Sammelklagen in der EU - Fluch oder Segen für den Verbraucherschutz

LeserReporter Thorsten Frank
Dienstag, 18. Juli 2017 - 19:00 - 21:00

Fälle wie der Abgasskandal von Volkswagen rücken die Frage in den Fokus: Stärken Sammelklagen den Verbraucherschutz in Europa? Während bei uns geltend gemachte Ansprüche im Einzelfall vorzugsweise im Rahmen eines Vergleiches mit Stillschweigevereinbarung beendet werden, gehen andere leer aus. In einem anderen Rechtssystem wie dem der USA hat die sog. "class action" eine lange Tradition. In der Europäischen Union ist es dagegen für Verbraucher bislang nicht möglich, mit Sammelklagen ihre Ansprüche gemeinsam mit anderen Geschädigten effektiv und wirtschaftlich kostengünstig geltend zu machen.

Befürworter einer europaweiten Einführung der Möglichkeit von Sammelklagen führen darüber hinaus auch das Argument der Entlastung von Gerichten an. Kritiker dagegen sehen hierin die Gefahr, dass die Einzelfallgerechtigkeit deswegen nicht mehr ausreichend berücksichtigt wird, weil dabei nicht mehr jeder einzelne Fall auf seine Eigenheiten hin untersucht und entsprechend entschieden werden wird. Unternehmen warnen zudem vor existenzgefährdenden Klagen. Im Insolvenzfall wären damit die Verbraucher nicht zwangsläufig besser gestellt.

Über Chancen und Risiken der Einführung von Sammelklagen in der EU diskutieren dazu deshalb Experten aus Wissenschaft und Praxis unter Moderation von Thorsten Frank, Vorsitzender der Europa-Union Augsburg e.V.:

Prof. Dr. Stephan Wernicke, Chefjustiziar, Leiter Bereich Recht, Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK)

Dr. Beate Czerwenka, LL.M. (Duke Univ.), Ministerialdirigentin im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Prof. Dr. Astrid Stadler, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht & Rechtsvergleichung, Universität Konstanz

Dr. Ottmar Lell, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)

Prof. Dr. Thomas M.J. Möllers, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Europarecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung Universität Augsburg

Der Eintritt ist frei. Einlass ab 18:30 Uhr

Veranstalter Jean-Monnet Exzellenzzentrum INspiRE der Universität Augsburg, Juristische Fakultät, Lehrstuhl Prof. Dr. Thomas M. J. Möllers, die Europa-Union Augsburg, die Jungen Europäischen Förderalisten Augsburg und das Europe Direct-Informationszentrum der Stadt Augsburg.

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