Region: Augsburger Land

Sanierung der Frauenkirche weitgehend abgeschlossen - Nun geht es am Turm der Stadtpfarrkirche weiter

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Freier Mitarbeiter Christian Kruppe aus Schwabmünchen
Guter Dinge ist Schwabmünchens Stadtpfarrer Christoph Leutgäb. Das Gerüst im Inneren der Frauenkirche ist inzwichen entfernt, im Mai findet der erste Gottesdienst statt.

Von Christian Kruppe
Schwabmünchen Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass die Sanierungspläne der Schwabmünchner Kirchen bekannt wurden. Bei der Stadtpfarrkirche St. Michael sorgte zum einen das Wasser für Nöte, des weiteren erwies sich auch die Statik des Daches als bedenklich. Auch der nach dem Krieg gebaute Turm benötigt Aufmerksamkeit. Dazu gesellte sich die Frauenkirche, die Mariengrotte und die Kirche in Schwabegg.

Erster Schritt war die Trockenlegung des Kirchenschiffs der Stadtpfarrkirche. Von Süden drang da Feuchtigkeit ein. Die Warmluftheizung der Kirche sorgte dabei für eine gleichmäßige Verteilung der Nässe im Kirchenschiff, was vor allem die Orgel bedrohte. Im Zuge der Mauertrockenlegung wurde auch der Hof zwischen Pfarrzentrum und Kirche saniert und das Pflaster erhöht. So fließt das Wasser von der Kirche weg und der dortige Eingang ist nun Barrierefrei.

Nach dieser Maßnahme wurde es ruhig an der Stadtpfarrkirche, denn andernorts war die Not größer. Die Bauarbeiter zogen zur Frauenkirche. Dort machte vor allem der, nachträglich gebaute, Turm Sorgen. „Der Turm lag auf Holzbalken auf, die zum Teil nicht mehr da waren“, erklärt Stadtpfarrer Christoph Leutgäb. So bestand die Gefahr, dass der Turm umstürzen könnte. Auch Teile des Dachstuhls wiesen Schäden auf, zudem war der Holzwurm Gast im Gebälk. Dazu gab es auch dort ein Feuchtigkeitsproblem. Zudem war auch die Elektrik nicht mehr auf dem neuesten Stand.
Etwas mehr als ein Jahr war die Frauenkirche nicht nutzbar. Der Turm wurde mit einem Stahlseil und tonnenschweren Gegengewichten gegen ein Umstürzen gesichert. Nur so war es möglich, die maroden Balken auszutauschen. Zudem wurde die gesamte Konstruktion mit Stahlträgern unterstützt. Beim Austausch des kaputten Dachgebälks galt es auch, die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten. So wurden nur die beschädigten Teile erneuert, der funktionstüchtige Bestand des Dachgebälks bleibt erhalten.

Auch im Innern der Frauenkirche gab es viel zu tun. Die Balkenkonstruktion der Empore ist erneuert worden, die Wände sind neu gekalkt und frisch gestrichen, die Elektrik modernisiert. Einzig die Innenausstattung ist noch nicht wieder eingebaut. Dies wird aber bis zum Anfang Mai erledigt sein. Denn am 1. Mai ist um 10 Uhr ein Festgottesdienst zur Wiedereröffnung geplant. Bis dahin sind aber noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Denn der Putz der Außenfassade wird noch saniert und das Kirchenschiff bekommt noch einen neuen Anstrich. Der Turm hat diesen schon. Im Herbst wird dann die Frauenkirche im komplett neuen Glanz erstrahlen.

Rund 900000 Euro wird die Sanierung der Frauenkirche kosten, für die Schwabmünchner Kirchenstiftung sind dabei aktuell 220000 Euro selbst zu tragen. Offen sind noch die Zuschüsse von Bezirk und Denkmalschutz. Knapp die Hälfte des Eigenanteils kann die Kirchenstiftung durch eine Erbschaft finanzieren, zudem gibt es Geld aus der Aktion „Stifterengel“. Diese hat Stadtpfarrer Christoph Leutgäb in Leben gerufen. „Stifterengel“ spenden 1000 Euro für die Sanierungen der Schwabmünchner Gotteshäuser. In Summen häufen sich 1,5 Millionen Euro an, die von der Kirchenstiftung zu tragen sind. Denn es geht weiter. Derzeit wird der Turm der Stadtpfarrkirche eingerüstet. Dieser soll bis zum Herbst saniert werden. Dann folgt das Kirchenschiff.

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