Region: Augsburger Land

Kompromiss für Kita-Gebührenerhöhung: Zusmarshausens Bürgermeister geht auf Eltern zu

In Zusmarshausen gab es Ärger um eine geplante Erhöhung der Kita-Gebühren. Jetzt könnte ein Kompromiss-Vorschlag die Wogen glätten. (Symbolbild)

Nach massiven Protesten von Eltern gegen eine geplante Gebührenerhöhung in den Kindertageseinrichtungen und der Mittagsbetreuung in der Marktgemeinde, zeichnet sich nun eine Kompromiss ab.

"Wir Eltern fühlen uns machtlos. Jetzt in dieser schwierigen Zeit mit Homeschooling und Kindergartenschließungen wurde uns per Elternbrief mitgeteilt, dass die Marktgemeinde Zusmarshausen eine Gebührenerhöhung von 80 Prozent plant. Und das bei Kindergarten und Mittagsbetreuung", empörte sich Silvia Beier.

In einer Vorberatung hatte sich Anfang des Jahres der Haupt- und Finanzausschuss auf eine Erhöhung der Gebühren verständigt. Statt bisher 78 bis 102 Euro zuzüglich fünf Euro Spielgeld, sollten es 150 bis 210 Euro sein – wobei es vom Freistaat ein Zuschuss von 100 Euro gibt. Für die meisten Eltern waren so vorher gar keine beziehungsweise nur geringe Gebühren fällig geworden. Nun aber hätten sie 55 bis 115 Euro zu zahlen gehabt, wie der Markt in einer Übersichtstabelle ausweist.

Beier startete eine Online-Petition, die sich gegen diese Gebührenerhöhung wandte und war mit ihrem Protest nicht allein. Es gab Unterschriftenlisten, Stellungnahmen und weitere Petitionen. Das alles erregte die Aufmerksamkeit von Zusmarshausens Bürgermeister Bernhard Uhl. In einem Offenen Brief wandte er sich an die Eltern und warb um Verständnis für die schwierige finanzielle Lage, in der sich der Markt befinde. So müsse Zusmarshausen im Jahr 2021 wohl einen Gewerbesteuerrückgang in Höhe von 2,5 Millionen Euro verkraften. Gleichzeitig signalisierte er Gesprächsbereitschaft, wenngleich er betonte, dass nicht er, sondern der Marktgemeinderat letztlich entscheiden müsse.

Das Gesprächsangebot nahmen die Eltern am Donnerstag wahr. "Die Gebührenanpassung für unsere Kinderbetreuungseinrichtungen hat sich zu einem sehr emotionalen Thema entwickelt", sagt Uhl. Deswegen sei es ihm wichtig und notwendig gewesen, die Eltern zu einer Vorbesprechung vor der entscheidenden Sitzung des Marktgemeinderates zu einem Dialog einzuladen. Zudem trafen sich die Mitglieder des Marktgemeinderates zu einem Abstimmungsgespräch.

"Die Stimmungsbilder und Ergebnisse werden nun in den Fraktionen beraten. Meine Aufgabe sehe ich darin, einen mehrheitsfähigen Beschluss dem Marktgemeinderat am 18. März zur Abstimmung vorzulegen, der die Bedürfnisse der Eltern und der Marktgemeinde als Träger am meisten abdeckt", so Uhl. Damit solle eine möglichst große Zufriedenheit erzielt werden. "Ich persönlich werde mich für eine stufenweise Anpassung mit anschließender dynamischer Erhöhung und einer großzügigen Regelung bei den Zweit- und Drittkindern entscheiden", stellt der Rathauschef in Aussicht. Die Vorbesprechung mit den Eltern habe gezeigt, dass Kompromissbereitschaft auf allen Seiten besteht und "das demokratische System trotz Corona-Pandemie funktioniert". (mh)

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