Region: Dillingen|Wertingen

Die Normalität kehrt zurück - wieder Vorträge im Radio- und Telefonmuseum Wertingen

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StaZ-Reporter Otto Killensberger aus Wertingen
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Willi Kempter, (Bild mitte) Elektroingenieur hat nach seinem Arbeitsleben die Liebe zur alten Radio-, Funk-, und Fernsehtechnik zu seinem Hobby gemacht. Er engagiert sich ehrenamtlich im Radio- und Telefonmuseum Wertingen. Den Besuchern gibt er immer detailiert Auskunft über die Exponate. Links: Rita Beck ebenfalls ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Im Radio- und Telefonmuseum Wertingen in der Fére-Straße 1, kehrt die Normalität wie vor der Corona-Zeit wieder zurück. Willi Kempter aus Herbertshofen, einer die vielen ehrenamtlichen Museumshelfer, startet nach 2 Jahren Abstinenz der Vorträge am nächsten Öffnungstag, am Sonntag, 19. Juni um 15 Uhr mit dem Vortrag über den „Grundig Satellit Weltempfänger“. Ab dann soll wieder an jedem dritten geöffneten Sonntag ein Vortrag über Radio-, Funk-, Fernseh- und Telefongeschichte stattfinden. Der Eintritt ist frei.

Die Firma Grundig war einst ein führendes Unternehmen der Unterhaltungstechnik, bevor es wie viele andere deutschen Elektrohersteller der Konkurrenz aus dem fernen Osten weichen musste. Unter dem Namen "Satellit" stellte Grundig 1964 ein Kofferradio als "Spitzen Reisesuper" vor. Dieses Gerät war der Anfang einer außerordentlich erfolgreichen Serie von Reiseempfängern der oberen Klasse, die bis 1996 in verschiedenen Ausführungen großen Anklang fanden. Besondere Merkmale der Weltempfänger sind ihre überragenden Kurzwelleneigenschaften. Vor dem Internet-Zeitalter war Kurzwellenempfang fast das einzige Mittel, weltweit an Nachrichten und Informationen direkt von der Quelle zu kommen. Über 30 Jahre wurde von Grundig das Konzept immer mehr verfeinert und in über 15 Modellen verwirklicht. Daneben demonstrieren die Modelle eindrucksvoll die technische Entwicklung der Radiotechnik in dieser Zeit, von der analogen zur digitalen Signalaufbereitung, vom Skalenzeiger zur mikroprozessorgesteuerten Bedienerführung. Auch im Bezug auf die Formgebung und Funktionalität ist der Satellit bis heute das zeitlose Kofferradio schlechthin. Der erste Weltempfänger wurde 1939 von der amerikanischen Zenith Radio Corporation eingeführt, um die großen Distanzen in den USA beim Radioempfang zu überbrücken. Grundig war beileibe nicht der einzige Hersteller solcher Geräte, in Deutschland sind beispielsweise Nordmende, Siemens und Braun zu nennen. Später wurden die Geräte aus Fernost zur Konkurrenz. Im Vortrag sind 10 Modelle der Satellitreihe zu sehen; deren Eigenschaften, Technik und Unterschiede werden erläutert. Mit der Verbreitung des Internets und der digitalen Funktechnik über Satellit ist der Weltempfänger heute fast Geschichte. Dennoch hat diese Geräteklasse immer noch viele Anhänger, nicht nur etwa bei Funkamateuren, wie die hohen Preise gebrauchter Geräte beweisen. Das Hobby Kurzwellenempfang (DX) ist auch heute noch interessant und lehrreich.

Das Radio- und Telefonmuseum ist am 19. Juni von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Info. www.radiomuseum-wertingen.de

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