Region: Augsburger Land

Schwungvoller Gottesdienst am Weltgebetstag der Frauen

Profilbild vonLeserReporter Ingrid Küchle aus Schwabmünchen
Die Besucher des Gottesdienstes zum Weltgebetstag der Frauen ließen den Abend im evangelischen Gemeindehaus ausklingen und probierten Spezialitäten aus Slowenien.

Schwabmünchen Die Gottesdienstordnung des Weltgebetstags der Frauen kam diesmal aus Slowenien. Die evangelische Christuskirche war zur Hälfte gefüllt und diesmal hatten sich ein paar wenige Herren unter die Besucherinnen gemischt. Zu Beginn zeigten Fotos von Slowenien den Besuchern die Schönheiten des Landes: hohe Berge, rauschende Gebirgsflüsse, Tropfsteinhöhlen, Küstenstädtchen, Weinberge und die Schönheiten Ljubljanas. Die Lieder im Gottesdienst erinnerten an die Musik der Ober Krainer Musikanten. Das Vorbereitungsteam setzte als Begleitung nicht nur Gitarre, Flöte, Trommeln und Klavier ein, um den landestypischen Klang zu erzielen, sondern auch Akkordeon und Tuba. So manches schwungvolle Lied im Gottesdienst lud zum Tanz ein. Die gesammelten Spenden werden für Frauenprojekte weltweit verwendet. Viel Mühe hatte sich das ökumenische Vorbereitungsteam gemacht, um den Gästen Land und Leute Sloweniens vorzustellen.
„Kommt, alles ist bereit“, so lautete das Thema des Gottesdienstes. Der Altarraum war mit einem gedeckten Tisch und Stühlen dekoriert. Sie passten zum Evangelium, dem Gleichnis vom Gastmahl, zu dem der Herr eingeladen hatte und die Gäste nur Ausreden parat hatten und nicht kommen wollten. Geschickt kamen die Stimmen aus dem Publikum, die die Ausreden moderner Menschen, aber auch die Ängste und Vorbehalte von Leuten wiederspiegelten, die zum Rand der Gesellschaft gehören. Im Gottesdienst erfuhren die Teilnehmer auch Lebensgeschichten, die für das Land Slowenien typisch sind, von Ausgrenzung gläubiger Menschen während des Kommunismus, Alkoholproblemen, der Doppelbelastung berufstätiger Frauen, Einsamkeit im Alter und Vorurteilen gegenüber den Roma.

Landestypische Speisen und Klöppelspitzen

Anschließend trafen sich die meisten Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes im Gemeindehaus nebenan, um landestypische Speisen zu probieren. Viele Gerichte waren mit Sauerkraut zubereitet, Kräuter wie Salbei und Rosmarin standen auf dem Tisch, der liebevoll dekoriert war. Der Festtagskuchen Potica, ein gefüllter und gerollter Hefekuchen, wurde mit zwei verschiedenen Füllungen (Estragon oder Nüssen) angeboten. Auf einem eigenen Tisch waren geklöppelte Kostbarkeiten ausgestellt, die Ute Friedrich aus Schwabmünchen und Karin Wür aus Bobingen bei ihren wöchentlichen Treffen hergestellt hatten. Die Ausstellungsstücke erinnerten an die Frauen der Arbeiter der Quecksilber-Bergwerke, die ihren Lebensunterhalt mit geklöppelten Waren aufbesserten. Heute sind die Spitzen ein beliebtes Mitbringsel für Touristen. Am Ende der Veranstaltung brachte Sigrun Tuffentsamer den Anwesenden noch einen traditionellen Volkstanz bei.
Das Weltgebetstagsland 2020 wird Simbabwe sein; der Gottesdienst findet dann in der katholischen Kirche St. Michael statt.

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