Region: Dillingen|Wertingen

Umstrittenes Bauprojekt am Wertinger Krankenhaus: Bürger entscheiden am 25. April über geplantes Ärztehaus

Am Sonntag entscheiden die Bürger in Wertingen über die Zukunft des Ärztehauses. (Symbolbild)

Auf dem Krankenhausgelände in Wertingen soll ein Ärztehaus von einem privaten Investor errichtet werden. Doch während der Stadtrat das Bauvorhaben befürwortet, übt die Bürgerinitiative "Für das Krankenhaus – gegen den Tower" scharfe Kritik an dem Turmbau und der damit verbundenen Privatisierung des Grundstücks. Der Bürgerentscheid am Sonntag, 25. April, ist nun ausschlaggebend für die weitere Entwicklung des Projekts.

Die Diskussion um das Ärztehaus am Wertinger Krankenhaus ist in vollem Gange: Auf dem Krankenhausgelände soll ein Turm errichtet werden, der medizinische Einrichtungen und Wohnungen – insbesondere für das medizinische Personal – beherbergen soll. Der Stadtrat stimmte bereits für das Bauprojekt, welches von einem privaten Investor umgesetzt werden soll. Doch es gibt auch Gegenstimmen: Die Bürgerinitiative "Für das Krankenhaus – gegen den Tower" kritisiert das Bauvorhaben massiv und sammelte über 2200 Unterschriften für einen Bürgerentscheid. Dieser findet am Sonntag, 25. April, statt.

Landrat Leo Schrell, auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kreiskliniken, erläutert in diesem Zusammenhang, dass die bestmögliche medizinische Versorgung der Menschen in der Region bei dem Projekt im Mittelpunkt stehe. Weitere vorrangige Ziele seien der Erhalt aller Arbeitsplätze sowie der kommunalen Trägerschaft beider Krankenhäuser im Landkreis Dillingen. Deshalb wurde ein modernes zukunftsfähiges Konzept für das Krankenhaus in Wertingen entwickelt.

Ein wichtiger Baustein seien hierbei die geplanten Neubaumaßnahmen: Die Krankenpflegeschule, das Pflegeheim und ebenso das umstrittene Ärztezentrum. Schrell betont, dass hierbei die bestmögliche ärztliche Versorgung für Menschen in Wertingen und in der Region gewährleistet werde. Das Wertinger Krankenhaus werde von dem neuen Ärztehaus profitieren: Davon ist auch die Ärzteschaft des Krankenhauses überzeugt. Darüber hinaus könnten neue und bezahlbare Wohnungen für das Pflegepersonal sowohl im geplanten Ärztehaus als auch im größtenteils leer stehenden ehemaligen Bettentrakt des Krankenhauses entstehen. Dennoch sei das Krankenhaus ein unverzichtbarer Bestandteil des geplanten Gesundheitszentrums: Die Grund- und Regelversorgung werde unverändert gewährleistet.

Doch die Anhänger der Bürgerinitiative sprechen sich vehement gegen das Bauprojekt aus. Sie befürchten, dass der Landkreis sowie die Kreisklinken stark an Einfluss verlieren, wenn ein Teil des Krankenhausgeländes an einen privaten Investor verkauft wird. Außerdem kritisieren sie die Höhe des Gebäudes – geplant seien bis zu elf Stockwerke – und das hohe Verkehrsaufkommen, das der Bau des Turms zusätzlich mit sich bringe.

Insbesondere lehnen die Unterstützer der Bürgerinitiative eine medizinfremde Nutzung des Standorts ab. So solle der Begriff "innovatives Ärztehaus“ darüber hinwegtäuschen, dass das Wertinger Krankenhaus Schritt für Schritt abgebaut und nach Dillingen verlagert werde. Sie befürchten, dass das Ärztehaus überwiegend für krankenhausfremde Nutzungen vorgesehen sei und Wohnungen profitorientiert weiterverkauft würden.

Auch die Mitglieder der CSU/CSW-Stadtratsfraktion sprechen sich für das Bürgerbegehren aus: Die CSU/CSW-Stadträte sind davon überzeugt, dass sich private Investoren "lukrative Vorteile davon versprechen, dass sie unmittelbar auf einem Krankenhausgelände interessante Flächen erwerben können". Dies gefährde jedoch die Zukunft des Wertinger Krankenhauses. "Welcher Privatmann würde die wichtigsten Flächen seines Grundstücks an jemanden verkaufen, der sie an viele einzelne Eigentümer weiterverkauft", kritisiert die Stadtratsfraktion die Privatisierung des Grundstück.

Der Gegenvorschlag der Fraktion: Ein Ärztehaus an einem anderen Standort, beispielsweise am Laugnaplatz. Dieses Ziel sei aktuell nur durch Unterstützung des Bürgerbegehrens und mit hoher Wahlbeteiligung zu erreichen. Grundsätzlich lehne die Bürgerinitiative einen Neubau auf dem Krankenhausgelände allerdings nicht ab: Dieser solle sich jedoch in die vorhandene Bebauung einfügen und unter öffentlicher Trägerschaft errichtet werden.

Landrat Leo Schrell und der Wertinger Bürgermeister Willy Lehmeier weisen die Vorwürfe der Bürgerinitiative zurück. Die Stadt werde durchaus Einfluss darauf nehmen, wie das Ärztehaus zukünftig genutzt werden soll und sehe die neuen Wohnungen insbesondere für das medizinische Personal vor. Auch die Stadtratsfraktion der Grünen unterstützt das Ratsbegehren für das neue Ärztehaus auf dem Krankenhausgelände. Der Vorwurf, dass der Turmbau einen Niedergang für das Krankenhaus bedeute, sei "reine Polemik, die sich an unbegründeten Ängsten orientiere".

Die Bürger werden nun am Sonntag, 25. April, darüber entscheiden, ob das Bauprojekt am Wertinger Krankenhaus umgesetzt wird.

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