle älter werden, ist es wichtig, Menschen mit Handicap, Rollator und Rollstuhl eine Stadt zu bieten, die barrierefrei wird, dass wir Blindenleitsysteme haben, gut beleuchtete Straßen und dass diese leicht zu überqueren sind“, erklärte Müller.

Ein wichtiges Thema hierbei ist auch die Verkehrsberuhigung: Die Fuggerstraße wird zur Tempo 30 Zone, Überquerungsinseln sollen zusätzlich die Geschwindigkeit herausnehmen und die Bürger sicher über die Straße geleiten. Eine Fahrbahnpflasterung unmittelbar davor und danach wird das Tempo des Verkehrs ebenfalls heraus nehmen. Wer sein Auto liebt, der fährt hier also langsam. „Diese Maßnahmen sowie die Begrünung sollen den Autofahrern signalisieren: Wir sind hier in einer Innenstadt, nicht auf einer Autobahn!“, stellte Müller klar. Die Fahrbahnverengung und eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige sollen dazu beitragen, dass Fahrer den Fuß vom Gas nehmen.

Die Geschäfte sind jederzeit erreichbar

Die Straßen sind in den jeweiligen Bauabschnitten, in denen gearbeitet wird, komplett für den durchgehenden Verkehr gesperrt. Die Geschäfte bekommen auf der Ost- und Westseite einen schmalen Gehweg, damit sie jederzeit erreichbar sind. Umleitungen sind ausgeschildert. „Dass eine Baumaßnahme dieser Größe zur Behinderung führt, ist naturgegeben“, erklärte Müller. „Aber wenn wir alle zusammen unser Einkaufs- und Verkehrsverhalten in diesen neun Monaten den Umständen anpassen, überwiegt die Freude auf die schönere Zukunft.“

Ein paar Kompromisse müssen die Bürger eingehen. Einen Fahrradweg wird es aus gesetzlichen Vorschriften in einer 30 Zone nicht geben. Die Treppe der Bushaltestelle an der Raiffeisenbank kann nicht mit einer Rampe verbunden werden, denn hier würde man eine Lauflänge von siebeneinhalb Metern benötigen. Dieser Platz steht leider nicht zur Verfügung. Ebenfalls aus Platzmangel wird eine neue Bushaltestelle (weiter nördlich) keine Überdachung bekommen können. Mehrfach wurde der Wunsch nach Zebrastreifen geäußert und der Hinweis eingeworfen, an Hundetoiletten zu denken. Ein Anwohner beklagte die angespannte Situation der Parkverhältnisse und das Parkverhalten. Diese Wünsche und Probleme sollen in der nächsten Sitzung diskutiert werden.

Die Schwabmünchner können sich über ein grüneres Stadtbild und über einen neuen Stadtraum freuen, der zusätzlich zu neuen Sitzgelegenheiten, neue Fahrradabstellanlagen jeweils unter den 43 neu gepflanzten Bäumen bietet, außerdem eine E-Tankstelle, die sich wahrscheinlich am Rathaus befinden wird, Energiepoller für Stadtfeste und Veranstaltungen, sowie WLAN Hotspots in der gesamten Fuggerstraße. Des Weiteren soll es ein neues Glasfasernetz geben, um die Breitbandmöglichkeiten zu erhöhen. Parkplätze werden in Zusammenarbeit mit den Geschäften individuell geplant. Die Straßen erhalten stehende W-Lampen. „Die Bürger sollen sich wohlfühlen und die deutlich spürbar größer werdende Lebensqualität, sowie die Attraktivität und die Aufenthaltsqualiät der Fuggerstraße genießen“, so Müller.

Informieren kann man sich über den aktuellen Baufortschritt auf der städtischen Internetseite www.schwabmuenchen.de unter „Newsletter+Feeds“ oder Innenstadtgestaltung-Aktuell, auf Facebook gibt es für die Gruppe Fuggerstraße ein dauerhaftes Update.

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