Region: Augsburger Land

1136 Straftaten in 365 Tagen: Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Zusmarshausen für 2020

Die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Zusmarshausen lag im vergangenen Jahr bei 74 Prozent. (Symbolbild)

Insgesamt 1136 Straftaten hat die Polizei Zusmarshausen im vergangenen Jahr in ihrem Zuständigkeitsbereich verzeichnet. Welchen Einfluss die Corona- Pandemie auf die gemeldeten Gesetzesverstöße hatte und wie sicher das Leben in der Region wirklich ist, zeigt die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Zusmarshausen.

Polizeihauptkommissar Raimund Pauli stellt fest, dass die Straftaten sowohl bayernweit als auch im Bereich der Polizeiinspektion Zusmarshausen zurückgegangen seien. Zusätzlich stieg die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion um 3,3 Prozent: In 74 Prozent der Fällen seien die Ermittlungen erfolgreich abgeschlossen worden.

Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Zusmarshausen im vergangenen Jahr 1136 Straftaten begangen – 26 weniger als im Vorjahr. Im gesamten Landkreis Augsburg wurde in 6918 Fällen ermittelt.

Im Bereich der sogenannten Gewaltkriminalität wurde ein Anstieg um 14 Fälle verzeichnet. Hierzu zählen beispielsweise Tötungsdelikte, Raubfälle und Körperverletzungen, wobei letztere 45 von insgesamt 47 Fällen ausmachten. Diese spielen sich laut Polizei überwiegend im sozialen Nahraum oder in einem Beziehungsgeflecht ab. Die Gefahr, im öffentlichen Raum Opfer einer Gewalttat zu werden, stuft die Polizei daher als äußerst gering ein.

Um 33 Prozent zurückgegangen seien die Delikte im Bereich der Straßenkriminalität – beispielsweise Straßendiebstähle, Vandalismus, exhibitionistische Handlungen oder Körperverletzungen auf Straßen. Hier sank die Gesamtzahl von 171 Fällen auf 138 Fälle. Einen der Gründe dafür sieht die Polizeiinspektion Zusmarshausen in den Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie.

Sexualstraftaten seien um insgesamt zwölf Delikte zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden 34 Delikte zur Anzeige gebracht: Hauptsächlich wurde hierbei wegen des Austauschs von pornografischem Bild- und Videomaterial in Chatgruppen ermittelt. Zu den Betroffenen zählten auch Minderjährige. Da es sich in den meisten Fällen um Beziehungsdelikte handelte, konnten alle Fälle erfolgreich aufgeklärt werden.

Auch die Anzahl der Diebstähle sei signifikant zurückgegangen: Von 230 Fällen im vorangegangenen Jahr auf nun 173 Fälle. Bei 23 davon handelte es sich um Wohnungseinbrüche, von denen lediglich 8,7 Prozent aufgeklärt werden konnten. Etwa die Hälfte der Einbruchsdelikte blieb jedoch im Versuchsstadium stecken, was die Polizeiinspektion Zusmarshausen auf erfolgreiche Präventionsarbeit und Aufklärungskampagnen zurückführe.

Jedoch verzeichnete die Polizeiinspektionen einen rasanten Anstieg im Bereich „Betrugs- und Fälschungsdelikte“. Insgesamt wurden 403 Fälle zur Anzeige gebracht – 110 mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig mit 232 Fällen sind die Waren- und Warenkreditbetrugsdelikte. Hierbei handelt es sich um Verkaufsabläufe, bei denen Ware entweder nicht geliefert oder nicht bezahlt wurde. Ursache für den Anstieg von 38 Prozent sieht die Polizei in der Corona-Pandemie, da sich der Handel stark in den Internetbereich verlagert habe.

Im Gegensatz dazu seien Rauschgiftdelikte im vergangenen Jahr auf 96 Fälle zurückgegangen. Fast alle Gesetzesverstöße konnten hierbei erfolgreich aufgeklärt werden. Das sei darauf zurückzuführen, dass jeder bei einer Polizeikontrolle verzeichnete Verstoß als geklärter Fall in die Statistik eingehe. Auch der Drogenhandel habe sich pandemiebedingt auf Internetportale verlagert.

Pauli betont, dass sich "der digitalisierte Wandel durch die Corona-Pandemie wie unter einem Brennglas verstärkt und beschleunigt." Die wochenlangen Ausgangsbeschränkungen hätten dazu geführt, dass sich das bürgerliche Leben noch mehr ins Internet verlagert. Dort sei die Gefahr, Opfer einer Straftat – insbesondere von Betrugsdelikten – zu werden, wesentlich höher als im öffentlichen Raum. Bei einem Vergleich der bayernweiten Statistik mit den Ergebnissen der Polizeiinspektion Zusmarshausen werde außerdem deutlich, dass es sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion besonders sicher lebe. (pm/lis)

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